Gmundner ÖVP will, dass Stadt leerstehende Immobilien anmietet
Gmunden. Die Traunseestadt kämpft vermehrt mit freistehenden Handelsflächen in der Innenstadt. Dem „schleichenden“ Frequenzrückgang im Stadtzentrum will die ÖVP nun mit einem zehn Punkte umfassenden Impulsprogramm entgegenwirken.

Zwei Gründe sind für sie maßgeblich für Leerflächen in der Innenstadt ausschlaggebend: Einerseits wollen Hauseigentümer keine Mieter mehr in ihrer Immobilie, da sie diese erst kostenintensiv für eine Vermietung adaptieren müssten, andererseits ist ihnen der administrative Aufwand bei ständig wechselnden Mietern zu hoch.
Überhöhte Mietpreise und Baufälligkeit als Hindernis
Zudem hätten Hauseigentümer Mietvorstellungen, die oft über den ortsüblichen realistischen Mietpreisen liegen. „Viele Hauseigentümer leben außerdem gar nicht in Gmunden und haben deshalb kein gesteigertes Interesse, Geld in die Substanz ihrer Altstadtimmobilien zu „stecken“, so Bürgermeister Stefan Krapf.
Nun soll die Stadt als „Mieter“ von Innenstadtimmobilien auftreten, Mieter für einen „gesunden“ Branchenmix suchen und die Innenstadtimmobilien dann „untervermieten“. Grundvoraussetzung sei, dass einerseits die Hauseigentümer ihre Immobilien sanieren, um eine Vermietung überhaupt zu ermöglichen. Andererseits müssen die Hauseigentümer auch bei ihren Mietpreisvorstellungen ein Umdenken herbeiführen und so der Stadtgemeinde mit ortsüblichen Quadratmeterpreisen ein „fairer“ Partner sein.
Neuer Immobilien-Kataster als Ausgangspunkt
Die intensiven Kontakte zwischen Stadtgemeinde, Innenstadtwirtschaft und Hauseigentümern während der Bauphase für die Stadt-Regio-Tram soll genutzt werden, um über jede Innenstadtimmobilie einen Kataster anzulegen. Dieser soll über momentane und künftige Verwendung, Eigentumsverhältnisse und Flächenausmaß und vieles andere mehr, Auskunft geben und die Grundlage für die weitere Entwicklung der Innenstadt bieten.
Bürgermeister Krapf und die ÖVP hoffen, dass mit diesem Impulsprogramm das Interesse für einen Handels- oder kleinen Gewerbebetrieb in der Innenstadt gesteigert werden kann und damit die Innenstadt eine Belebung erfährt.
Im Vorjahr hatte die Stadtgemeinde Unternehmen ein Gründungspaket angeboten, wenn diese sich in der Zentrumszone ansiedeln würden. „Diese Maßnahme hat schon einiges Positive in der Innenstadt bewegt. Aber – es ist dies noch nicht der Weisheit letzter Schluss“, so Bürgermeister Krapf.


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