Großinsolvenz über Fahrzeug-Forschungs- und Entwicklungsbetrieb aus Bad Goisern eröffnet
BAD GOISERN. Am 16. Jänner wurde über das Vermögen der SYN TRAC GmbH, 4822 Bad Goisern, Gschwandt 163 ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Landesgericht Wels eröffnet. Gegenstand des Unternehmens sind die Forschung, Entwicklung und Produktion in den Bereichen Fahrzeuge, Umwelt- und Katastrophenschutz sowie Energie. Die Passiva betragen 14,96 Millionen Euro. 43 Dienstnehmer sind betroffen.

Laut dem eigenen Insolvenzantrag des 2010 gegründeten schuldnerischen Unternehmens ist die Firma insbesondere in der Entwicklung und Herstellung eines Geräteträgers („SYN TRAC“) für den Ganzjahreseinsatz mit einem patentierten Dockingsystem tätig, das dem Bediener erlaubt, innerhalb einer Minute ohne Verlassen des Fahrzeuges verschiedenste Anbaugeräte mit dem Trägerfahrzeug zu koppeln. Nach der Entwicklung des ersten Prototyps wurde dieser 2017 auf der internationalen Technik-Messe in Hannover präsentiert. Nach jahrelanger Entwicklungsarbeit wurde die Serienreife des des „Syn Trac“-Fahrzeuges für alle angestrebten Einsatzgebiete im dritten Quartal 2023 erreicht.
Negative Entwicklung der Umsatzzahlen
Die geplanten Umsatzzahlen konnten aber nicht erreicht werden. Hauptgründe dafür waren die Corona Pandemie und die Ukrainekrise und den damit verbundenen massiven Lieferengpässen und langen Lieferzeiten. Durch diese negativen Entwicklungen beschloss das schuldnerische Unternehmen gemeinsam mit seinen Finanzierungspartnern eine Restrukturierung. Diese zeigte vorerst Wirkung, weshalb man zum Beginn des neuen Geschäftsjahres am 1. Oktober 2023 auf beziehungsweise sogar über Plan war, so die Schuldnerin.
Als das Unternehmen nun aber die ungeplante Verschiebung von Abschlüssen aus Händlerverträgen mit Deutschland einerseits und andererseits den Zahlungsausfall eines Vertragshändlers in Frankreich verkraften musste, wurde der Liquiditätsengpass zu hoch und ein Insolvenzantrag wurde gestellt.
Fortführung mittels Sanierungsplan
Man beabsichtigt die Fortführung und Sanierung des Unternehmens durch einen 20 prozentigen Sanierungsplan, zahlbar in zwei gleichen Jahresraten binnen zwölf sowie 24 Monaten ab seiner Annahme. „Die Finanzierung dieses Sanierungsplanes soll durch die Fortführung des Unternehmens sowie durch die Reduktion der Personalkosten und diverse Produktionsoptimierungen gewährleistet werden“, so Alexander Meinschad vom KSV1870.
Zum Insolvenzverwalter wurde Dr. Alexander Anderle, Rechtsanwalt in 4600 Wels, bestellt. Die erste Gläubigerversammlung und Prüfungstagsatzung findet am 7. März am Landesgericht Wels statt. Am 2.Mai werden die Gläubiger am Landesgericht Wels über den beantragten Sanierungsplan verhandeln und abstimmen.Die Angaben des schuldnerischen Unternehmens konnten in der kurzen Zeit vom KSV1870 noch nicht ausreichend überprüft werden.
Passiva von 14,96 Millionen Euro
Es sind 43 Dienstnehmer und 145 Gläubiger von der Insolvenz betroffen. Die Aktiva der Firma belaufen sich auf 5,085 Millionen Euro, die Passiva auf 14,96 Millionen Euro. Ab sofort können Gläubigerforderungen über den KSV1870, der die Gläubiger vertritt, bis zum 22.2.2024 angemeldet werden. E-Mail: insolvenz.linz@ksv.at


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