Anrainergemeinden legen sich für Zukunft der Almtalbahn ins Zeug
ALMTAL. Der Erhalt der Almtalbahn ist derzeit nur mehr für eineinhalb Jahre gesichert. Die Bahn-Anrainergemeinden haben sich nun zur ARGE „Zukunftsfahrplan Almtalbahn“ zusammengeschlossen, um die Weichen für einen sinnvollen Erhalt ihrer Mobilitätsader zu stellen.

Der Verkehrsdienstevertrag zwischen Land und den ÖBB läuft Ende 2019 aus. Was danach mit der Almtalbahn geschieht, ist ungewiss, eine Einstellung steht im Raum. Von Seiten der ÖBB verweist Sprecher Karl Leitner eine entsprechende Anfrage an den „Auftraggeber“, die ÖBB stünden jedenfalls bereit für Beauftragungen. Im Büro des zuständigen Landesrates Günther Steinkellner (FP) betont man, die Erhaltung der Nebenbahnen habe „oberste Priorität“, es gebe jedoch nur einen begrenzten finanziellen Spielraum. Da zeitgleich mit Oberösterreich auch in anderen Bundesländern Verkehrsdienstverträge auslaufen, sieht man sich in einer „taktisch guten Lage“, so Steinkellners Pressereferent Marco Sterk.
Widerstand gegen drohende Einstellung
Während also die Verhandlungen laufen, regt sich in den Gemeinden entlang der Bahnstrecke schon seit längerem Widerstand gegen eine möglicherweise drohende Einstellung. So steht die Online-Petition „Retten wir die Almtalbahn“ derzeit bei knapp 6300 Unterstützern, von einer Übernahme der Strecke durch das Unternehmen „Stern und Hafferl“ bis zu einer „Schnellbahn“ auf der Strecke von Wels bis Vorchdorf wurden schon verschiedenste Ideen gewälzt.
ARGE „Zukunftsfahrplan Almtalbahn“
Konkrete Pläne und Vorschläge will nun die ARGE „Zukunftsfahrplan Almtalbahn“ machen: Unter diesem Namen haben sich vor wenigen Wochen die Bürgermeister sämtlicher Bahn-Anrainergemeinden zusammengeschlossen – inklusive Steinbach am Ziehberg, dessen öffentlicher Verkehr direkt an die Almtalbahn andockt. Mit Unterstützung aus den drei LEADER-Regionen Traunsteinregion (Bezirk Gmunden), Traunviertler Voralpenland (Bezirk Kirchdorf) und LEWEL (Bezirk Wels) soll in den nächsten Monaten ein Konzept erarbeitet werden, wie die Zukunft der Bahn gesichert werden kann.
Unterstützung holt man sich bei der Agentur Terra Cognita, einem technischen Büro, das unter anderem an der Entwicklung des Salzburger Landesmobilitätskonzepts beteiligt war.
„Man muss das Ganze größer denken“
Dass sich für einen Erhalt der Bahn vieles ändern müsste, steht für Sigrid Grubmair, VP-Vizebürgermeisterin in Pettenbach und Sprecherin der ARGE „Zukunftsfahrplan Almtalbahn“, außer Frage, wie sie anhand eines Beispiels schildert: „Eine Kollegin von mir ist mit der Bahn nach Wels gefahren und wollte weiter in Richtung Salzburg: Die Almtalbahn ist genau zwei Minuten nach der Abfahrt des Zuges angekommen. Eine gewisse Wartezeit nimmt jeder in Kauf – aber es wäre eigentlich richtig, wenn sich der Plan der Regionalbahn an den Plänen der Hauptstrecke orientiert.“
Vorbild Vintschgerbahn
Wichtig sei vor allem, die Bahn nicht isoliert zu betrachten: „Man muss das Ganze größer denken und die Region mit einbeziehen“, betont sie mit Verweis auf das Positiv-Beispiel Vintschgerbahn. Eine Almtal-Delegation besuchte vor wenigen Monaten diese 60 Kilometer lange Bahnstrecke in Südtirol. Diese wurde – 15 Jahre nach ihrer Einstellung – im Jahr 2005 erfolgreich wiederbelebt. Eine solche „Wiederbelebung“ sei aber teuer – daher wolle sie alles daran setzen, die Strecke zu erhalten, so Grubmair.
Neben Verbesserungen in der Infrastruktur brauche es dazu aber jedenfalls eine Taktung, damit die Passagiere sich auf regelmäßige Abfahrtszeiten verlassen können. Weitere Ideen wären „belebte“ Bahnhöfe – etwa, durch Cafés, aber auch durch eine Einbindung von Vereinen.
„Auch für den Tourismus wichtig“
Auch der Almtaler Tourismusdirektor Stefan Schimpl setzt auf den Erhalt der Almtalstrecke: „Wir sind zwar nicht in der ARGE vertreten – das sind nur die Gemeinden – aber die Bahn ist für den Tourismus sehr wichtig. Viele Gäste, vor allem aus den Städten, reisen schon heute öffentlich an – und das müsste man ausbauen. Wir haben hier leider immer noch das Problem der „letzten Meile“. Aber auch hier gibt es mit dem Wandertaxi in Grünau schon gute Ansätze, die man weiter ausbauen könnte“. Auch Schimpl betont – mit Verweis auf das Beispiel Vintschgerbahn – die Bedeutung einer umfassenden Verkehrsplanung: „Dort gibt es zum Beispiel ein landesweit einheitliches Ticket-System, was die Sache nicht nur für Touristen wesentlich leichter und attraktiver macht.“


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18.04.2019 08:09
Almtalbahn
Ich wohne neben der Almtalbahn und sehe sie mehrmals täglich vorbeifahren. Etwa 90% der Zeit fährt diese Bahn OHNE Fahrgäste - völlig leer!! Also bitte, diese Geldverschwendung ist ein Wahnsinn, vor allem wenn man betrachtet, dass es hier in Thalheim /Schauersberg /Steinhaus etc. KEINEN entsprechenden Rad-oder Fußweg gibt!! Das wäre bedeutend wichtiger, als diese leere Bahn weiter zu betreiben.