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Bilanz 2025: Arbeiterkammer Gmunden erkämpft mehr als 13 Millionen Euro für Mitglieder

Mag. Lisa-Maria Laserer, 11.02.2026 14:08

GMUNDEN. Die Arbeiterkammer Gmunden hat im Jahr 2025 für ihre Mitglieder Zahlungen in Höhe von insgesamt 13.102.341 Euro durchgesetzt. Oberösterreichweit erreichte die Arbeiterkammer für ihre Mitglieder mit 212,5 Millionen Euro den höchsten Betrag seit Bestehen. Die Zahl der Beratungen und Rechtsfälle blieb auf hohem Niveau.

Pressekonferenz der Bilanz 2025 der AK Gmunden mit AK-Bezirksstellenleiter Martin Gamsjäger und AK-Präsident Andreas Stangl (von links) (Foto: AK OÖ/Wolfgang Spitzbart)

Das vergangene Jahr war von wirtschaftlichen Herausforderungen geprägt. Die Konjunktur schwächelte, die Inflation blieb hoch, die Zahl der Insolvenzen stieg weiter. Gleichzeitig häuften sich arbeitsrechtliche Verstöße sowie Probleme bei Pensionen und Pflegegeld. Auch im Konsumentenschutz dominierten Anfragen zu Mietrecht, Versandhandel, Gewährleistung, Garantie und Kreditbearbeitungsgebühren.

Im Jahr 2025 wandten sich 328.242 Menschen an die Arbeiterkammer Oberösterreich. Knapp 19.000 Rechtsfälle in arbeits- und sozialrechtlichen Angelegenheiten sowie im Konsumentenschutz wurden abgeschlossen.

Mehr als 7.100 Beratungen im Bezirk

Im Bezirk Gmunden sind aktuell 39.385 Mitglieder mit Hauptwohnsitz gemeldet. Im Jahr 2025 suchten Ratsuchende 7.104 Mal Unterstützung bei der Arbeiterkammer Gmunden: 3.644 Anfragen erfolgten telefonisch, 2.815 persönlich und 645 per E-Mail. In Bad Ischl wurden 46 Sprechtage mit insgesamt 761 persönlichen Beratungen abgehalten.

Bei arbeitsrechtlichen Problemen brachte die Arbeiterkammer außergerichtlich 677.868 Euro an vorenthaltenem Entgelt ein. Vor Gericht wurden weitere 446.504 Euro erstritten. Insgesamt ergibt das 1.124.372 Euro. Von 219 Arbeitsrechtsfällen entfielen 175 auf Betriebe ohne Betriebsrat. Hauptgründe waren Differenzen bei Endabrechnungen von beendeten Arbeitsverhältnissen mit 69 Fällen, offenes Entgelt bei laufenden Dienstverhältnissen mit 42 Fällen sowie unbegründete Entlassungen und fristwidrige Kündigungen mit jeweils 21 Fällen.

In 264 Sozialrechtsangelegenheiten setzte die Arbeiterkammer Gmunden 9.877.980 Euro durch. Hinzu kamen 2.099.989 Euro für Arbeitnehmer aus insolventen Betrieben im Bezirk.

Beispiele aus der Praxis

Die Arbeiterkammer betont, dass sie unabhängig von der Höhe des Betrages tätig wird. So wurden für eine geringfügig beschäftigte Reinigungskraft 22 Euro an fehlender Urlaubsersatzleistung hereingebracht. Den höchsten Betrag erhielt ein Angestellter mit 83.500 Euro als Vergleich nach einer Kündigungsanfechtung.

In einem Fall aus dem Arbeitsrecht wandte sich ein Lehrling nach der einvernehmlichen Beendigung seines elfmonatigen Lehrverhältnisses an die Arbeiterkammer, weil er lediglich zwei Lohnzettel erhalten hatte. Nach Überprüfung stellte sich heraus, dass bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld ein Differenzbetrag fehlte. Der Arbeitgeber leistete nach Intervention eine Nachzahlung von 360 Euro.

In einem Sozialrechtsfall wurde das Pflegegeld einer pflegebedürftigen Mutter nach Klage von Stufe zwei auf Stufe fünf erhöht. Ein Sachverständigengutachten bestätigte die zu niedrige ursprüngliche Einstufung.

Kritik am Gesundheitssystem und Forderungen

Das Thema Pflegegeld entwickelte sich zu einem Beratungsschwerpunkt. Seit 2021 stieg die Zahl der Pflegegeldberatungen um 75 Prozent, die erfolgreich abgeschlossenen Fälle nahmen um knapp 71 Prozent zu. Die Arbeiterkammer fordert eine lückenlose Aufklärung fehlerhafter Begutachtungen und Sanktionen bei auffälligen Fehlentscheidungen.

Auch das Gesundheitssystem sorgt für Kritik. In der Region Gmunden Vöcklabruck sind nur mehr 45 Prozent der Befragten zufrieden. 60 Prozent fühlen sich durch lange Wartezeiten auf Facharzttermine, Untersuchungen oder Operationen stark oder sehr stark belastet. Zehn Prozent suchen überwiegend Wahlärzte auf. Die Arbeiterkammer fordert politische Maßnahmen gegen eine zunehmende Zwei-Klassen-Medizin.

Mit direkten Leistungen unterstützte die Arbeiterkammer ihre Mitglieder zusätzlich. Der Mundhygienebonus in Höhe von 50 Euro wurde bisher 42.254 Mal gewährt, der Mobilitätsbonus für Lehrlinge in Höhe von 100 Euro 15.817 Mal. Auch Bildungsbonus und Zuschüsse für Fahrsicherheitstrainings wurden mehrfach in Anspruch genommen.

Die Bilanz zeigt laut Arbeiterkammer die Bedeutung einer regionalen Anlaufstelle, um arbeits- und sozialrechtliche Ansprüche konsequent durchzusetzen.

AK Gmunden – ServiceangebotÖffnungszeiten: Montag bis Donnerstag: 7.30 Uhr bis 16 UhrFreitag: 7.30 Uhr bis 13.30 Uhr

Persönliche Beratung: während der Öffnungszeiten nach Terminvereinbarung unter+43 (0)50 6906 4412

Telefonische Beratung: während der Öffnungszeiten unter +43 (0)50 6906-1 – ausganz Oberösterreich

Sprechtag in Bad Ischl: jeden Montag von 8.30 bis 12 Uhr und 13 bis 15 Uhr(Österreichische Gesundheitskasse Kundenservicestelle, Bahnhofstr. 12, 4820 BadIschl), eine Terminvereinbarung ist nicht notwendig.

Bildungsberatung: jeden zweiten Montag nach Terminvereinbarung unter+43 (0)50 6906 4412

Kontaktdaten:4810 Gmunden, Linzer Straße 42(Ausweichquartier in der ehemaligen Bezirksbauernkammer)Tel: +43 (0)50 6906 4412Homepage: ooe.arbeiterkammer.at/gmundenE-Mail: gmunden@akooe.at


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