Bad Ischler Stadtpolitik: Neues Jahr, neuer Wirbel
BAD ISCHL. Mit der Eröffnungsfeier der Kulturhauptstadt gab es offenbar genug neuen Zündstoff für die Ischler Freiheitlichen sowie für die Liste Zukunft Ischl. Die FP will das Thema sogar auf die Tagesordnung im nächsten Gemeinderat stellen.

Die Diskussionen um den Pudertanz bei der Eröffnungsfeier der Kulturhauptstadt in Bad Ischl wollen nicht abreißen. Einerseits stellt die FP Bad Ischl klar, dass „Wenn die zwei Höhepunkte des Gebotenen (Hr. Neuwirth,„Pudertanz“) die heeren Worte versinnbildlichen sollen, die namhafte Politiker anlässlich des Zuschlages der Kulturhauptstadt-Würde an die Region äußerten, dann Gute Nacht Europa“. Sie kritisiert, dass „nicht das kulturelle Erbe des Salzkammergutes Thema geworden“ sei, sondern dass bürgerliche Traditionen durch „woke Kulturschickeria-Initiativen verdrängt“ werden sollen.
Anfrage zum Thema Jugendschutz
Deshalb wollen die Freiheitlichen im nächsten Gemeinderat eine Anfrage an die Bürgermeisterin stellen, wie Sie die Eröffnungsfeier im Hinblick auf die „die Anwesenheit von zahlreichen Kindern und Jugendlichen (Jugendschutz!) und vermutlich auch von Mitbürgern, deren Religion die Darbietung von Frauen mit unverhüllten Reizen als „haram“ ansieht, und die sich daher in ihren religiösen Gefühlen verletzt gefühlt haben könnten“, heißt es in der offiziellen Aussendung.
Jugendstadträtin wurde bedroht
Ebenfalls zu Wort meldete sich die Liste Zukunft Ischl, da ihre Jugendstadträtin Stefanie Reischmann „mit einer Schimpf-Tirade am Telefon konfrontiert“ worden sei. Reischmann bestätigt: „Mir wurde eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft wegen unterlassenem Jugendschutz angedroht“. Im Laufe des Gesprächs sei ihr klar geworden, worum es der Anruferin ging: Auch hier war es der Pudertanz bei der Eröffnungsfeier, der für Aufregung sorgte. Reischmann habe der Anruferin versichert, dass sie „weder in die Planungen eingebunden“ gewesen sei „noch Sympathien für diese verstörende „Performance“ zu haben“. Reischmann rechnet nun nicht damit, persönlich mit rechtlichen Schritten belangt zu werden.
Bereit, Diskussionen zu führen
Vizebürgermeister und Listen-Chef Hannes Mathes fordert nun ein Umdenken bei den Verantwortlichen: „Bitte macht so etwas nie wieder mit unserem Ischl – das haben sich die Menschen unserer Stadt nicht verdient“. Verantwortlich dafür sieht er neben der künstlerischen Leiterin der Kulturhauptstadt Elisabeth Schweeger auch Bürgermeisterin Ines Schiller und Kulturhauptstadt-Vorsitzenden Hannes Heide (beide SP). Heide betont auf Anfrage, dass „klar war, dass nicht alles alle ansprechen wird“ und „die Freiheit der Kunst in der österreichischen Bundesverfassung garantiert“ ist. Heide und Schiller sind sich einig, dass „Es nicht Aufgabe der Politik sein kann, auf ein kulturelles Programm und künstlerische Inhalte Einfluss zu nehmen.“ Schiller sagt: „Das bedeutet freilich nicht, das jeder und jedem auch alles gefallen muss. Selbstverständlich wird es dazu auch unterschiedliche Auffassungen geben, über die auch diskutiert werden kann. Und genau das will ja die Kulturhauptstadt Europas und diese Diskussionen bin ich auch bereit zu führen.“


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