Unser Sprungbrett in ein neues Leben
GÖPFRITZ AN DER WILD. In viele traurige Hundeaugen hat Petra Leitner schon geblickt, viele tierische Schicksale schon erlebt. Die ehrenamtliche Mitarbeiterin des gemeinnützigen Vereins Animalhope Tierhilfe Nitra betreut eine Pflege- und Vermittlungsstelle in Göpfritz an der Wild. Sie schenkt Hunden aus dem Auffanglager Lucenek (Slowakei) ein zweites Leben, dank ihrem Einsatz können viele Vierbeiner in Österreich wieder fröhlich herumtollen.

„Ein armes Hundal, gerade mal etwa ein Jahr alt, aber seine Augen sprechen Bände, der Kleine muss schon viel erlebt haben. Sein ganzer Körper ist voller Narben, eine riesige auf seiner Nase, egal wo ich ihn anfasse – überall viele noch nicht verheilte Bisswunden, auch sein Ohr hat frische Wunden. Die verletzte Pfote ist dick eingebunden“, erinnert sich Petra an den Vierbeiner Yogi, der mittlerweile zu ihrem eigenen geworden ist. Yogi stammt vom Tierheim Nitra (Slowakei), welches der Verein Animalhope hauptsächlich unterstützt. Neben der Hilfe vor Ort ist die Vermittlung von in Not geratenen Tieren an gute Plätze die Hauptaufgabe. Petra ist in Lucenek (Slowakei), im zweiten Tierheim unterstützend tätig. Alle sechs Wochen setzt sie sich ins Auto, um die 430 Kilometer nach Lucenek auf sich zu nehmen, so auch jüngst. Während der Fahrt schießen ihr viele Gedanken durch den Kopf – geht es allen Vierbeinern gut, hoffentlich gibt es keine neuen Schicksale. Denn dort angekommen, führt ihr erster Weg in den Quarantäneraum, hier warten die potentiellen Notfälle auf sie, etwa verletzte Hunde, die von Autos angefahren wurden oder ausgesetzte Tiere. Erst neulich wurden wieder Welpen auf einem Strommasten ausgesetzt. Grundsätzlich werde in der Slowakei viel mehr Missbrauch mit Tieren betrieben als in Österreich, erläutert Petra. So dürfen Hunde dort zum Beispiel noch an der Kette gehalten werden, was oft viele Verletzungen mit sich bringt. Aber heute ist zum Glück kein neuer Notfall dabei. Sorgen macht ihr derzeit besonders ein Wauzi – wie sie die Tiere liebevoll nennt – Roni, ein älterer Schäferhund mit schweren Hüftproblemen. Seinen Augen zufolge dürfte er große Schmerzen haben.
Suche Herrchen
Auch bei diesem Besuch werden die zu vermittelnden Hunde wieder abgelichtet, das Foto finden Interessierte dann gemeinsam mit einem Steckbrief auf der Vereinshomepage. Besonders am Herzen liegt Petra der einjährige Schäferhund Johny. Denn dieser ist dringend auf der Suche nach einer liebevollen Familie. Er wurde an einen Laternenmast angebunden gefunden, war anfangs sehr schüchtern, hat sich aber mittlerweile zu einem zutraulichen Freund entwickelt. Es ist ihr ein Anliegen, dass jeder einzelne Hund auch das richtige Platzerl findet. Dafür ist es notwendig, den Vierbeiner vorher persönlich kennen zu lernen. „Ein schüchterner Schnapper hat in einer Wohnung mit Kindern nicht viel verloren, die Herrchen sollten schließlich mit ihrem tierischen Mitbewohner auch glücklich sein“, meint die Hundeliebhaberin. Gerne kann man Petra in das slowakische Auffanglager begleiten und sich das Tier vor Ort anschauen.
Das richtige Platzerl
Ist man an einem Hund interessiert, so erfolgt nach einem telefonischen Erstgespräch ein „Beschnuppern“ in der jeweiligen Pflegestelle. „Jeder sollte seinen Vierbeiner vorher kennen lernen, es ist wichtig zu sehen, ob Hund und Halter harmonieren und sich alle miteinander wohl fühlen!“, so Petra. Stimmt die „Chemie“ zwischen Mensch und Tier wird ein Gegenbesuch eines Vereinsmitglieds bei den Interessenten durchgeführt. Verläuft dieser positiv, steht der Abholung des Tieres von der Pflegestelle nichts mehr im Weg. Bei der Vermittlung ist ein Übernahmevertrag zu unterzeichnen und ein Kostenbeitrag wird eingehoben. Selbstredend sind alle Hunde ausnahmslos geimpft, gechippt und in Besitz eines Passes.
Klarstellung
Den Vorwurf, dass die Tierheime in Österreich mit Auslandshunden überschwemmt werden, will Petra nicht gelten lassen: „Bei jeder Übernahme wird ein Schutzvertrag unterzeichnet, wo klipp und klar festgehalten ist, dass der Hund nicht an Dritte weitergegeben werden darf, in dem Falle würde er wieder zu uns zurückkommen.“ Es passiert zwar des Öfteren, dass man mit der Aufgabe, einen Hund zu halten, überfordert ist, „aber glücklicherweise behalten die meisten den auserwählten Vierbeiner“, meint Petra. Auch österreichischen Hunden wird natürlich dementsprechende Hilfe angeboten. Die ehrenamtliche Helferin aus Göpfritz an der Wild ist grundsätzlich erste Ansprechpartnerin: „Ich kümmere mich um jede einzelne Anfrage für die Hunde, vermittle zwischen Pflegestellen und Interessenten und führe auch die Besuche bei den potentiellen Hundehaltern – also die Platzkontrollen – durch.“
Kontakt Animalhope TierhilfeNitra
Petra Leitner/Pflegestelle Göpfritz an der Wild: 0660/7395030, petra.leitner@animalhope-nitra.at,www.animalhope-nitra.at


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