Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

GMUNDEN/BAD GOISERN/VORCHDORF. „Viel zu früh und zu indifferenziert“, „eine Diskriminierung von Schülern  und Eltern“ – die Reaktion der NMS-Direktoren und Elternvertreter im Bezirk auf die Studie zur neuen Mittelschule und die Berichterstattung fällt ziemlich harsch aus.

Die erste Studie zur Umsetzung des Neuen Mittelschul-Konzeptes führt zu heißen Diskussionen.
Die erste Studie zur Umsetzung des Neuen Mittelschul-Konzeptes führt zu heißen Diskussionen.
 Der Evaluationsbericht des Unterrichtsministeriums bescheinigt der „Neuen Mittelschule“ eine „verbesserte Schul- und Lebensumwelt“, kommt aber auch zum Ergebnis, dass das NMS-Konzept nur „unzureichend“ umgesetzt wurde und sich erhoffte Leistungssteigerungen nicht erfüllt hätten. Die NMS-Direktoren ärgert die undifferenzierte mediale Verbreitung der Ergebnisse. “Lehrer und Schüler ärgern sich, weil sie sich diskriminiert fühlen“, sagt zum Beispiel Roman Herbst, Direktor der NMS Gmunden-Stadt. Nach seinen Erfahrungen hätte die Umstellung auf das NMS-Konzept immense Verbesserungen gebracht: So seien durch das Öffnen der Schulen zu Eltern und Firmen nun Projekte möglich, die es vorher nicht gegeben hat. Der Unterschied zwischen Mädchen und Buben sei ebenso zurückgegangen wie jener zwischen Kindern mit Migrationshintergrund und jenen ohne. „Es wird nun verstärkt auf persönliche Interessen und Begabungen Rücksicht genommen, was vorher in diesem Ausmaß nicht möglich war“, so Herbst. Durch das „Teamteaching“ werde auch Teamfähigkeit vorgelebt. „Ein Schüler hat gesagt: Ich finde zwei Lehrer super, weil ich nicht einem ausgeliefert bin. Und beide müssen sich über die Note einigen.“   „Auswertung kommt viel zu früh“ “Die Auswertungen erfolgen viel zu früh. Eine derartige Schulumstellung erfordert zwei durchgängige Zyklen, um überhaupt Aussagen treffen zu können“, meint Günter Gschwendtner, NMS-Direktor in Bad Goisern. „Wir haben sehr hart an der Umsetzung gearbeitet und viel an Zeit, Methodik und Didaktik investiert. Aber wenn dann versprochene Stunden gekürzt werden, ist das wie wenn in einem Spiel die Regeln geändert werden und man sich dann wundert, dass ein anderes Ergebnis herauskommt.“   Verunsicherung als Folge “Wir als aktive Eltern können die Kritikpunkte in den Medien absolut nicht nachvollziehen und am wenigsten von Personen, deren Infos aus dritter Hand stammen“, meint der Elternverein Neue Mittelschule Vorchdorf. Ihre Schule hätte eine Vorreiterrolle mit dem Willen zur Weiterentwicklung eingenommen und die „äußerst motivierten und aktiven“ Lehrer hätten sämtliche Ausbildungsstufen durchlaufen, um einen optimalen Unterricht zu bieten. In Schnupperstunden informiert die ortsansässige Wirtschaft über Lehrberufe und Möglichkeit der dualen Ausbildung. „Nach Abschluss unserer innovativen und kreativen Schule stehen unseren Kindern, mit den zusätzlichen Klassenausrichtungen Musik, Energie, Sport und Polytechnische Schule, alle Ausbildungsmöglichkeiten vom Lehrberuf bis zur HTL offen“, betonen die Elternvertreter, die auch den Zeitpunkt der Studienveröffentlichung nicht verstehen. Sie würde nur die Schulpartner verunsichern: „Das Pilotprojekt „Bildungscampus Vorchdorf“ befindet sich in der heißen Phase. Es ist die optimale Verbindung zwischen Schule und Wirtschaft und in Zeiten fehlender Fachkräfte eine absolute Notwendigkeit“, so die Vorchdorfer Eltern.

Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden