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FSG-Spitzenkandidatin für die AK-Wahl: „Der Druck auf die Beschäftigten muss endlich sinken“

Mag. Claudia Greindl, 09.03.2019 13:46

Silvia Rentenberger-Enzenebner und Dieter Kletzmair gehen als Spitzenkandidaten der Fraktion Soialdekmokratischer Gewerkschafter für Freistadt & Urfahr-Umgebung bei der Arbeiterkammer-Wahl an den Start. „Der Leistungsdruck in unserer Gesellschaft nimmt immer mehr zu“, kritisieren sie. „Anstatt aber im Sinne der ArbeitnehmerInnen dem entgegenzuwirken, befeuert die aktuelle Bundesregierung diesen Zustand immer weiter. Das mit 1. September des Vorjahres in Kraft getretene neue Arbeitszeitgesetz, das eine 60-Stunden-Woche ermöglicht, ist dabei die Spitze des Eisbergs. „Viele Beschäftigte fürchten, dass sie unter diesen Voraussetzungen nicht bis zur Pension durchhalten können. Deshalb muss der Druck endlich sinken“, warnt Silvia Rentenberger-Enzenebner, Betriebsratsvorsitzende des Landeskrankenhauses Freistadt.

FSG Spitzenkandidat und AK-Präsident Johann Kalliauer mit FSG Spitzenkandidatin der Region Freistadt/Urfahr-Umgebung Silvia Rentenberger-Enzenebner Foto: FSG

„Es ist ganz klar, dass wir ein modernes Arbeitszeitgesetz brauchen. Eines, das nicht nur die Interessen der Wirtschaft und der Industrie in den Vordergrund rückt, sondern eines, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt“, sagt auch Dieter Kletzmair, Betriebsrat bei Schinko in Neumarkt im Mühlkreis. „Die arbeitenden Menschen, die bei uns täglich tolle Leistungen erbringen, brauchen Planbarkeit und müssen vor Gesundheitsrisiken geschützt werden. Arbeit darf nicht krank machen“, so Kletzmair weiter.

Kehrtwende bei der Arbeitszeit notwendig

Kletzmair betont, dass die Österreicher bereits jetzt im europäischen Vergleich bei der tatsächlich geleisteten Wochenarbeitszeit im Spitzenfeld liegen: „Das ist auch ein Resultat der vielen Überstunden – von denen nach wie vor jede fünfte unbezahlt bleibt.“ Deshalb plädiert er für eine rasche Kehrtwende: „Wir sollen nicht länger arbeiten, sondern die Arbeitszeit Schritt für Schritt verkürzen. Parallel dazu sollen die Betriebe verpflichtet werden, ausreichend Personal einzustellen, um der krankmachenden Arbeitsverdichtung entgegenzuwirken.“

Bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege

Eine besondere Herausforderung in den kommenden Jahren wird vor allem die Situation in der Pflege. „Wir werden ausreichend viele und gut qualifizierte Pflegekräfte brauchen. Um diese auch zu bekommen, ist eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen notwendig“, sagt Rentenberger-Enzenebner. Wesentlich dafür sind faire Löhne, gesundheitsfördernde Arbeitszeitmodelle und ein Personalschlüssel, der es den Pflegekräften ermöglicht, sich umfassend um die Patienten kümmern zu können. „Es ist klar, dass Pflege etwas kostet und durch den demographischen Wandel in Zukunft noch mehr kosten wird – aber wir müssen uns das als Gesellschaft leisten und wir können es uns leisten“, fordert Rentenberger-Enzenebner eine solidarische Pflegefinanzierung durch die Einführung vermögensbezogener Steuern für Reiche ab einer Million Euro. „Damit können wir sicherstellen, dass wir die hohe Qualität in der Pflege nicht nur halten, sondern sogar ausbauen können.“


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