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Kein Atommüllendlager in Tschechien: Anti Atom Komitee startet neue open petition

Mag. Claudia Greindl, 08.03.2018 14:10

FREISTADT/OÖ. Seit 50 Jahren wird weltweit vergeblich nach einem Atommüllendlager gesucht. Nun soll ausgerechnet in Tschechien direkt vor unserer Haustür atomarer Müll für mindestens 800.000 Jahre vergraben werden. Das ist nicht nur eine technische, sondern vorrangig auch eine ethische Frage: Wer hat das Recht, derart irreversible Erblasten zu schaffen? Das Anti Atom Komitee fordert die neue Bundesregierung auf, dies zu verhindern und startet eine neue open Petition.

Wegen des Widerstandes gegen ein Endlager selbst in den betroffenen tschechischen Gemeinden scheint sich nun eine sehr bedenkliche Entwicklung abzuzeichnen, nach der nicht mehr die Sicherheit eines Standortes im Vordergrund steht, sondern nur mehr die Durchsetzbarkeit. Auch Bestrebungen, die Mitsprache der betroffenen tschechischen Gemeinden einzuschränken bzw. völlig zu unterbinden, stellt auch demokratiepolitisch eine höchst bedenkliche Vorgangsweise dar, heißt es seitens des Anti Atom Komitees.

„Wir fordern auch Antworten auf Fragen ein, wie weit ein einzelnes Land das Recht hat, derartige Bedrohungen zu schaffen, die irreversibel sind und Jahrhunderttausende über die Verantwortlichkeit dieses Landes und dieser Politiker hinausgehen“, so Manfred Doppler vom Anti Atom Komitee.

Wie sieht Europa in 1000 Jahren aus?

„Wer weiß wie Europa in 1000 Jahren aussehen wird, welche Länder es nicht mehr gibt? Wer trägt dann die Verantwortung für diese Erblast für die nächsten dreißigtausend Generationen? Wir fordern die Bundesregierung nicht nur auf, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, diese Bedrohung zu verhindern, wir fordern die Bundesregierung auch auf, diese Fragen zu stellen“, betont Manfred Doppler.

Jeder kann verhindern helfen

Jeder hat jedoch die Möglichkeit sich dagegen zur Wehr zu setzen, ein klares Nein zu sagen und mitzuhelfen zu verhindern, dass uns in Tschechien für Hunderttausende von Jahren hochradioaktiver Müll vor die Haustür gesetzt wird. Das Anti Atom Komitee hat dazu eine Unterschriftenaktion und eine „open petition“ eingerichtet, die man unter www.anti.atom.at unterschreiben kann und eine Fortsetzung der bisherigen Aktionen ist, die bereits fast 9000 Unterschriften gebracht haben.


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