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BEZIRK FREISTADT. Zum Sehnsuchtsort ist der ländliche Raum in der Corona-Krise geworden. Das bestätigt eine Studie im Auftrag des Österreichischen Gemeindebundes. Auswirkungen hat dieser Trend zum Landleben auch auf den Immobiliensektor: Der Markt für Häuser in der Region ist quasi leer, die Nachfrage wächst proportional mit dem Preis für die gefragten Objekte.

Weg aus der Enge der Stadt, hinaus aufs Land – der Preis von Wohnraum im Grünen ist zurzeit kaum mehr Kriterium. (Foto: kurhan/Shutterstock)

Dass der Trend weg vom Zentralraum anhält, bestätigt Gernot Gratzl von Remax Sky Immobilien Weberberger GmbH in Freistadt. „Die Nachfrage nach Wohnraum auf dem Land ist groß, die angebotenen Objekte sind preislich sehr hoch angesiedelt. Zugleich warten viele Haus-, Grundstücks- und Wohnungsbesitzer mit dem Verkauf, wenn sie nicht gerade aus finanziellen Gründen dazu gezwungen sind, denn auf der Bank gibt es derzeit kaum Zinsen für ihr Geld“, weiß Gratzl. Besonders Einfamilienhäuser seien derzeit stark nachgefragt.

Studie bestätigt Trend zum Landleben

Ein Trend, den die Studie von Demox Research im Auftrag des Gemeindebundes bestätigt. Den Wunsch nach Leben am Land/ im Grünen hat mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) geäußert (bei 30 Prozent ist dieser Wunsch etwas gestiegen, bei 26 Prozent deutlich).

Seit Lockdowns feststellbar

Dass es die Stadtbevölkerung aufs Land zieht, bemerkt auch Ronald Himmelbauer von Him Immobilien in Pregarten seit einiger Zeit verstärkt. „Dieser Trend hat mit Beginn der Lockdowns eingesetzt. Ein Häuserl in Alleinlage – das wollen viele Städter, aber das gibt es derzeit fast nicht mehr. Das Angebot an Bestandsimmobilien wie Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen ist extrem zurückgegangen.“ 2021 sei der Markt auf dem Immobiliensektor in diesem Bereich wie tot gewesen. „2022 geht es wieder aufwärts, Immobilien werden auch als Alternative zum Geld auf der Bank gesucht“, weiß Himmelbauer. Deren Preis sei momentan fast kein Kriterium: „Die Käufer sind bereit, mehr zu bezahlen. Denn die Bankzinsen sind verschwindend niedrig, zugleich werden Kredite mit jahrzehntelangen Laufzeiten vergeben“, so Ronald Himmelbauer weiter.

Krise hat Regionalisierung in allen Bereichen verstärkt

Allgemein hat sich der Trend zur Regionalisierung in der Krise enorm verstärkt. Laut Studie schätzen die Menschen am Land vor allem die Lebensqualität, den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Gemeinde und sehen einen verstärkten Trend zu regionalen Produkten und Produzenten. Der Trend dazu hat sich laut Studie für 28 Prozent der Befragten deutlich verstärkt, immerhin 45 Prozent meinen, er habe sich „etwas verstärkt“. Als Vorteil wird auch die Möglichkeit des verstärkten Arbeitens im Homeoffice sowie der Fortschritt durch die Digitalisierung gewertet. „Die Menschen kaufen beim Bauern und Bäcker vor Ort ein, sie wählen den Handwerker und Dienstleister vor Ort aus, sie schätzen die kurzen Wege und das Arbeiten von zuhause. Kurz gesagt: Der ländliche Raum ist in der Krise einfach wieder ein Sehnsuchtsort für die Menschen geworden“, sagt Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl.

Zur Umfrage im Detail: Die Umfrage von Demox Research wurde im Auftrag des Österreichischen Gemeindebundes im Zeitraum 15. bis 17. Dezember 2021 mit einer Stichprobe von 1.000 Teilnehmern online österreichweit durchgeführt. Der Österreichische Gemeindebund ist seit 1947 die kommunale Interessensvertretung von 2.082 der insgesamt 2.093 österreichischen Gemeinden und Städte auf Bundesebene und repräsentiert damit insgesamt rund 70 Prozent der österreichischen Bevölkerung. Weitere Informationen: www.demox-research.com

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