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PINSDORF. Seit der 50 Millionen Euro teuren Modernisierung des Zementwerks Hatschek im Vorjahr reißen die Beschwerden über Geruchs-, Lärm- und zuletzt auch Erschütterungsbelästigungen nicht ab. Nun setzt der Bürgerbeirat anwaltliche Schritte.

Seit über einem Jahr klagen Bürger über Gestank, Staub und Lärm. Foto: Tóth
Seit über einem Jahr klagen Bürger über Gestank, Staub und Lärm. Foto: Tóth

Die Beschwerden über die Geruchsbelästigungen begannen kurz nachdem das zum Rohrdorfer-Konzern gehörige Zementwerk nach der Modernisierung im Frühling 2019 wieder in Betrieb ging. Nachdem Gespräche zu keiner Verbesserung führten, kam es zur Gründung eines Bürgerbeirats. In diesem sind Bürger der betroffenen Gemeinden Pinsdorf, Gmunden, Altmünster und Ohlsdorf vertreten, ebenso die Bürgermeister und Umweltausschuss-Obleute.

„Vereinbarung aus 1996 muss eingehalten werden“

Da nun, über ein Jahr nach Beginn der Probleme, die Belästigung weiter andauert, habe man ein anwaltliches Aufforderungsschreiben an die Unternehmensleitung geschickt, wie Wolfgang List, als Anwalt des Bürgerbeirats, in einer Pressekonferenz mit Bürgervertretern, Fachexperten und den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden erklärte.

Gefordert wird die Einhaltung einer im Jahr 1996 zwischen Hatschek und den betroffenen Gemeinden getroffenen Vereinbarung. Demnach müsse das Zementwerk die „beste verfügbare Technik zur Minimierung der Luftschadstoffimmissionen“ einsetzen. Dies sei heute eine RTO-Anlage zur Abgasverbrennung. Zudem wird gefordert, den Gemeinden umweltbezogene Daten zu übermitteln, Kunststoffimporte aus dem Ausland zu unterlassen und schalldämmende Maßnahmen einzusetzen – alles ebenfalls Teil der Vereinbarung aus 1996.

Sollte nicht bis 14. August eine Erklärung von Rohrdorfer erfolgen, in der die Erfüllung sämtlicher Punkte bestätigt wird, findet – getreu der Vereinbarung aus 1996 – ein zweimonatiges Schlichtungsverfahren statt. Danach stehe jeder Vertragspartei die Anrufung eines ordentlichen Gerichtes offen, so Wolfgang List, „Ich gehe aber guten Mutes davon aus, dass sich Hatschek an die Vereinbarung hält und mit uns für die Bürger eine gute Lösung sucht.“

Rohrdorfer „ob der Vehemz“ der Anschuldigungen überrascht

Das Zementwerk Hatschek hat angekündigt, die Unterlagen in den kommenden Tagen „ordentlich prüfen“ zu wollen. In einer schriftlichen Stellungnahme an die APA heißt es, man sei „ob der Vehemenz“ der Anschuldigungen überrascht und finde es „ausgesprochen bedauerlich, dass die Bürgermeister und Bürgermeisterinnen ohne konkreten Dialog mit dem Unternehmen diesen Schritt in die Öffentlichkeit setzen.“


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