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BEZIRK GMUNDEN. Woher kommen die Einnahmen einer Gemeinde? Wofür werden die Steuergelder verwendet? Wie hat sich der Finanzhaushalt in den letzten Jahren entwickelt? Einen detaillierten Einblick in diese Zahlen erhält man auf dem Finanzportal www.gemeindefinanzen.at, wo die Gemeindehaushalte transparent dargestellt werden. Tips warf einen genaueren Blick auf die Gemeindefinanzen im Bezirk Gmunden.

Symbolbild: Wodicka
Symbolbild: Wodicka

Auf die Gemeinden warten im neuen Jahr viele finanzielle Herausforderungen, nicht zuletzt durch das neue Modell der Gemeindefinanzierung. Das Gemeindefinanzportal ermöglicht jedem Interessierten Einblicke in die Finanzdaten jeder Gemeinde. „Die Haushalte aller Gemeinden sind damit bis in viele Details einsehbar und vergleichbar“, erklärt Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl. „Die Menschen haben ein Recht darauf, zu wissen, wofür die Gemeinde das ihr anvertraute Steuergeld ausgibt.“

Ein Blick auf die Zahlen für den Bezirk Gmunden

Die 20 Gemeinden des Bezirks Gmunden verfügten im Jahr 2016 – aus diesem Jahr stammen die aktuellsten Daten – über Gesamteinnahmen in Höhe von 310 Millionen Euro, der größte Anteil kam aus Ertragsanteilen, gefolgt von eigenen Steuern. Bei den Ausgaben von 320 Millionen Euro entfällt der Hauptanteil auf Dienstleistungen, gefolgt vom Bereich Unterricht, Erziehung, Sport und Wissenschaft. Der Gesamtschuldenstand betrug Ende 2016 190 Millionen Euro.

Große Unterschiede zwischen den Gemeinden

Betrachtet man die Gemeinden im einzelnen, so gibt es zwischen den Gemeinden große Unterschiede: Hallstatt weist mit 5309 Euro die größte Pro-Kopf-Verschuldung auf, gefolgt von Grünau, Roitham, Scharnstein und Altmünster. Wesentlich weniger – nämlich ein knappes Zehntel der Zahl von Hallstatt – beträgt mit 517 Euro die Pro-Kopf-Verschuldung von Traunkirchen. Auch Pinsdorf und Kirchham liegen unter dem Wert von 1000 Euro.

Hallstatt: „Ausgaben stehen Einnahmen gegenüber“

Hallstatts Bürgermeister Alexander Scheutz schlüsselt die auf den ersten Blick dramatisch wirkenden Zahlen für seine Gemeinde auf: Die 760 Einwohner-Gemeinde habe aktuell (2017) etwas weniger als vier Millionen Euro Schulden. „Davon entfallen 3,8 Millionen auf Wohnbauförderungen für Gemeindewohnungen, das vom Land geforderte „zweite Standbein“ für die Wasserversorgung inklusive Tiefenbohrung und Investitionen in die Abwasserversorgung über den Reinhalteverband – das sind alles Ausgaben, denen auch Einnahmen gegenüber stehen.“ Lediglich 150.000 Euro seien „richtige Darlehen“, dieser Betrag enthalte jedoch auch die Kosten für die Volksschul-Sanierung, die im Lauf dieses Jahres vom Land ausfinanziert werde.

„Was wirklich erfreulich ist: Laut dem Voranschlag für das kommende Jahr sind wir nach Jahren erstmals keine Abgangsgemeinde mehr.“

Traunkirchen: „Haben sparsam gewirtschaftet“

„Wir haben in den letzten Jahren einfach sparsam gewirtschaftet“, erklärt Traunkirchens Bürgermeister Christoph Schragl den niedrigen Schuldenstand. Durch dringende Infrastrukturprojekte – vom Kanalnetz über die Wasserversorgung bis zum Straßennetz – werde die Verschuldung in den nächsten Jahren zwar ansteigen, „ich gehe aber davon aus, dass wir auch dann noch im unteren Bereich bleiben.“

Ebenso wie der Bürgermeister von Hallstatt freut sich auch Schragl darüber, dass seine Gemeinde schon bald den Status einer „Abgangsgemeinde“ hinter sich lassen kann: „Wir hatten in den letzten zwei Jahren Überschüsse, und heuer ist auch der Voranschlag erstmals positiv. Man kann also sagen, wir haben den „Turnaround“ geschafft.“


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