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GMUNDEN. Das künftige Seeviertel, Tempo 40 im Stadtgebiet, die Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine: Tips sprach mit Bürgermeister Stefan Krapf über aktuelle Themen.

Bürgermeister Stefan Krapf (Foto: Gemeinde)
Bürgermeister Stefan Krapf (Foto: Gemeinde)

Tips:Zum geplanten Seeviertel gibt es auch Befürchtungen – Stichwort Luxuswohnungen. Gibt es diese Gefahr?

Bürgermeister Stefan Krapf: Es ist ein Fakt, dass wir in Gmunden zu wenig Nächtigungsmöglichkeiten haben. Wir haben Rückmeldungen von Kongressveranstaltern, aus der Kultur, von Unternehmen und anderen, dass Gmunden mehr Betten braucht. Zweitens entsteht an der Schiffslände ein modernes, florierendes Stadtviertel mit maximal 25 Prozent Zweitwohnsitzen – keine „Luxuswohnungen“. Es sind Handels- und Dienstleistungsbetriebe, Gastronomie und mehr geplant. Projektbetreiber Soravia hat gute Referenzen und plant nach modernsten und ökologischen Gesichtspunkten, mit ausreichenden Grünflächen und offenem Raum. Das ist ja auch in deren Interesse, eine hohe Lebensqualität zu schaffen, einen Raum, wo man sich gerne aufhält. Drittens zeigt eine Studie: Auch die Innenstadt und die dort angesiedelten Unternehmen werden enorm profitieren, es geht nicht um Konkurrenz, sondern um eine befruchtende Wirkung. Gmunden braucht dieses Projekt für seine Entwicklung – alles andere wäre Stillstand.

Tips:Ebenfalls für Diskussionen sorgt der neue 40er in der Innenstadt. Warum diese Tempobeschränkung?

Krapf: Ausgangspunkt waren Rückmeldungen von Bürgern aus allen Stadtgebieten, dass sie unter der Verkehrssituation leiden. Wir sehen auch in anderen Städten einen Trend zu niedrigeren Tempolimits. Wir haben daher in einem zweiten Schritt die Expertise von Helmut Koch von komobile, einem bekannten Verkehrsplaner, eingeholt. Darauf basierend gab es dann die politische Entscheidung. Das war ein sehr fruchtbarer Prozess und ein Entscheidungsmodell, das mir gut gefällt. Zum Tempolimit selbst: Es dient auch der Verkehrsberuhigung und der Verkehrssicherheit – die meisten Unfälle passieren in der 50er-Zone. Zudem ist die Temporeduktion auch ökologisch sinnvoll. Natürlich wollen Autofahrer schnell durchfahren – aber vielleicht kann man sich auch einen Schritt zurücknehmen und an die Interessen der Anrainer denken.

Tips:Gmunden engagiert sich in der Ukraine-Hilfe. Was ist hier bereits geschehen?

Krapf: Für mich ist das sehr wichtig, dass wir hier auch auf kommunaler Ebene helfen. Das Gesicht einer Stadt zeigt sich auch im Umgang mit Menschen in Krisen und Notsituationen. Ich bin dankbar, dass Menschen Geflüchtete beherbergen. Über 50 Personen haben in Gmunden Platz gefunden, auch in städtischen Wohnungen im Sportzentrum. Zudem haben wir beschlossen, dass ein Teil der Gemeindewohnungen für Geflüchtete zur Verfügung gestellt werden soll.


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