Johann Kalliauer: „Ohne die Arbeitnehmer würde alles still stehen“
BEZIRK FREISTADT. Johann Kalliauer, Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich, war zu Besuch im Bezirk Freistadt, um die Leistungsbilanz der Beschäftigten aus dem Bezirk zu präsentieren.

„Ohne die Arbeitnehmer stände im Bezirk und im gesamten Bundesland alles still“, hebt Kalliauer die Leistungen der Arbeitnehmer hervor. Im Jahresdurchschnitt 2018 waren im Bezirk Freistadt 27.336 Menschen unselbstständig beschäftigt, das sind um 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr und um 7,8 Prozent mehr als vor zehn Jahren. „Aufgrund des breiten Branchenspektrums ist die Freistädter Wirtschaftsstruktur weniger krisenanfällig“, heißt es von der AK.
Einer der großen Arbeitgeber im Bezirk Freistadt ist ewe (vormals FM Küchen). „Bei uns arbeiten 358 Personen in Zweischicht-Betrieben“, sagt Betriebsrat Richard Pichler. „Bei uns werden die sehr arbeitsintensiven Teilbereiche der Produktion gemacht. Viele körperlich schwierige Arbeiten wurden durch technische Innovationen einfacher.“
„Der Bezirk Freistadt ist Schlusslicht bei Einkommen“
Mit ein Grund für den Beschäftigungszuwachs war der Ausbau der Infrastruktur in den vergangenen Jahren. Der Softwarepark Hagenberg etwa bietet heute hunderte Arbeitsplätze. Durch die S10 wurde die Verkehrsanbindung deutlich besser und der Bezirk hat für Unternehmen an Attraktivität gewonnen. „Der wirtschaftliche Aufschwung ist auf den Gehaltskonten der Beschäftigten nicht zu verspüren. Freistadt ist und bleibt im Bezirksvergleich Schlusslicht bei den Einkommen“, sagt Kalliauer.
Die Erwerbsquote liegt im Bezirk bei 76,1 Prozent, 64 Prozent der erwerbstätigen Frauen und 16 Prozent der Männer haben einen Teilzeitjob. Mehr als 82 Prozent der unselbstständig Beschäftigten pendelt aus dem Bezirk Freistadt aus. Die Arbeiterkammer fordert Lohn- und Gehaltserhöhungen auf Basis der hohen Produktivität, eine Anhebung der KV-Löhne auf 1.700 Euro, die Umwandlung der Pendlerpauschale auf eine kilometerabhängige Direktzahlung, die Senkung der Lohnsteuer und die Rücknahme der gesetzlichen Arbeitszeitverlängerung.


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