Initiative Notfallmama - „weil auch Kinder ein Recht auf Krankenstand haben“

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Nora  Heindl Nora Heindl, Tips Redaktion, 14.01.2020 11:35 Uhr

HAAG/HAUSRUCK. „Um ein Kind aufzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf“ – Eltern wissen nur zu gut, wie wahr dieses afrikanische Sprichwort werden kann. Vor allem wenn Kinder erkranken, kann das den gewohnten Tagesablauf von berufstätigen Müttern und Vätern gehörig durcheinander bringen. Hier kommt Notfallmama Jadwiga Zagajewska zum Einsatz.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fordert an sich schon eine Portion Organisationstalent, erkrankt ein Kind, gerät der gut geplante Alltag ins Wanken. Ist einmal die Pflegefreistellung aufgebraucht beziehungsweise haben Familie oder Freunde keine Zeit, stellt sich die Frage, wer betreut das erkrankte Kind, während Mama und Papa arbeiten und das Kind den Kindergarten oder die Schule nicht besuchen kann.

Betreuung in vertrauter Umgebung

„Findet sich keine Lösung, sitzen Kinder dann krank in der Schule, aber auch sie haben ein Recht darauf in Ruhe krank zu sein, auch Kinder haben ein Recht auf Krankenstand“, betont Elke Lehner, Landeskoordinatorin vom Verein KiB children care, auf dessen Initiative deshalb die Notfallmama ins Leben gerufen wurde. Diese kommt bis zu drei Tage pro Krankheitsfall nach Hause, um das Kind in vertrauter Umgebung liebevoll zu umsorgen, während die Eltern arbeiten gehen.

Jadwiga Zagajewska aus Haag ist eine solche Notfallmama. Eine Bekannte hat die Mutter von erwachsenen Kindern auf die Initiative aufmerksam gemacht. „Zum einen liebe ich Kinder, zum anderen ist es ein schönes Gefühl, helfen zu können“, erzählt die 60-Jährige. Besonders wichtig ist der Haagerin das erste Kennenlernen. „Gleich beim Eintreten soll das Kind spüren, dass es keine Angst haben muss, sondern dass ich da bin, um es zu versorgen, mit ihm zu basteln oder spielen. Negative Gefühle wären hier fehl am Platz, das Kind würde das sofort spüren“, weiß die erfahrene Notfallmama. Sie sieht es als ihre Aufgabe, dass sich das Kind von Beginn an mit ihr wohlfühlt. „Wenn das Kind weint, gerät auch die Mutter in Stress. Sie soll sich aber keine Sorgen machen müssen“, so die Haagerin.

Die 60-Jährige kann den Einsatz als Notfallmama jedem empfehlen, der Kinder liebt. „Nur halbwegs fit sollte man sein, denn auch kranke Kinder können viel Energie haben“, lacht Zagajewska, die sich als Notfallmama auch etwas zur Mindestpension dazu verdient.

Organisiert wird die Notfallmama vom Verein KiB children care. Dieser ist Tag und Nacht unter 0664/6203040 erreichbar.

Verstärkung gesucht:

Frauen und Männer, die routiniert im Umgang mit Kindern sowie zeitlich flexibel und zuverlässig sind, und sich für den Einsatz als Notfallmama interessieren, erfahren mehr per Mail an verein@kib.or.at oder auf www.kib.or.at

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