Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

Demografischer Wandel im Bezirk Freistadt – Generation 60Plus wächst

Mag. Michaela Maurer, 03.03.2026 14:01

BEZIRK FREISTADT. Bis 2050 soll der Anteil der über 60-Jährigen im Bezirk Freistadt von 29 auf 37 Prozent steigen. Der OÖ Seniorenbund sieht darin Herausforderungen, aber auch Chancen für eine aktive und engagierte Generation. 

Franz Ebner, Landesgeschäftsführer OÖ Seniorenbund, Erwin Pachner, Bezirksobmann OÖ Seniorenbund Freistadt, Josef Pühringer, Landesobmann OÖ Seniorenbund mit dem Team des OÖ Seniorenbund Bezirk Freistadt (Foto: ooesb.at)

Ein Blick auf die aktuellen Prognosen zeigt, dass die Generation 60+ in den kommenden Jahrzehnten stark wachsen wird. Während die Gesamtbevölkerung im Bezirk bis 2050 nur moderat zunimmt, steigt die Zahl der über 60-Jährigen im selben Zeitraum von 29 Prozent (2025) auf 37 Prozent im Jahr 2050 an. Diese Entwicklung bringt tiefgreifende Veränderungen mit sich – für Gesellschaft, Wirtschaft und Politik gleichermaßen.

Pflege und Gesundheit

Besonders deutlich werden die Folgen in den Bereichen Soziales, Pflege und Gesundheit spürbar sein. Doch auch Mobilität, Nahversorgung, Tourismus oder Wohnen werden sich an die Bedürfnisse einer älter werdenden Bevölkerung anpassen müssen. Gleichzeitig rücken Themen wie Altersdiskriminierung, das öffentliche Bild von Senioren sowie Einsamkeit stärker in den Fokus.

„Die Generation 60+ wächst stark. In Bereichen wie dem Ehrenamt bringt das Vorteile mit sich. Gleichzeitig sind die demografische Entwicklung und ihre Auswirkungen eine der großen Herausforderungen der nahen Zukunft. In Pflege, Gesundheitsversorgung oder sozialer Absicherung müssen jetzt die Weichen gestellt werden“, betonen Landesobmann Josef Pühringer und Landesgeschäftsführer Franz Ebner vom OÖ Seniorenbund. Ebenso wichtig seien Angebote, Aktivitäten und eine starke Interessensvertretung für diese Generation – eine Aufgabe, die der Seniorenbund klar für sich sieht. 

Starke Gemeinschaft im Bezirk

Dass der Seniorenbund im Bezirk Freistadt fest verankert ist, zeigen die aktuellen Zahlen: Im vergangenen Jahr konnten 296 neue Mitglieder gewonnen werden. Mit Stichtag 31. Jänner 2026 zählt der OÖ Seniorenbund im Bezirk Freistadt 5.850 Mitglieder in 28 Ortsgruppen. 

Beim jährlichen Neumitgliederwettbewerb wurden auch heuer wieder besonders erfolgreiche Ortsgruppen ausgezeichnet. In der absoluten Wertung lagen Tragwein (30 neue Mitglieder), Rainbach/M. (27) und Bad Zell (22) vorne. In der relativen Wertung – gemessen am Verhältnis zur bestehenden Mitgliederzahl – siegten Unterweitersdorf (15,19 Prozent), Tragwein (12,00 Prozent) und Pierbach (11,83 Prozent).

Vielfältiges Jahresprogramm 2026

Auch 2026 wartet im Bezirk Freistadt ein abwechslungsreiches Programm auf die Mitglieder. Bezirksobmann Erwin Pachner unterstreicht die Bedeutung des Gemeinschaftsgedankens: „Mit unseren vielfältigen Angeboten bringen wir die Menschen zusammen und schaffen ein lebendiges, starkes Miteinander. Gemeinschaft ist bei uns kein Schlagwort, sondern gelebte Praxis.“

Geplant sind unter anderem: Bezirks-Radtag in Liebenau am 26. Mai:, Bezirks-Wandertag am 11. Juni in Weitersfelden, Bezirks-Knitteln in Rainbach am 13. Juni, Bezirks-Minigolf am28. Juli in Pregarten, Bezirks-Kegeln in Unterweißenbach (Hirschalm) und Bezirks-Tarock in Wartberg am am 17. September 

70 Jahre OÖ Seniorenbund

2026 steht zudem im Zeichen eines besonderen Jubiläums. Der OÖ Seniorenbund feiert sein 70-jähriges Bestehen. Gegründet wurde er am 26. Juni 1956 von Josef Ratzenböck als „Österreichischer Rentnerbund – Landesgruppe Oberösterreich“. Anlass war die Einführung des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (ASVG).  Was als Beratungs- und Sprechtagsverein begann, entwickelte sich zur größten Seniorenorganisation des Landes mit mehr als 77.000 Mitgliedern. 

Anlässlich des Jubiläums wurde erstmals eine umfassende Festchronik unter dem Titel „Zukunft braucht Herkunft“ veröffentlicht. Chronist Ignaz Ömer zeichnet darin die Entwicklung von der Gründungsphase bis zur modernen Organisation nach. Ergänzt wird die Publikation durch eine Wanderausstellung, die im Laufe des Jahres in allen Bezirken – auch in Freistadt – Station machen wird.

Forderungspaket in Arbeit

Das Jubiläumsjahr soll aber nicht nur Rückblick, sondern auch Aufbruch sein. Zur Jahresmitte will der Seniorenbund ein umfassendes Forderungspaket präsentieren. Im Mittelpunkt stehen Pflege und Gesundheit, soziale Sicherheit, Digitalisierung, gesellschaftliche Teilhabe sowie die Anerkennung der Leistungen älterer Menschen.

Ein zentrales Anliegen ist ein neuer, realistischer Blick auf die „neuen Alten“: Viele Menschen über 60 sind heute aktiv, engagiert und selbstbewusst. Sie leisten einen bedeutenden Beitrag – als Ehrenamtliche, in der Familienbetreuung oder als Wirtschaftsfaktor. Dieses Engagement brauche mehr Wertschätzung und Sichtbarkeit.

Gleichzeitig spricht sich der Seniorenbund klar gegen Altersdiskriminierung aus – insbesondere im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung dürfe niemand zurückgelassen werden. Auch beim Thema Pflege sieht die Organisation dringenden Handlungsbedarf: Ausbau und Leistbarkeit von Kurzzeitpflege und Tagesbetreuung, Verbesserungen bei der 24-Stunden-Betreuung sowie eine freie Wahl des Alten- und Pflegeheims zählen zu den Kernforderungen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden