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BAD ISCHL. Zum Teil poetisch wurde es in der Ischler Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 25. Oktober. Frei nach Goethes Faust wollen die Politiker nun „Taten sehen“. 

Im Bad Ischler Gemeinderat wurde wieder herzhaft diskutiert. (Foto: privat)
Im Bad Ischler Gemeinderat wurde wieder herzhaft diskutiert. (Foto: privat)

Überraschenderweise wurde bei der Sonder-Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 25. Oktober, eine Einigung zum Thema Fußballplatsanierung erreicht: Die Stadtgemeinde bot den Kompromiss an, die von der Liste Zukunft Ischl geforderten 33 Prozent zu fördern. Im Gegenzug soll der Verein in den kommenden fünf Jahren nicht die volle Höhe an Subventionen erhalten – schriftlich festgehalten wurde dazu allerdings nichts. Laut den politischen Verantwortlichen will dem Angebot auch Josef Zeppetzauer, Präsident des SV Zebau, zustimmen. Vizebürgermeister Hannes Mathes (ZUKUNFT ISCHL) begrüßt den Kompromiss und freut sich, „dass man aufeinander zugegangen ist“. Nachdem die letzte Sanierung Anfang der 1980er Jahre durchgeführt wurde, sei es nun „höchste Zeit, Geld dafür in die Hand zu nehmen“. Denn, „wir machen es für die Kinder, Jugendlichen und für alle, die gerne Fußball spielen“. Um der Tatsache, dass man bei diesem Projekt nun nach so vielen Jahren des Stillstandes innerhalb kurzer Zeit zu einer Lösung gekommen ist, Nachdruck zu verleihen, zitierte Mathes Goethes Faust: „Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehn“. Dazu gab er noch einen privaten Einblick – immer, wenn eine seiner Kühe kalbt, richte er sich eine Kaffeekanne und lest Goethes Faust.  

Debatte um Austragung des Ö3-Weihnachtswunders

Erneut eine breite Debatte löste das Ö3-Weihnachtswunder aus, das dieses Jahr im Bad Ischler Kurpark stattfinden soll. Im Juni stimmte der Gemeinderat für einen Grundsatzbeschluss, nun sollte der Vertrag beschlossen werden. Bürgermeisterin Ines Schiller (SP) ließ dazu eine Bombe platzen: „Anstatt der Schätzung von 100.000 Euro, die die Stadt Bregenz vergangenes Jahr für das Projekt bezahlte, haben wir nun eine Kostenschätzung von 285.000 Euro“. Da das Fest im Kurpark stattfinden soll und auf keiner asphaltierten Fläche, entstünden Mehrkosten, weil die Glaskuppel, von dem aus die Sendung gemacht wird, einen Bühnenunterbau benötigt. Zudem sei im Vertrag mit Ö3 festgehalten, wie viele Ordner und (bewaffnete) Securitys vorgeschrieben sind – das sei laut Schiller derzeit der größte Brocken. „Wir hoffen auf Unterstützung der örtlichen Polizei, es hat auch schon Gespräche mit dem Wirtschaftshof und der Feuerwehr gegeben – die Bereitschaft ist da“, so die Ortschefin, die so die Kosten noch reduzieren will.

Kosten um das dreifache höher, als angenommen

Der Gemeinderat stellte sich die Frage, ob diese Veranstaltung es Wert sei, Mehrkosten von rund 200.000 Euro zu stemmen. ISCHL-Gemeinderat Karl Saller bezeichnete es als „unredlich“, beim Grundsatzbeschluss im Juni von 80.000 – 100.000 Euro Kosten zu sprechen, und nun bei der Vertragsunterzeichnung gut das dreifache vorzustellen. Ava Filz (MFG) brachte es auf den Punkt: „Es regt mich auf, dass wir als Gemeinderat wieder mit dem Rücken zur Wand stehen“, da eine Absage zum jetzigen Zeitpunkt – nachdem das Projekt bereits bekannt gegeben wurde – freilich einen Imageschaden für Bad Ischl bedeute. FP-Stadtrat Sepp Loidl erklärte in einer emotionalen Rede, dass er zwar ein „Schlagermensch“ sei, dass Projekt dennoch befürworte. Immerhin würde damit der Tourismus und die Wirtschaft – vor allem innerhalb der Stadt – gestärkt. Auch, wenn es ihn, als er von der neuen Kostenschätzung erfuhr, „erstmal auf den Scheißer gesetzt“ habe. Letztendlich stimmte eine knappe Mehrheit für die Austragung des Ö3-Weihnachtswunders.


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