Verdoppelung der Fahrgastzahlen, es gibt aber "noch Luft nach oben"
GMUNDEN/GSCHWANDT/KIRCHHAM/VORCHDORF. Rund ein Jahr ist die Durchbindung der Traunseetram in Betrieb. Im Tips-Gespräch zieht Stern & Hafferl Verkehr-Geschäftsführer Günter Neumann eine positive Bilanz.

Für Aufregung sorgte unlängst ein Medienbericht, in dem eine „nicht zufriedenstellende“ Auslastung der Traunseetram beklagt wurde. Bürgermeister Stefan Krapf, damit konfrontiert, sprach sich als Gegenmaßnahme für günstigere Tickets aus und betonte: „Die Preise legt der Verkehrsverbund fest. Wir sind diesbezüglich bereits in Kontakt!“ Dem stimmt Stern-Geschäftsführer Günter Neumann zu: „Niedrigere Ticketpreise sind natürlich immer vorteilhaft.“
„Massiver Anstieg bei den Fahrgastzahlen“
Was er jedoch nicht so stehen lassen will, sind die kolportierten Auslastungsprobleme: Im Vergleich mit dem Stand 2014 – dem Jahr der ersten Bahnverlängerung auf den Klosterplatz – habe sich die Zahl der Reisenden massiv gesteigert: „Eigentlich ist das sensationell: Die Tram transportiert heute doppelt so viele Menschen wie damals Straßenbahn und Traunseebahn zusammen.“ Die Durchbindung im Vorjahr brachte dabei einen weiteren großen Sprung: So wurden im heurigen August 68.460 Fahrgäste gezählt (2014: rund 26.000) – inklusive Lichterfest und Mondscheinbummel, aber ferienbedingt ohne Schülertransporte, wie Neumann herausstreicht.
„Sehen noch Potenzial“
Grundsätzlich sieht aber auch er noch Luft nach oben: So sollen künftig vermehrt Pendler von an der Bahn liegenden Unternehmen für die Tram gewonnen werden, auch das Angebot für Ausflugsgruppen werde man weiter ausbauen, so Neumann. Insgesamt sei es für eine Bilanz aber noch zu früh: „Verkehrsplaner betonen immer wieder, dass ein Projekt wie die Durchbindung einen Entwicklungszeitraum von drei bis fünf Jahren braucht – das muss man abwarten.“ Die kontinuierliche Steigerung auch bei den Wochen- und Monatskarten spreche jedoch eine deutliche Sprache.
„Gestalterische Gründe“ für fehlendes Haltestellen-Dach
Dem immer wieder gehörten Wunsch nach Ticketautomaten bei den Haltestellen steht Neumann positiv gegenüber. Dies liege jedoch nicht im Bereich des Unternehmens. „Wir haben aber Vorverkaufsstellen im SEP und in der Bürgerservicestelle am Graben sowie am Vorchdorfer Bahnhof und im Gemeindeamt Kirchham, die sehr gut angenommen werden. Seit Kurzem gibt es dort auch Tageskarten im Vorverkauf“, betont Günter Neumann.
Ebenfalls oft zu hören, vor allem bei Regenwetter, sind Forderungen nach einer überdachten Haltestelle am Rathausplatz. Die aktuelle Lösung hat laut Bürgermeister Stefan Krapf „gestalterische Gründe“, die man aber auch überdenken könne, so Krapf.


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