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Vielfalt am Hof: Christbaum-Bäuerin Eva Weinzinger holt die schönsten Tannen aus dem Wald

Mag. Susanne Überegger, 08.12.2021 07:55

GRÜNBACH. Eine Bäuerin wollte Eva Weinzinger eigentlich nie werden, und doch hat es sollen sein – der Liebe wegen. Seit mehr als drei Jahrzehnten schupft die Lichtenauerin gemeinsam mit ihrem Mann Johann den „Weißengruber“-Hof. Die Standbeine des Betriebs sind Forstpflanzen, Christbäume und Milchvieh.

Eva Weinzinger ist Bäuerin am Weißengruber-Hof in Lichtenau. (Foto: sue)
Eva Weinzinger ist Bäuerin am Weißengruber-Hof in Lichtenau. (Foto: sue)

„Daheim in Gutau hatten wir ein Bauernhaus und eine ganz kleine Landwirtschaft. Gearbeitet habe ich als Kellnerin“, erzählt Eva Weinzinger. Als sie ihren Mann kennenlernte, stand mit einem Mal fest, dass doch eine Bäuerin aus ihr wird. „Was soll ich sagen, ich habe mich darauf eingelassen und es nicht bereut“, schmunzelt die heute 54-jährige Mutter von drei erwachsenen Kindern.

40 verschiedene Baumarten

Der Weißengruber-Hof in Lichtenau ist seit den 60er-Jahren für seine Forstpflanzenzucht weitum bekannt. Außerdem ist die Familie seit mehr als 20 Jahren mit Christbäumen im Geschäft. Im Stall stehen zudem 30 Milchkühe. „Unser Betrieb ist nach und nach gewachsen. Das Hauptstandbein ist die Forstpflanzenzucht mit 40 verschiedenen Baumarten. Abnehmer sind Waldbesitzer und Baumschulen“, sagt die Bäuerin. Die Weinziger’schen Christbäume wachsen auf insgesamt zwei Hektar Grund in St. Oswald, Leo­poldschlag und Freistadt.

1.000 Christbäume werden jedes Jahr geschlägert

Durchschnittlich mindestens zehn Jahre dauert es vom Sämling bis zu dem Zeitpunkt, an dem ein Christbaum gefällt werden kann. Bereits im Sommer werden die ausgewählte Bäume „angemascherlt“, also mit einer Schleife markiert. Ende November, Anfang Dezember ist Hochsaison am Hof. Gut 1.000 Christbäume wollen geschlägert werden. Je verkauftem Baum geht ein Euro an das Wiederaufforstungsprojekt „Klimabaum“. Sowohl Forstpflanzen als auch Christbäume möchten laufend gehegt und gepflegt werden. „Man muss das ganze Jahr über dahinter sein“, weiß Weinzinger.

Seminar- und Ortsbäuerin

Ihren Beruf möchte sie um nichts in der Welt gegen einen anderen eintauschen. „Als Bäuerin hat man zwar viel Arbeit, aber die kann man sich selbst einteilen. Außerdem hatte ich immer die Möglichkeit, Weiterbildungen zu machen, die mich interessiert haben“, sagt die ausgebildete Seminarbäuerin und Kräuterpädagogin, die seit drei Jahren Grünbacher Ortsbäuerin ist und seit Kurzem für die ÖVP im Gemeinderat sitzt. Die nächste Generation am Hof steht mit Sohn Thomas (23) übrigens schon in den Startlöchern.


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