35 Jahre nach Tschernobyl: Das Anti Atom Komitee mahnt zum Jahrestag
FREISTADT. Das Anti Atom Komitee erinnert an den 26. April 1986, als es im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl zur bisher größten Atomkatastrophe in der Geschichte kam.

„In einem Test versuchte man herauszufinden, wie lange die Turbine noch Strom liefert, wenn man den Reaktor abschaltet. Dazu wurde er auf Höchstleistung hochgefahren und dann abgeschaltet. Weil die Sicherheitssysteme das aber nicht zuließen, wurden sie einfach ausgeschaltet und das war der Grund, warum es zu dieser Katastrophe überhaupt kommen konnte“, erinnert sich Manfred Doppler vom Anti Atom Komitee.
„Cäsium 137 kann man nicht riechen oder sehen, aber es ist da“
Eine unkontrollierbare Kettenreaktion setzte ein, zerstörte den Reaktor und setzte Unmengen von Radioaktivität in die Umwelt frei. Die radioaktive Wolke verbreitete sich in der Folge über ganz Europa und speziell in Gegenden, in denen es in den Tagen nach dem SuperGAU geregnet hat, war die Belastung besonders hoch. Darunter auch in weiten Teilen Österreichs. „Auch nach 35 Jahren ist noch immer fast die Hälfte des Cäsium 137 in unseren Böden und belastet die Umwelt. Aber offensichtlich denkt heute fast niemand mehr daran, weil man es nicht sehen oder riechen kann, aber es ist da“, gibt Manfred Doppler zu bedenken.
„Ist es das wert?“
„Der Anteil der Atomenergie liegt heute bei marginalen zwei Prozent des Weltenergieverbrauches und kann daher auch keinen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Aber diese Technologie hat bei zwei Super-GAUs, vielen Fast-Katastrophen hunderttausende Opfer gefordert, mit dem Atommüll eine Erblast für hunderttausende Jahre geschaffen und die Geschichte ist nicht zu Ende. Für zwei Prozent der Energie! Ist es das wert?“, fragt sich Doppler.


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