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AGRANA präsentiert neu entwickelten Bio-Kunststoff aus thermoplastischer Stärke

Olivia Lentschig, 13.12.2018 12:43

GMÜND. AGRANA gibt die Markteinführung ihres Bio-Kunststoffes AGENACOMP® bekannt. Aus 50 Prozent thermoplastischer Stärke und einem biologisch abbaubaren Polyester entsteht ein Bio-Kunststoff-Compound, der zu 100 % im Hauskompost abbaubar ist. „Erstmals gibt es für den Bio-Kunststoffmarkt ein Produkt mit einem so hohen Stärkeanteil (marktüblich sind lediglich rund 25%), das eine vollständige Heim-Kompostierbarkeit ermöglicht. Die TÜV-zertifizierten Kompostierungstests ergaben eine 100 %-ige Verrottung ohne Mikroplastik-Rückstände“, erläutert AGRANA Generaldirektor Johann Marihart. Die Anwendungsbereiche von AGRANAs neu entwickeltem Bio-Kunststoff-Compound sind vielfältig und reichen von der Eignung als Knotenbeutel für Obst und Gemüse, in stärkerer Ausführung als Trage-Einkaufstasche bis hin zur Verwendung als Verpackungs-Folie.  

Logo: AGRANA
Logo: AGRANA

Biologisch abbaubare Kunststoffe nicht immer kompostierbar

Unter die Begriffe „biologisch abbaubar“ und „kompostierbar“ fallen sowohl Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen (Bio-Kunststoffe) als auch einige erdölbasierte Materialien. Allerdings sind nicht alle biologisch abbaubaren Biokunststoffe zwangsläufig auch kompostierbar. Kritiker stoßen sich besonders am schwammigen Begriff „biologisch abbaubar“, weil die für diese Klassifizierung entsprechenden internationalen Richtlinien (OECD 301 und OECD 302) ohne Vorgaben für den Zeitraum der Abbaubarkeit sind. Zurück bleiben oft verunsicherte Verbraucher, die die Eignung mancher Bioplastikprodukte für den Bio-Müll nicht erkennen können. 

Bei der Kompostierbarkeit muss zwischen „heim-kompostierbar“ und der industriellen Kompostierung unterschieden werden. „Zweifellos hat die Heim-Kompostierbarkeit eine besondere Güte. Selbst zu kompostieren ist ein Beitrag zur Abfallvermeidung, da die Bioabfälle weder im Restmüll landen, noch über die Bio-Tonne separat abtransportiert und industriell entsorgt werden müssen. Immerhin rund ein Drittel der Abfälle aus Haushalten sind Bioabfälle,“ betont Marihart. 

Marihart: „Jede Chance zur Reduktion von Plastikmüll nutzen“

Die Heim-Kompostierbarkeit muss als wichtiges Qualitätskriterium viel stärker bei Bio-Kunststoffen ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. „Andere Länder wie Italien und Frankreich zeigen es vor und gehen hier sogar den Weg gesetzlicher Regelungen durch eine zwingend vorgeschriebene Eignung von Plastiksäcken für den Heimkompost. Diese Vorgabe wäre EU-weit wünschenswert,“ so Marihart. „Jedes Jahr wird die Umwelt in Österreich mit 5.000 Tonnen Plastikmüll verschmutzt.  Angesichts des enormen Plastikmüllproblems müssen wir jede sinnvolle Maßnahme zum Gegensteuern ergreifen. Denken wir auch daran, dass biobasierte Kunststoffe zur Reduzierung der Treibhausgase beitragen, da sie aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden,“ appelliert Marihart im Hinblick auf die derzeitige Weltklima-Konferenz in Katowice und begrüßt die Initiative der österreichischen Bundesregierung, ab 2020 herkömmliche Plastiktaschen zu verbieten.

Spezialitätenstrategie 

Im Bereich Stärke hat sich AGRANA mit drei Standorten in Österreich und je einem Stärke-Produktionsstandort in Ungarn und Rumänien neben dem Commodity-Geschäft als Spezialist für individuelle Stärkeanwendungen für die weiterverarbeitende Industrie positioniert. Neben der Entwicklung von thermoplastischen Stärken für die Produktion von Bio-Kunststoffen liegt ein weiterer Fokus auf Clean Label Stärken, die nicht chemisch modifiziert sind. Das Unternehmen hat eine führende Rolle bei Bio-Stärken und GVO-freien Stärken für die Lebensmittelindustrie.

Multitalent Stärke

Stärke kommt in fast allen Bereichen der Lebensmittelindustrie – beispielsweise in Back- und Süßwaren, bei Milcherzeugnissen oder bei der Herstellung von Wurstwaren zum Einsatz, oder auch in sogenannten Kartoffeldauerprodukten wie Püree oder Kartoffelteigmischungen. Auch für Babynahrung wird die sehr gut verträgliche Stärke verwendet. Im Non-Food-Bereich zählt vor allem die Papierindustrie sowie die papierverarbeitende Industrie (z.B. Wellpappe) zu den Stärke-Abnehmern. Weiters wird Stärke in der Textilindustrie (Appreturen, Kleber für Textilbahnen), in der bauchemischen Industrie (Farbpasten, Baustoffe), in pharmazeutischen Produkten (Tabletten) sowie in Kosmetika (Babypuder, Rouge, Cremen) eingesetzt.


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