Müllpfeile aufgestellt: "Die Moral der Leute ist teilweise beschämend"
BEZIRK GMUNDEN. Was man zuhause nie tun würde – beim Autofahren ist es für manche offenbar kein Problem: Müll wird einfach beim Fenster hinausgeworfen. Auch heuer machen gelbe Pfeile wieder auf das Problem aufmerksam, bei vielen allerdings vergeblich.

Die gelben „Müllpfeile“ wurden vor zwei Jahren erstmals in Kirchham aufgestellt, um zu zeigen, wie viel Müll entlang der Straßen liegt. Mittlerweile gibt es sie in tausendfacher Ausführung, und sie „wandern“ im Frühling durch mehrere Gemeinden – meist im Zuge der jährlichen Flurreinigungsaktionen.
Müll gefährdet auch Tiere
Doch sogar dieses drastische Zeichen wird von vielen Menschen ignoriert, erzählt Fritz Steindl, Obmann des Bezirksabfallverbandes und VP-Bürgermeister von Gschwandt, wo die Pfeile derzeit aufgestellt sind: „Die Moral der Leute ist teilweise beschämend.“ Vielen sei auch nicht bewusst, dass es bei dem Problem nicht „nur“ um die Schönheit der Landschaft geht, sondern der Müll auch zu schweren Problemen führt: So können Metall- und Plastikteile im Gras ins Futter von Wild oder Nutztieren geraten und dort auch zu tödlichen Verletzungen führen.
Tonnenweise Müll
Wie groß das Problem ist, zeigen Zahlen von Alois Lüftinger, der für die Straßenmeisterei im Norden des Bezirks verantwortlich ist: Seine Mitarbeiter sammeln jeden Frühling auf 200 Straßenkilometern vier Wochen lang Müll ein. Alleine sie finden tonnenweise achtlos Weggeworfenes, darunter etwa 500 PET-Flaschen, die ansonsten in den Mähwerken landen würden. Aber auch rund 2000 Glasflaschen fallen seinen Mitarbeitern in die Hände, ebenso wie zahllose Verpackungen von Fast-Food-Ketten, so Lüftinger.
Aus seiner Sicht wäre ein Pfandsystem auch für PET-Flaschen eine Lösung: „In Deutschland scheint das System zu funktionieren.“ Eine Anregung, der auch die Bezirksabfallverbände etwas abgewinnen können, wie Fritz Steindl betont. Er hofft, dass die Pfeile dennoch bei so manchem zu einem Umdenken führen: „Sie sollen sich einbrennen und wachrütteln. Wir haben so ein schönes Umfeld – da sollten wir keinen Müll in unseren Lebensraum werfen.“


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