Ein Haus geht neue Wege
GALLNEUKIRCHEN. Die oberösterreichische Landessonderausstellung „hilfe. LebensRisken – LebensChancen“ im ehemaligen Diakonissenhaus Bethanien des Diakoniewerks in Gallneukirchen hat mit 2. November ihre Türen geschlossen. Jetzt wird mit Hochdruck an der Nachnutzung des Hauses als Ort sozialen Wirkens gearbeitet.

Mit der Erstaufführung der Reformationssymphonie von Felix Mendelssohn-Bartholdy in der evangelischen Christuskirche Gallneukirchen ist die Landessonderausstellung im Haus Bethanien zu Ende gegangen. „Die Darstellung der Geschichte der sozialen Sicherung in Österreich, von ihren Anfängen bis hin zur Ausformung der zwei sozialen Netze, wie wir sie heute kennen, hat den Besuchern die Bedeutung der sozialstaatlichen Errungenschaften bewusst gemacht und gezeigt, welche Chancen darin zur Abfederung oder Vermeidung von Risiken liegen. Und sie hat gezeigt, welche bedeutende, unverzichtbare Rolle Soziale Arbeit in unserer Gesellschaft einnimmt“, resümiert Christa Schrauf, Rektorin des Diakoniewerks. Zustände und Herausforderungen wie Armut, Krankheit, Behinderung oder Leben am Rand der Gesellschaft wurden mit einem interaktiven Zugang begreifbar, einfühlbar, verstehbar gemacht. Lange Zeit diente das Diakonissenhaus Bethanien als Heimat der Schwesternschaft der Diakonissen und der Diakonischen Schwestern, die als Pionierinnen der sozialen Arbeit gesehen werden können. In seiner über hundertjährigen wechselvollen Geschichte hat das Haus auch als Zuflucht für Flüchtlinge, als Notkrankenhaus oder Gästehaus gedient. Nach Umbau und Renovierung zog heuer nicht nur die Landessonderausstellung ins Haus ein. Gleich zu Beginn wurde auch das Café & Bistro Kowalski im Erdgeschoss des Haus Bethanien eröffnet, das integrative Arbeitsplätze für neun Menschen mit Behinderung bietet. Nach dem Ende der Ausstellung werden die übrigen Räume für die Nachnutzung vorbereitet. So werden Räume für Beschäftigungsangebote für Menschen mit Behinderung im Kunst- und Kulturbereich sowie eine Tagesbetreuung für Menschen mit Demenz und betreute Wohnungen für Senioren geschaffen. Weiters bietet das neue Haus auch Räume für die angrenzende Schule für Sozialbetreuungsberufe, die Diakonie Akademie, ein Archiv und ein kleines Museum. Ein Veranstaltungssaal und ein Andachtsraum ergänzen das Angebot. Das denkmalgeschützte Haus wird also auch in der Zukunft ein zentraler Ort sozialen Wirkens bleiben.


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