Ja zum Waldviertel - Nein zur Autobahn

Hits: 1287
Olivia Lentschig Olivia Lentschig, Tips Redaktion, 20.09.2019 09:00 Uhr

WALDVIERTEL. Die im nördlichen Waldviertel geplante Transitautobahn von Hollabrunn über Gmünd nach Freistadt droht als Teil des „Transeuropäischen Netzes“(TEN) massiven Güterverkehr in die weitgehend unzerstörte Region zu bringen. In Zeiten der Klimakrise und der steigenden Bodenversiegelung ist eine Betonschneise durch die Landschaft ökologischer Wahnsinn. Auch wirtschaftlich bringt die Schneise für die regionale Wirtschaft mehr Nachteile als Vorteile.

Plattformen wie „Lebenswertes Waldviertel“ sowie das „Verkehrs-und Regionalforum Waldviertel“ und auch „Pro Franz-Josefs-Bahn“ schlagen Alarm: Nach der aktuell laufenden „Strategischen Prüfung“ durch Land und Bund droht der Bau der Autobahn in das Bundesstraßengesetz aufgenommen zu werden. Dann wären in der grundsätzlichen Sache alle Rechtsmittel ausgeschöpft. Die europäischen Klimaziele zur Eindämmung der Treibhausgase stehen jedoch über den Interessen des „Transeuropäischen Netzes“(TEN). Dazu meint Bernhard Schneider, Experte für regionale Entwicklungsprojekte: Der Plan ist nicht in Einklang mit den völkerrechtlichen Verpflichtungen des Klimaschutzes („Paris-Ziele“) zu bringen, die einen deutlichen und dauerhaften Rückgang der Treibhausgasemission vor allem im Verkehrsbereich erfordern.

Natur- und Umweltschutz, Tourismus

Zusammenhängende Waldgebiete und ökologisch wertvolle Wildtierkorridore werden durch eine LKW Transit-Autobahn (Europaspange) zerstört. Laut einer aktuell durchgeführte Umfrage bei über 900 Waldviertel-Urlaubern lehnen 88 % der Befragten eine Autobahn im Waldviertel ab. Gerade der sanfte Tourismus und Gesundheitstourismus sichert steigende Besucherzahlen und bietet der Region eine Zukunftsperspektive.

Stellungnahme der Politik

Anläßlich der Nationalratswahl wurden alle Parteien von der Plattform „Verkehrswende“ um Stellungnahme zur Waldviertel Transitautobahn gebeten. Die Grünen und die Neos sprechen sich klar gegen den Bau der Autobahn aus, die SPÖ betont den Ausbau der Schiene und Verlagerung des Güterverkehrs auf Schiene. Die FPÖ „setzt sich bereits seit Jahrzehnten für die Errichtung einer Waldviertel-Autobahn ein“ und die ÖVP meint, „die Errichtung der Waldviertler Autobahn ist vor allem ein lokales und regionales Thema“.

Daher: Die Milliarden, die eine Autobahn kostet, können im Waldviertel für Bildung, Klimaschutz, Energieautarkie, schnelle Bahnanbindung, Datenautobahn und Förderung von Gewerbe und Bio-Landwirtschaft viel besser und nachhaltiger eingesetzt werden.

Artikel weiterempfehlen:

Kommentare

  1. Helga K
    Helga K22.10.2019 21:09 Uhr

    Nein zur WV Autobahn - Eine gute Sache! Nein zur unsinns A-Bahn!

Kommentar verfassen



Kreative Kids: Langegger Maibaum heuer in gezeichneter Form

LANGEGG. Aufgrund der Corona-Krise wurde auch in Langegg kein Maibaum aufgestellt. Auf Initiative von SP-Gemeinderätin Sabine Zibusch-Lavicka haben die Kinder einen Maibaum gemalt und gebastelt.  ...

Vom LebensTraum zum LebensRaum mit echter Waldviertler Qualität

HEIDENREICHSTEIN. Seit der Gründung befindet sich die Baufirma Talkner in Familienbesitz. Tradition, aber auch Innovation gepaart mit Waldviertler Qualität zeichnen das Bauunternehmen aus. Geschäftsführer ...

Wahl zur neuen KEM-Managerin fiel auf Technikerin Marianne Pollak

GMÜND. Durch den Wechsel von Ansbert Sturm als Lehrer an die HTL Karlstein, musste die Stelle als Klima- und Energiemodellregion Thayaland (KEM)-Manger neu ausgeschrieben werden. Insgesamt zehn Bewerber ...

Gmünder Strandbad samt Kiosk bald geöffnet

GMÜND. Ab Freitag, 29. Mai 2020 hat das Gmünder Strandbad sowie der Strandbadkiosk wieder für die Öffentlichkeit geöffnet. Die aushängenden Vorsichtsmaßnahmen sowie ...

Jochen Flicker steht nun an Spitze der Sparte Gewerbe und Handwerk der Wirtschaftskammer Niederösterreich

BEZIRK GMÜND. Der Wirtschaftsbund Niederösterreich nominiert den 41-jährigen Unternehmer aus dem Bezirk Gmünd zum neuen Spartenobmann in der WKNÖ. Er übernimmt diese ...

Temposünder im Gemeindegebiet mit 166 km/h erwischt

ST. MARTIN/WEITRA. Am 20.05.2020 gegen 20.40 Uhr führte eine Streife der Polizeiinspektion Bad Großpertholz auf der LB 41 im Gemeindegebiet von St. Martin Geschwindigkeitsmessungen mittels Laserpistole ...

Bau des Trinkwasserhochbehälters Illmanns voll im Gange

ILLMANNS. Der Bau des Trinkwasserbehälters in Illmanns in der Gemeinde Reingers sichert die Trinkwasserversorgung von ca. 12.000 Einwohnern im nördlichen Waldviertel. 

Schremser Läufer bei der Virtuellen Challenge

SCHREMS.Eine Vorarlberger Agentur machte die Not der abgesagten Läufe zur Tugendund veranstaltete einen virtuellen Wettkampf, wo ganz Österreich für sich alleine und doch gemeinsam laufen ...