Silvia Champion: „Es geht um Kommunikation und nicht um Perfektion“
GALLNEUKIRCHEN. Silvia Champion unterrichtet in Gallneukirchen in ihrem Sprach-Atelier Englisch und Spanisch. Dabei setzt sie nicht die klassischen Methoden ein, um ihren Schülern die Sprachen näher zu bringen.

Seit Mitte Mai 2019 bietet Silvia Champion Sprachkurse in ihrem Atelier in Gallneukirchen an. So richtig losgegangen sei es aber erst im September, erzählt die freischaffende Künstlerin, die bis vor drei Jahren mit ihrer Familie in England gelebt hat. Heute gibt sie immer dienstags, mittwochs und donnerstags jeweils einen Vormittags- und einen Nachmittagskurs.Auf die Idee, ein eigenes Sprach-Atelier zu eröffnen, kam die Gallneukirchnerin nachdem sie ein Jahr in Linz in Auhof unterrichtet hat. Neben dem Unterrichten sei nämlich nur wenig Zeit für ihre Kunst geblieben.
So entwickelte sich die Idee ihres Ateliers, in dem sie heute ihre Kurse für Erwachsene anbietet. Wie bereits erwähnt, setzt Champion bei diesen aber nicht auf den klassischen Weg, auf dem man sonst eine Sprache lernt. „Bei mir sind es ganz kleine Gruppen, bis zu vier Personen. Es geht um Kommunikation und nicht um Perfektion. Ich habe einen starken Fokus auf das Sprechen. Es gibt keinen Grammatik-Unterricht in dem Sinn, sondern dieser fließt ein, wenn ich mir denke, dass jetzt eine Struktur gut wäre. Es findet in einem sehr persönlichen Rahmen – in meinem Atelier statt – aber auch in der Küche, im Esszimmer und im Wohnbereich. Je nach Thema. Nachdem es so kleine Gruppen sind, kann ich mich komplett auf die Teilnehmer einlassen.“ Jeder Workshop bestehe aus insgesamt zehn Kursen, die die Sprach-Expertin ganz auf die Bedürfnisse der Gruppe abstimmt.
Sprache im Alltag einbauen
Bei ihrem Unterricht lehnt sich Champion auch an die, von der deutschen Psychologin Vera Birkenbihl entwickelte, „Birkenbihl-Methode“ an. „Das heißt, ich arbeite ohne Buch. Wir haben einen Dialog – je nach Niveau. Ich schaue, dass die Gruppen ähnliches Niveau haben, dass das gut funktioniert. Sie bekommen einen Text, der wortwörtlich übersetzt ist. Den gehen wir durch. Das nennt sich dekodieren. Wir schauen, dass der Text und das Vokabular klar ist. Dann wird aktiv gehört. Das heißt, die Teilnehmer hören den Text in der Zielsprache und lesen in der dekodierten Sprache mit.“ In einem weiteren Schritt gehe es dann darum, die Sprache passiv zu hören. Gerade Letzteres sei laut der Fachfrau so wichtig, werde aber oft vernachlässigt. Außerdem lege Champion viel Wert darauf, dass ihre Schüler die Sprache in ihrem Alltag einbauen. „Ich sage den Leuten zum Beispiel, dass sie ihre Einkaufslisten in der Zielsprache schreiben sollen. Und dann bin ich zwischen den Kursen auch mit den Leuten in Kontakt. Ich schreibe ihnen Nachrichten in der Zielsprache und sie antworten mir – ganz kurz.“
Drei Schlüsselwörter
Bei ihren Workshops würden drei Schlüsselwörter klar im Vordergrund stehen: Freude, Entspanntsein und Relevanz. Es sei wichtig, dass die Teilnehmer gerne in den Kurs gehen und Freude daran haben. „Und dann entspannt sein - da kann ich die Rahmenbedingungen bilden. Es ist bei mir zuhause, es läuft immer ein bisschen Musik im Hintergrund, wir kochen auch manchmal. Ich mache auch technische Sachen, wenn es für die Gruppe passt. Es kommt immer darauf an.“ Betreffend dem Grundsatz der Relevanz sagt Champion weiters: „Und relevant muss es sein. Darum habe ich auch kein Buch, weil ich mir oft denke, dass da Sachen drinnen sind, die nicht relevant sind für die Leute. Und dann interessiert es auch keinen und dann merkt man sich das auch nicht.“


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