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Sonderfall Bezirk Freistadt: Müll-Bringsystem hat hohe Aktzeptanz

Mag. Claudia Greindl, 02.04.2026 15:54

BEZIRK FREISTADT. Das Abfallsystem im Bezirk Freistadt gilt als Sondermodell in OÖ und überzeugt durch hohe Akzeptanz, Kosteneffizienz und sehr gute Trennquoten. Haushalte bringen ihren Restabfall selbst zu den Altstoffsammelzentren, statt auf Hausabholung angewiesen zu sein.

Franz Xaver Hölzl, Bürgermeister von Weitersfelden und Obmann des Bezirksabfallverbandes (BAV), BAV-Geschäftsführer Bürgermeister von Pierbach Richard Freinschlag (v. l.) (Foto: Bernhard Leitner)

Als „gallisches Dorf“ wird das System mitunter bezeichnet. Freistadt ist der einzige Bezirk in OÖ, in dem der Restmüll nicht flächendeckend abgeholt wird. Stattdessen stehen 26 Altstoffsammelzentren zur Verfügung, die von rund 95 Prozent der Haushalte genutzt werden. Lediglich Kaltenberg nützt das Sammelzentrum in Unterweißenbach.

Aus Bevölkerung entstanden

Laut Bezirksabfallverbands-Ob-mann Franz Xaver Hölzl ist das Bringsystem eine Bottom-up-Entwicklung: „Es hat sich aus den Gemeinden heraus entwickelt und entspricht dem Wunsch der Bevölkerung. Die dichte und bürgernahe ASZ-Struktur ermöglicht es, Restmüll regelmäßig – etwa einmal wöchentlich – zu entsorgen, statt ihn wochenlang zu Hause zu lagern, Stichwort Windeln.“ Eine Restmüllabfuhr besteht dennoch in einzelnen Gemeinden: in Freistadt und Wartberg/Aist durch private Unternehmen, in allen anderen über die Bauhöfe.

Die Kosteneffizienz des Systems wurde durch den Landesrechnungshof bestätigt. Hölzl: „Wir gehen einen eigenen Weg, erzielen aber mindestens gleich gute Ergebnisse.“ BAV-Geschäftsstellenleiter Richard Freinschlag ergänzt: „Der Anteil von Rest- und Sperrmüll an der Gesamtabfallmenge liegt bei nur 17 Prozent. Damit liegt Freistadt oö-weit im Spitzenfeld.“ Das zeigt die hohe Trennmoral der Bevölkerung. Regelmäßige Evaluierung sorge dafür, dass das System ständig überprüft und bei Bedarf angepasst wird.

Mediale Kritik

Vor kurzem erschien in einem oö. Medium ein Bericht, der das Bringsystem als „kurios“ darstellte, weil es eine effizientere Abfallwirtschaft verhindern würde. Hölzl weist dies scharf zurück: „Das System funktioniert und wird von der Bevölkerung gut angenommen.“ Auch Freinschlag betont, dass das System nicht nur im Bezirk Freistadt, sondern teilweise auch von Bürgern angrenzender Bezirke genutzt wird. Zudem setzen andere Gemeinden ähnliche Bringsysteme auf Eigeninitiative um.

Bürgerfreundlich

Ein weiterer Vorteil liegt in der Flexibilität für die Haushalte: Wer aufgrund eingeschränkter Mobilität nicht selbst zum Sammelzentrum kommen kann, kann den Restabfall gegen eine Zusatzgebühr vom Bauhof abholen lassen.

„Das Modell ist nicht nur effizient und kostengünstig, sondern auch bürgernah und praktisch“, so Hölzl. Es spare Lagerzeit zu Hause und sorge für eine hohe Trennquote, was sowohl der Umwelt als auch der regionalen Abfallwirtschaft zugute kommt.

Zusammengefasst ist das Bringsystem im Bezirk Freistadt ein regionales Sondermodell mit hoher Akzeptanz und Effizienz. Rund 95 Prozent der Haushalte nutzen eines der 26 Altstoffsammelzentren, und der Anteil von Rest- und Sperrmüll an der Gesamtabfallmenge ist mit 17 Prozentan der Gesamtabfallmenge sehr niedrig. Prüfberichte und Evaluierungen bestätigen die Leistungsfähigkeit des Systems.


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