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GMUNDEN. Moore sind wichtige Klimaschützer. Die Österreichischen Bundesforste (ÖbF) setzen daher auf Renaturierung – zuletzt beim Laudachmoor.

Spundwände im Laudachmoor: Sie verlangsamen den Abfluss des Regenwassers, damit das Torfmoos wieder nachwachsen kann. Foto: ÖbF

„Moore zählen weltweit zu den am meisten gefährdeten Lebensräumen“, sagt ÖBf-Vorstand Rudolf Freidhager. Auch hierzulande existieren nur mehr knapp 10 Prozent der einstigen Moorlandschaften. Für den Torfabbau oder um Äcker, Wiesen und Weideflächen zu schaffen sind viele Moore in den letzten Jahrhunderten trockengelegt worden.

Ökosystem im Laudachmoor wieder hergestellt

Die Bundesforste haben ihre insgesamt 474 Moore – ein Drittel der heimischen Moorgebiete – bereits vor Jahrzehnten freiwillig unter Schutz gestellt. In dieser Zeit wurden knapp 40 dieser Moorflächen renaturiert, darunter die Torfstube bei Gosau.

Nun waren – mit Unterstützung durch das Land OÖ und das EU-Programm „Ländliche Entwicklung“ – das Laudachmoor am Fuße des Traunsteins und das Wildmoos bei Mondsee an der Reihe. Um den Abfluss von Regenwasser zu verlangsamen, wurden in den letzten zwei Jahren 150 kleine Dämme aus Lärchenholz, sogenannte Spundwände, errichtet. Damit steigt der Wasserspiegel wieder an und die wohl wichtigste Pflanze des Moores, das Torfmoos, kann nachwachsen. Zudem wurden die Moorflächen aufgelichtet und von zu dicht wachsenden Bergkiefern befreit.

Unglaubliche Artenvielfalt

Bei den Arbeiten in den Mooren wurden auch seltene Tier- und Pflanzenarten gefunden: etwa die Sumpf-Piraten, eine anspruchsvollen und hochgradig gefährdete Wolfspinne, oder die höchst seltene Moorameise, eine Überlebende der letzten Eiszeit oder der Riesen-Pillenkäfer. Aber auch die stark gefährdete Moor-Birke, die Drachenwurz, besser bekannt als Calla, oder die Kleinfrüchtige Moosbeere gelten als wertvolle Funde.

Zwerg-Birke wurde „wiederentdeckt“

Für eine gelungene Überraschung sorgte die sensationelle Wiederentdeckung der Zwerg-Birke im Laudachmoor. Sie galt in Oberösterreich bereits als ausgestorben. Von ebenso großer wissenschaftlicher Bedeutung ist der Erstnachweis des Moorgallertbechers. Diese äußerst seltene Pilzart ernährt sich ausschließlich von Torfmoosen und wurde insgesamt erst zweimal vorher in Österreich gesichtet. Ein weiterer Erstfund in Oberösterreich gelang für die Moor-Walzenzikade, deren Wirtspflanze das Scheiden-Wollgras ist.

Moore als Klimaschützer

„Moore spielen in Zeiten des Klimawandels auch als CO2-Speicher eine sehr wichtige Rolle“, betont Rudolf Freidhager. Ein Hektar intaktes Moor nimmt jährlich rund eine Tonne CO2 aus der Atmosphäre auf, das ist etwa so viel wie auf einem Flug von Wien nach New York pro Person verbraucht wird. Weltweit bedecken Moore nur drei Prozent der Erdoberfläche, speichern dabei aber rund 30 Prozent des erdgebundenen Kohlenstoffs. Auch als Wasserspeicher erfüllen Moore eine wichtige Funktion: Sie können wie ein Schwamm große Mengen aufnehmen und so Wetterextreme wie Starkregen abfedern.

Neues Kreativheft

Um schon Kinder spielerisch über den gefährdeten Lebensraum Moor zu informieren, veröffentlichten die Bundesforste ein Kinder-Heft mit Ausmalbildern, Stickern und Rätseln. Es kann unter www.bundesforste.at/publikationen kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden.


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