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BAD ISCHL. Die Eröffnung der Salinen-Hauptbibliothek und des Salinen-Archivs machen die Stadt in Bezug auf die Geschichte des Salzkammergutes zum Zentrum der ganzen Region. 

Foto: Alexsander Savel
Foto: Alexsander Savel

Die Bücher und Dokumente der Bibliothek (Grubenkarten, Bilder, Archivalien usw.) können von Forschern benützt werden und tragen so zur inneren Stärkung der Region bei. Wie bedeutend dieses Salinenarchiv ist, beweist die Tatsache, dass es zumindest im deutschsprachigen Raum, aber vermutlich auch weltweit keine ähnliche Fachbibliothek gibt, die sich mit der Geschichte des weißen Goldes beschäftigt. Natürlich ist das Salzkammergut mit dem ältesten Salzbergwerk der Welt, das noch in Betrieb ist (Hallstatt), prädestiniert für solch ein Archiv. Dass es dieses aber gibt, ist einer Reihe von glücklichen Umständen zu verdanken.

Als zum Beispiel das Salzbergwerk in Hall in Tirol von den Salinen aufgelassen wurde, kamen sehr viele Dokumente nach Bad Ischl in die Generaldirektion und nicht nach Wien. Ähnlich war es auch bei den anderen Bergwerken wie Altaussee, Hallstatt, Bad Ischl oder Hallein. Wertvolle Dokumente wurden von verantwortungsbewussten Salinendirektoren und Fachkräften aufbewahrt. Zuerst nur am Dachboden der Generaldirektion in der Bad Ischler Wirerstraße, später in geeigneten Räumen. Hauptverantwortlich für die Aufstellung der Bibliothek war damals der Bergingenieur und Höhlenforscher Hofrat Othmar Schauberger, der auch Fachbeiträge schrieb und Bücher veröffentlichte. Später übernahmen Hofrat Günther Hattinger und der Salinenkassier Gustav Loidl diese Arbeit und führten die Bibliothek, die inzwischen unter Denkmalschutz (Schutz laut Haager Kulturgüterschutzkonvention 1954) gestellt wurde, weiter.

Im Museum wurde die Bibliothek zwischengelagert

Als in 2008 die Generaldirektion in Bad Ischl verkauft wurde, wusste man vorerst nicht wohin mit der wertvollen Bibliothek. Nun nahm sich der Konzern- und Anlagenbuchhalter der Salinen Austria, Thomas Nussbaumer der Sache an und sorgte dafür, dass mit der Stadtgemeinde Bad Ischl ein Vertrag ausgehandelt wurde, die das Verbleiben der Bibliothek in Bad Ischl sicherstellte. Zuerst war geplant, in Lauffen im Gemeindehaus ein Salinenarchiv zu installieren, doch diese Idee zerschlug sich aus Kostengründen. Die mehr als 100 Kartons wurden im Museum der Stadt Bad Ischl zwischengelagert und die Kustodin Maria Sams stellte dazu freundlicherweise einen Raum zur Verfügung. Als dann von der Stadtgemeinde Bad Ischl das sogenannte Lehárstöckl saniert wurde, fand man im ersten Stock die idealen Räume für das Archiv, das nun auf etwa 125 Quadratmetern genügend Platz findet.

Kulturehrenzeichen für den Hauptverantwortlichen

Sowohl bei der Erstellung des Vertrages als auch bei der Übersiedlung und Aufstellung der Bibliothek in den neuen Räumen, war Thomas Nussbaumer unermüdlich und ohne Bezahlung im Einsatz. Somit ist er der Hauptverantwortliche dafür, dass nun dieses Archiv einen geeigneten Platz im Stadtzentrum von Bad Ischl gefunden hat. Für die Durchführung der Umbauarbeiten war Architekt Franz Federspiel aus Bad Ischl verantwortlich.

Am Dienstag, 14. September, wurde nun das Archiv offiziell eröffnet. Bürgermeisterin Ines Schiller sprach über die Bedeutung dieses Schatzes und die Aufwertung, die Bad Ischl dadurch erfährt. Die Stadtgemeinde ist Leihnehmer des Archivs. Und Vorstandsdirektor Kurt Thomanek gab ebenfalls seiner Freude Ausdruck, dass dieses Archiv nicht nur eine wichtige Dokumentation der Salinengeschichte ist, sondern auch optisch ein Schmuckstück geworden ist. Zur Überraschung aller Gäste, verlieh Bürgermeisterin Ines Schiller dem Hauptverantwortlichen Thomas Nussbaumer das Kulturehrenzeichen der Stadt Bad Ischl. Bereits vor einem Jahr hatte Nussbaumer vom Land Oberösterreich die Goldene Kulturmedaille verliehen bekommen und zwar für die Transkription der wichtigen Salinengeschichte von Anton Dicklberger.

Das Salinenarchiv wird nun von Thomas Nussbaumer und den beiden Helfern Hans Kranabitl (er ist Montanist und Lehrer an der Fachschule in Hallein) und Alexander Savel, dem Herausgeber des „Traunspiegels“, geführt. Die Öffnungszeiten sind vorläufig (jeweils an einem Freitag) am 1.und 22. Oktober, 12. November, 3. und 17. Dezember. Für Forscher wird empfohlen, sich vorher anzumelden, damit entsprechende Unterlagen vorbereitet werden können: e-mail: thomas.nussbaumer@drei.at 


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