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SALZKAMMERGUT. Hoch über Gmunden und am Ostufer des Attersees ermöglichen zwei Sternwarten faszinierende Einblicke in das Weltall. Ehrenamtliche Astronomen engagieren sich seit Jahrzehnten für Forschung, Beobachtung und Wissensvermittlung und öffnen regelmäßig ihre Türen für Schulen und Interessierte.

Peter Petz ist seit 2010 bei der Sternwarte Gmunden aktiv. (Foto: Peter Petz)
  1 / 2   Peter Petz ist seit 2010 bei der Sternwarte Gmunden aktiv. (Foto: Peter Petz)

Die Sternwarte Gmunden geht auf ein Konzept aus dem Jahr 1948 zurück. Professor Hans Eisner initiierte sie als eine der ersten Privatsternwarten nach dem Krieg. 1949 wurde sie auf den Überresten eines alten Pulverturms am Kalvarienberg im Norden von Gmunden errichtet. Die historische Bausubstanz prägt das Erscheinungsbild bis heute. In der unteren Etage befindet sich eine kleine Ausstellung mit astronomischen Grundlagen, Modellen und Schautafeln. Darüber liegt der Kuppelraum mit einem Durchmesser von vier Metern, in dem ein computergesteuertes Spiegelteleskop installiert ist. Seit 1951 werden dort regelmäßig öffentliche Führungen angeboten. Der Führungsbetrieb richtet sich sowohl an Schulklassen als auch an erwachsene Besucher. Organisiert sind die Engagierten im Verein Auriga Traunseeastronomie. Drei bis vier Hobbyastronomen halten derzeit den laufenden Betrieb aufrecht.

Sternwarte Gahberg

Die Sternwarte Gahberg liegt am östlichen Ufer des Attersees in der Gemeinde Weyregg und gilt als einer der bedeutendsten astronomischen Standorte im Salzkammergut. Nach der Gründung des Astronomischen Arbeitskreises Salzkammergut im Jahr 1980 wurde 1982 eine Beobachtungsstation auf dem Gahberg errichtet. Die Höhenlage bietet besonders gute Bedingungen für Himmelsbeobachtungen. Der Arbeitskreis zählt aktuell 860 Mitglieder, 46 davon bilden den Vorstand und zugleich den aktiven Kern. Sie führen öffentliche Führungen durch, engagieren sich in der Jugendarbeit und widmen sich intensiv der Astrofotografie. Auch wissenschaftliche Dokumentationen gehören zum Tätigkeitsfeld.

Technik und Beobachtungen

In beiden Sternwarten stehen mehrere Teleskope und technische Anlagen zur Verfügung. In Gmunden befindet sich ein großes Instrument im Turm. Weitere Stationen befinden sich im Freigelände, die parallel genutzt werden können. 2025 wurde zusätzlich ein Radioteleskop aktiviert, mit dem Signale aus dem All empfangen werden. Auch am Gahberg gibt es ein großes Teleskop in der Hauptkuppel sowie mehrere Außenstationen, die flexible Beobachtungen ermöglichen.

Beobachtet werden tagsüber mit speziellen Filtern gefahrlos Sonnenaktivitäten wie Sonnenflecken, nachts Sterne, Galaxien und Planeten. Im vergangenen Winter standen die häufigen Polarlichterscheinungen im Mittelpunkt, die auch im Salzkammergut sichtbar waren. Ebenso wurden Sternbilder wie der Orion sowie Planeten, allen voran der Jupiter, intensiv beobachtet. Ein kommendes Ereignis wirft bereits seine Schatten voraus: Am Mittwoch, 12. August, wird eine Sonnenfinsternis in Österreich rund 80 Prozent der Sonnenscheibe bedecken und soll an beiden Standorten begleitet werden.

Menschen mit Leidenschaft

Wichtig sind vor allem die Menschen, die sich bei den Sternwarten engagieren. So zum Beispiel Peter Petz, Jahrgang 1960. Petz ist seit 2010 in der Sternwarte Gmunden aktiv. Der Pensionist erwarb sein Wissen im Selbststudium sowie durch Mitgliedschaften in den Sternwarten Gmunden und Gahberg. Seine Motivation beschreibt er mit großer Himmelsleidenschaft und der Freude, sein Wissen weiterzugeben. Er ist im Führungsbetrieb tätig und engagiert sich als Astrofotograf.

Auch Erwin Filimon, Jahrgang 1959, ist aktiver Hobbyastronom. Filimon steht seit 1986 als Obmann an der Spitze des Astronomischen Arbeitskreises Salzkammergut. Auch er ist Pensionist und teilt die Begeisterung für den Nachthimmel. Neben der Astrofotografie liegt ihm die Vermittlung astronomischer Inhalte besonders am Herzen. Viele Besucher erleben bei seinen Führungen erstmals einen Blick durch ein Teleskop.

Öffentliche Führungen und Location für Heiratsanträge

Zu den Neuerungen in Gmunden zählt eine Meteordetektionsanlage mit optischer Kamera, die den Himmel laufend nach Sternschnuppen absucht. Im April 2026 starten wieder öffentliche Führungen, die bei klarem Himmel nach Ende der Dämmerung stattfinden. Zusätzlich können Führungen für Schulklassen und private Gruppen vereinbart werden. Selbst ein Heiratsantrag fand bereits unter der Kuppel der Sternwarte statt.


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