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BEZIRK GMÜND. Nachdem im Sommer bekannt wurde, dass Tschechien plant das AKW Dukovany um zwei neue Atomreaktoren ausbauen zu wollen gab es großen Gegenwind aus dem ganzen Bundesland, aber vorallem auch aus dem Bezirk Gmünd. Umwelt-Landesrat Stephan Pernkopf (ÖVP) informierte nun dass die Betreiberfirma CEZ deshalb die Umweltverträglichkeitsprüfung beim tschechischen Umweltministerium beantragt habe und, dass man deshalb seitens des Landes Niederösterreich eine kritische Stellungnahme gegen diesen Ausbau verfasst habe. Darin habe man klar die Haltung dazu zum Ausdruck gebracht: „Die Ausbaupläne sind aufs Schärfste abzulehnen, denn die Atomkraft ist ein nicht beherrschbares Sicherheitsrisiko“, so Pernkopf

  1 / 3   V.l.: Christoph Urbanek, der NÖ Anti-Atomkoordinator, Umweltgemeinderätin Doris Polgar aus Breitenfurt und Umwelt-Landesrat Stephan Pernkopf präsentierten die Bilanz zur Stellungnahme zum UVP-Verfahren "Neue Kernkraftanlage am Standort Dukovany, Tschechien". Foto: NÖ Landespressedienst/Pfeiffer

„Unsere Nachbarn sollen sich ein Beispiel an uns nehmen“, betonte Landesrat Pernkopf, dass Niederösterreich 100 Prozent des Strombedarfs aus Erneuerbaren Energien abdecke. Politiker aller Parteien haben die Niederösterreicher aufgerufen, das Land bei seiner Kritik bezüglich des Ausbaus des AKW Dukovany zu unterstützen, das Ergebnis sei „überwältigend“: „Aus dem ganzen Land sind tausende Unterschriften eingelangt - aus allen Landesteilen, aus allen Gemeinden, von allen politischen Fraktionen, von Vereinen, Pfarren, Betrieben und Wirtshäusern und von tausenden Niederösterreichern.“

Als Beispiele hob er Großschönau mit 460 Unterschriften bei 1.200 Einwohnern, Pillichsdorf im Weinviertel mit 200 Unterschriften bei 1.100 Einwohnern, Ertl im Mostviertel mit 150 Unterschriften bei 1.200 Einwohnern hervor.

„Insgesamt haben unsere Stellungnahme 63.680 Menschen unterschrieben. Das ist ein klares Bekenntnis gegen die Atomkraft“, betonte Pernkopf, dass es so ein Engagement in dieser Form in nur drei Wochen noch nie gegeben habe. Er bedankte sich bei allen Bürgermeistern, allen Umweltgemeinderäten, allen Jugendgemeinderäten sowie allen Zivilschutzbeauftragten. Er sagte Danke „an die Pfarren, die Unterschriften am Pfarrfest gesammelt haben, an die Wirte, die die Liste in den Gasthäusern aufgelegt haben, an die Privatpersonen, die die Initiative in Eigenregie unterstützt haben und auch an die tausenden Personen, die via Sozialer Medien unterstützt haben“.

63.680 Unterschriften seien „ein klares Signal für die Europäische Energiewende“ und „ein klarer Auftrag, Druck nach Tschechien zu machen“, informierte der Landesrat, dass die Unterschriften in den letzten Stunden von der zuständigen Fachabteilung protokolliert und an die tschechische Behörde weitergeleitet werden. Pernkopf habe dem tschechischen Umweltminister Richard Brabec bereits einen Brief mit der Bitte um einen Termin geschickt. Sein Appell: „Tschechien muss die Ausbaupläne überdenken und die Energiewende einleiten.“ Seitens des Landes Niederösterreich helfe man gerne dabei.

Als nächste Schritte nannte Pernkopf, dass man sich auf die fachlich sehr fundierte Stellungnahme im UVP-Verfahren „klare fachliche Antworten auf unsere Sicherheitsbedenken“ erwarte. 63.680 Unterschriften seien „ein politisch beeindruckendes Statement“. Als aktuell Vorsitzender der Landesumweltreferentenkonferenz hat er dazu auch einen einstimmigen Beschluss aller österreichischen Umweltlandesräte herbeigeführt, wonach jene europäischen Länder, die weiter auf die Atomkraft setzen, keine EU-Regionalfördermittel mehr erhalten sollen. „Hier ist die Bundesregierung mit Bundeskanzler Kern an der Spitze gefordert, Druck zu machen“, so Pernkopf.


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