AK Gmunden erkämpft im ersten Halbjahr fast 1,4 Millionen Euro
GMUNDEN. Die AK Gmunden musste im ersten Halbjahr 2017 wieder mehrmals für ihre Mitglieder, denen ihre Arbeitgeber Geld vorenthalten hatten, vor Gericht gehen.

„Immer wieder erhalten Arbeitnehmer nicht das, was ihnen finanziell für die geleistete Arbeit zu steht. In vielen Fällen verhilft ihnen erst die Arbeiterkammer zu ihrem Geld“, sagt AK-Bezirksstellenleiter Martin Kamrat zur Halbjahresbilanz. 233.824 Euro mussten vor Gericht erstritten werden. 96.341 Euro brachten außergerichtliche Interventionen herein. Dazu kommen rund 1,04 Millionen Euro an sozialrechtlichen Ansprüchen, die AK-Rechtsexperten für Arbeitnehmer aus dem Bezirk durchsetzten. Zudem suchten 779 AK-Mitglieder im ersten Halbjahr Rat, das ist gegenüber 2016 eine Steigerung von 34 Prozent.
Unterentlohnung und Krankenstand als Dauerthemen
Sowohl Unterentlohnung als auch die Auflösung von Arbeitsverhältnissen im Krankenstand selbst nach vielen Dienstjahren sind immer wieder Themen bei den Beratungsgesprächen. In einem kürzlich abgeschlossen Fall ging es um beides. Die AK musste gleich mehrmals bei einem Arbeitgeber intervenieren, bis dieser einem langjährigen Mitarbeiter seine offenen Ansprüche korrekt auszahlte.
22 Jahre lang war der Mann bei der Firma als Kraftfahrer beschäftigt. Nachdem er im letzten Jahr öfter in den Krankenstand gehen musste, wurde er laufend von der Firma schikaniert und erklärte sich letztlich zu einer einvernehmlichen Auflösung des Dienstverhältnisses bereit. Sowohl die Abfertigung als auch die Urlaubsersatzleistung, die die Firma „errechnete“, waren aber viel zu niedrig.
3.263 Euro Nachzahlung
Die AK Gmunden forderte die Firma auf, die korrekten Beträge zu überweisen. Daraufhin bot die die Firma eine Nachzahlung von rund 2000 Euro an. Immer noch deutlich zu wenig, stellte die AK fest und forderte daher das Unternehmen erneut auf, nach den Grundlagen des Gesetzes abzurechnen. Erst dann lenkte die Firma ein und zahlte dem Mann die ihm zustehenden 3263 Euro nach.


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