225 Jahre Stadttheater und historische Donaukarten im Fokus
GREIN. Die Gemeinden Grein und Neustadtl an der Donau gestalten eine gemeinsame Ausstellung von historischen Donaukarten am Esperantoplatz in Grein und bei der Überfuhr in Niederösterreich. Die Bürgermeister Franz Kriener und Rainer Barth eröffneten die Ausstellung vergangene Woche am südlichen Donauufer in Wiesen.

Mit der Donaufähre „Schwallenburg“ lässt sich die Ausstellung historischer Landkarten auf der jeweils gegenüberliegenden Seite am bequemsten besuchen. Auf beiden Seiten der Donau wurden fünf Ausstellungstafeln mit rund 30 Farbreproduktionen Strudengauer Landkarten aufgestellt. Sie stammen aus der Zeit vor 1800 und wurden in Zusammenhang mit verschiedenen Bauvorhaben entworfen. Die kunstvolle Gestaltung macht sie zu wertvollen Schaustücken für Touristen und Liebhaber unseres Donauraumes. Der Kulturwissenschaftler Karl Hohensinner hat diese Karten in den Wiener Sammlungen entdeckt. Auf Kosten der Stadtgemeinde Grein wurden vor einigen Jahren gute Reproduktionen angefertigt. Diese befinden sich nun im Stadtarchiv Grein. Bei der Ausstellungseröffnung hoben die beiden Bürgermeister von Grein und Neustadtl die Absicht hervor, in Zukunft bei der Beforschung des historischen Strudengaues intensiver zusammenzuarbeiten. Karl Hohensinner brachte eine Schilderung eines Donaureisenden im Jahre 1805 und referierte aus einem Baujournal der Donauregulierung 1778.
Kleines Theater mit vielfältigem Angebot
Anschließend lud die Stadtgemeinde Grein zur Besichtigung des Historischen Stadtheaters wo eine Sonderausstellung zum Thema „225 Jahre Greiner Stadttheater“ eröffnet wurde. Kulturstadtrat Lothar Pühringer hob das vielschichtige Angebot hervor, das im Stadttheater dargeboten wird: „Angefangen von den Greiner Sommerspielen über die Dilettantengesellschaft, die Theatergruppe Maniacs bis hin zu den Musikveranstaltungen des Kulturvereins Grein wird auch heuer wieder ein breites Programm geboten, das viele Zuseher in das Stadttheater locken wird“.
INFO
Ausstellung am Donauufer von Grein (Esperantoplatz) und Neustadtl (Ortschaft Wiesen).
Die beiden Ausstellungen sind durch die Donaufähre „Überfuhr“ verbunden. Zwischen 1720 und 1780 wurden großformatige färbige Donaukarten angefertigt, um eine Grundlage für Planungen zur Verbesserung der Schiffahrtssituation zu haben. Zwischen Oberösterreich und Niederösterreich waren im Donauabschnitt zwischen Grein und Sarmingstein viele gefährliche Felsklippen und Stromschnellen in der Donau. Dadurch war der Schiffsverkehr gefährlich und der Warentransport auf der Donau teuer. Mitte des 18. Jahrhunderts wurden in den Niederlanden Ingenieure ausgebildet, welche dann die Schiffahrtswege in der Monarchie technisch verbesserten.
Die ausgestellten Karten stammen aus dem Hofkammerarchiv in Wien und aus der Österreichischen Nationalbibliothek. Karten waren damals noch nicht so abstrakt wie heute, sondern enthalten Details: das Greiner Hochgericht an der Donau (der Galgen), das Kreuz und die Ruine auf der Insel Wörth, einen detailliert und liebevoll gezeichneten Schiffszug.
In diesem Zusammenhand sei auch auf den attraktiven Bildband von Karl Kaser hingewiesen: „Durch den Strudengau und seine Umgebung“ - eine Reise an der Donau von Wallsee bis Melk. Photokunst und Poesie. Zum Preis von 22 Euro beim Stadtamt Grein erhältlich.








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