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Weil mit Humor das Aufeinander zugehen am schnellsten gelingt: Fredmansky und Diakoniewerk brechen Tabu

Martina Gahleitner, 24.02.2017 08:00

NEUFELDEN/GALLNEUKIRCHEN. Lustige Sachen werden am häufigsten auf Youtube angeklickt. Genau deshalb nahm die Neufeldner/Linzer Werbeagentur Fredmansky die Spendenkampagne für das Diakoniewerk auch von der heiteren Seite. Das Ergebnis: Jede Menge Witze, die Menschen mit Behinderung und ältere Menschen selbst erzählen und damit ihre eigenen Schwächen annehmen. Denn „Lachen hilft. Spenden auch“.  

  1 / 2   Kinder und Erwachsene mit Beeinträchtigung und ältere Menschen erzählen Witze über ihre eigenen Schwächen: Damit hat die Werbeagentur Fredmansky ein Tabu gebrochen. Foto: fredmansky

Witze über Menschen mit Beeinträchtigung erzählen - darf man das überhaupt? Diese Frage stand auch am Anfang aller Überlegungen. Die Betroffenen selbst nehmen ihre Lage durchaus mit Humor, wie die kreativen Köpfe von Fredmansky bei der gemeinsamen Arbeit schnell feststellten. „Es ist ein Wahnsinn, wie viel sie lachen können“, erinnert sich Magdalene Felgenhauer, die das Ganze konzipiert hat. „Das Wichtigste ist, dass die Leute darüber reden. Auch wenn vielleicht manche die Kampagne geschmacklos finden, sind das Diakoniewerk und das Thema Beeinträchtigung doch im Gespräch.“

Und genau darum geht es: Die Kampagne „Lachen hilft. Spenden auch.“ soll bewusst machen, wie wichtig solche Organisationen wie das Diakoniewerk in Gallneukirchen sind, und dass diese auch finanzielle Unterstützung brauchen.

Gemeinsam lachen tut gut

Genauso will sie aufzeigen, dass Inklusion im Alltag durchaus über Humor passieren kann. „Lachen ist wichtig, egal ob mit oder ohne Behinderung. Wer über sich selber nicht lachen kann, der tut mir leid“, sagt Theresa, die mit Trisomie 21 geboren wurde. Der neunjährige Thomas, der im Rollstuhl sitzt, hat auch gleich einen Witz parat: „Was denken Kannibalen, wenn sie einen Rollstuhlfahrer sehen? Essen auf Rädern“, erzählt er, und alle lachen herzhaft. „Behinderten-Witze gehören für mich dazu, weil Menschen mit Behinderung sind auch ganz normale Menschen“, sagt Peer-Berater Hannes, der auf den Rollstuhl und auf Assistenz angewiesen ist. Er sieht es eher als Ausgrenzung, wenn aus falscher Scham auf Humor  verzichtet wird.

Witz-Spenden beitragen

Zwei Tage lang wurde in Gallneukirchen gedreht und Witze gesammelt und aufgenommen. Die Beiträge sind auf www.lachenhilft.at zu sehen. Noch drei Wochen lang kann jeder seine eigene Witz-Spende leisten - oder auch eine Geldspende. Damit auch in Zukunft noch viel gemeinsam gelacht werden kann.

Übrigens: Warum verschwinden immer mehr Senioren spurlos im Internet? Sie haben auf 'alt' und 'entfernen' gedrückt.


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