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GMUNDEN. Christoph Tanzer war vor einiger Zeit bei der AK-Jugendnetzwerktagung in Gmunden zu Gast. Der AK-Bildungsexperte weiß, was in Zeiten der Digitalisierung beim Berufseinstieg zu beachten ist.

AK-Bildungsexperte Christoph Tanzer Foto: AK Niederösterreich / Mario Scheichel
AK-Bildungsexperte Christoph Tanzer Foto: AK Niederösterreich / Mario Scheichel

Ein fundiertes fachliches Verständnis und Basisqualifikationen wie sinnerfassendes Lesen, einwandfreie Rechtschreibung und (Kopf-)Rechnen bleiben weiterhin die Basis für einen beruflichen Erfolg. “Überfachliche Kompetenzen“wie Planungs- und Organisationsfähigkeit, Kooperations- und Kommunikationsfähigkeiten, Online-Kompetenzen und Fremdsprachen werden jedoch auch im Berufsalltag immer wichtiger, erklärt AK-Bildungsexperte Christoph Tanzer.

Nicht jeder muss zum Computer-Nerd werden

Was im Speziellen gefragt sei, hänge von der jeweiligen Tätigkeit ab: „Keinesfalls kann die Rede davon sein, dass alle Jugendlichen Computer-Nerds sein müssen, um in der Arbeitswelt von morgen bestehen zu können. Zwar nimmt die Bandbreite an Jobs zu, die umfangreiche, vertiefende IT-Kompetenzen voraussetzen. Allerdings wird es auch in Zukunft Betätigungsfelder geben, wo reine Anwenderkenntnisse genügen“, beruhigt Tanzer.

Dabei wird es unter anderem ausreichen, ein Touchscreen bedienen, Mircosoft-Office-Programme zweckmäßig verwenden und/oder dienstliche E-Mails mit Anhang versenden zu können. 

„In diesem Zusammenhang gibt es künftig nur ein No-Go: Gar keine Online-Kompetenzen mitzubringen, die über Whatsapp, Instagram, FIFA 18, Minecraft & Co. hinausgehen“, ist der AK-Bildungsexperte überzeugt. Sein Tipp: „Probiert in eurer Freizeit möglichst viel Neues aus – sowohl in der digitalen als auch in der analogen Welt!“

Ehrenamtliches Engagement als Jobfaktor

Hinsichtlich der Aneignung von Sozialkompetenzen empfiehlt Tanzer, sich über den Ausbildungsalltag hinaus freiwillig zu engagieren. Ob als Klassensprecher, als ehrenamtlicher Mitarbeiter bei einer Sozialeinrichtung oder als Vorstandsmitglied eines Jugendvereins: Jede dieser Tätigkeiten biete die Chance, seine organisatorischen, planerischen und/oder sozialen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und zu verbessern. Zudem zeuge Freiwilligenarbeit auch von freiwilliger Verantwortungsübernahme. „Viele Personalverantwortliche schauen bei Bewerbungen deshalb gezielt darauf, was die- oder derjenige neben Schule, Uni oder Lehre bisher an zusätzlichen Arbeitserfahrungen angesammelt hat“, erklärt Tanzer.

Erfahrungen sammeln und offen bleiben

Ein weiterer Rat des Bildungsexperten an junge Menschen: Ein längerer Auslandsaufenthalt, am besten ohne Verwandte, Bekannte oder Freunde: „Dies führt nicht nur zu einer deutlichen Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse. Es kommt auch zu einer Rundum-Stärkung der eigenen Persönlichkeit. Sich in der Fremde durchschlagen zu müssen bedeutet tagtäglich Neues zu lernen, improvisieren zu müssen, sich ein Beziehungsnetz aufzubauen, Fehler zu machen, auf Unverständnis zu stoßen und vieles mehr. Das sind alles wertvolle Erfahrungen, die bestens auf die digitalisierte Arbeitswelt mit all ihren Erfordernissen und Ungewissheiten vorbereiten.“

„Reinbeißen“ macht sich bezahlt

Auch wenn im Hinblick auf die Digitalisierung vieles als unsicher erscheint, so ist laut Tanzer eines sicher: „Bildung und lebenslanges Lernen werden noch wichtiger als bisher. So sinkt beispielsweise das Risiko, von einem Roboter ersetzt zu werden, im Allgemeinen mit steigendem Bildungsniveau. Ganz besonders schwer haben es Personen ohne Berufsausbildung. Es macht sich deshalb im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt, wenn Jugendliche reinbeißen, durchhalten, lernen und eine Ausbildung abschließen“, so Tanzer abschließend.


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