Landesausstellung 2018: Sie sind zurück - die Römer
ST. AGATHA/HAIBACH/Pram. Vom 27. April bis zum 4. November stehen „Die Römer“ im Zentrum des Geschehens. Mit Kettenhemd, Speer und Rüstung vermitteln sie ein Bild der Faszination. Im Zuge der heurigen Landesausstellung wird die Römerzeit in neues Licht gerückt. Tips hat sich im Bezirk auf die Spuren der Römer gemacht und so manchen Legionär gefunden, der noch heute, knapp 2000 Jahre nach der Legionärsschaft, das Leben dieser originalgetreu nachempfindet.

Einer, der immer wieder in sein Kettenhemd schlüpft, Schild und Speer zur Hand nimmt und den Römerhelm mit einem Wolfsfell verziert, ist Hubert Krexhammer. Der Wolf symbolisiert die Gründungslegende Roms. Romulus und Remus gelten in der Mythologie als Gründer der Stadt. Als Säuglinge ausgesetzt, erzählt eine Sage, dass sie von einer Wölfin gesäugt und von einer Schweinehirtin großgezogen wurden. Bereits seit 30 Jahren ist Krexhammer immer wieder einmal als Römer unterwegs und tritt beispielsweise in Schulen auf, um authentisch die Zeit der Römer zu erklären. „Es ist eine bunte Welt und eine andere Welt als die unsere“, meint Krexhammer. Für ihn ist die Römerzeit eine spannende, die den Menschen heute viel zu sagen hätte. „Der Römer ist auch Kulturbringer. Sie waren eine dominante Macht aber sie haben uns auch viel Kultur gebracht, von Straßenbau bis Kunst“, so Krexhammer.
Römer aus Pram
Bei der Eröffnung der Landesausstellung am 26. April werden die Römer aus Pram die Römerzeit neu aufleben lassen. 20 Mitglieder hat die Legion XV, die zur Eröffnung der Landesausstellung mit einer Parade aufmarschieren wird. Bei einem großen Römerfest im August werden die Pramer Katapultschießen präsentieren und die römische Militärgeschichte nachspielen. Der Grundstein für die Römergruppe Legio XV Apollinaris wurde 1985 gelegt. Der geschichtsinteressierte Waffen- und Rüstungsbauer Walter Flotzinger war von der glanzvollen Ausrüstung der kaiserlich römischen Legionen schon immer fasziniert. Diese originalgetreu nachzubauen und im archäologischen Experiment zu erproben, ein lange verfolgtes Ziel. Dass der Bau einer Rüstung ein gefinkeltes Handwerk ist, zeigt die Zeit, die es in Anspruch nimmt. 1000 Arbeitsstunden würden für eine Rüstung aufgewendet. In penibler Kleinarbeit und gekonnter Handwerkskunst werden die Brustpanzerung, das Schwert, Gürtel und Helm gefertigt.
Landesausstellung-Programm
Unter dem Titel „Die Rückkehr der Legion: Römisches Erbe in Oberösterreich“ will die Landesausstellung, das Leben der Römer auferstehen und inszenieren lassen. Hauptstandort ist Enns, die älteste Stadt Österreichs, sowie Schlögen, St. Agatha und Oberranna.
Schlögen und St. Agatha
Am Standort Schlögen befand sich zur Römerzeit ein Kastell, eine kleine Siedlung in der Gemeinde St. Agatha und ein 14 Meter langer Bau, der bereits vor 180 Jahren die Altertumsforscher begeistert hat. Bei dem gut erhaltenen Bauwerk handelt es sich um ein römisches Bad, das mit baulicher Finesse umgesetzt wurde. Der zur Landesausstellung errichtete Schutzbau über den Ruinen bildet das Herzstück des Römerparks. Unweit davon sind die Überreste des westlichen Kastell-Tors zu sehen. Die Rekonstruktionen vermitteln ein Bild von Kastell und Siedlung um etwa 200 n. Chr. und zaubern originalgetreue Römerschiffe auf die Donau.
Oberranna
In Oberranna bei Engelhartszell errichteten die Römer vor 1700 Jahren eine Befestigungsanlage mit Rundtürmen. Dieser „Quadriburgus“ war vermutlich dreigeschossig und etwa zehn Meter hoch. Nachdem der Burgus noch zur Römerzeit einem Brand zum Opfer fiel, vergingen 1000 Jahre, bis im Spätmittelalter ein neues Gebäude über dem Schuttkegel errichtet wurde. Diese Aufbauten schützten die Gemäuer, sodass es das am besten erhaltene römische Bauwerk Oberösterreichs ist. Im Inneren führt eine Steganlage in Stahl-Holzkonstruktion die Besucher über die römischen Ruinen. Am höchsten Punkt eröffnet sich ein Blick auf die Donau und macht die strategische Lage und die Funktion des Römerburgus nachvollziehbar.
Enns
Lauriacum war einer der wichtigsten Handels- und Militärstützpunkte an der Nordgrenze des Römischen Reichs. Seine Bedeutung erlangte es durch die Stationierung der 2. Italischen Legion (legio II Italica). Zur Blütezeit lebten in Lauriacum 25.000 Menschen – eine bunte Mischung aus Römern, Einheimischen und Zuwanderern aus allen Teilen des Reichs. Interaktiv erfahren die Besucher den römischen Alltag und erhalten Einblicke in das private und öffentliche Leben von Lauriacum.


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