Weibern probt den Widerstand gegen geplanten Lkw-Stellplatz
WEIBERN. Gegen einen geplanten LKW-Parkplatz auf dem Weiberner Gemeindegebiet regt sich Widerstand. In der jüngsten Gemeinderatssitzung lehnen alle vier Fraktionen das Projekt ab.

120 Stellplätze sollen wenige hundert Meter außerhalb des Weiberner Ortszentrums entstehen, eine Fläche von 17.000 Quadratmetern wird dabei versiegelt. In einer ersten Stellungnahme lehnten die Fraktionen der Volkspartei (ÖVP), der Sozialdemokraten (SPÖ), der Freiheitlichen (FPÖ) und der Grünen geschlossen das Projekt ab. „Es ist mit zusätzlicher Lärm- und Lichtbelastung in der Gemeinde zu rechnen“, erklärt ÖVP-Bürgermeister Manfred Roitinger. Auch mit zusätzlicher Verschmutzung der Umwelt ist zu rechnen. Es gäbe Häuser, die seit 200 Jahren in unmittelbarer Nähe des geplanten Parkplatz stehen, für die Anrainer wolle man die beste Möglichkeit schaffen, erklärt der Politiker. Gemeinsam mit den anderen Fraktionen plant Roitinger einen Brief an die Autobahn- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (Asfinag). In diesem wolle man darlegen, warum andere Orte besser für den Parkplatz geeignet wären. Der Brief solle in den nächsten Wochen in einer Gemeindevorstandssitzung entstehen, Roitinger möchte erst noch mehr Informationen einholen.
Starker Leidensdruck
„Wir haben bereits einen starken Leidensdruck mit der Autobahn“, erklärt der Bürgermeister. Sie schneide das Gemeindegebiet in zwei Teile. 2008 habe man zudem schlechte Erfahrungen gemacht, als eine geplante Lärmschutzanlage zwar um viel Geld gebaut, aber anschließend wieder abgebaut wurde. Weibern wäre zu klein für den teuren Schutz, hieß es damals. Entsprechend skeptisch sind die Weiberner Fraktionen dem neuen Projekt gegenüber, das 2023 entstehen und eröffnet werden soll.
SPÖ sammelt Unterschriften
Die Sozialdemokratische Partei unter Christian Hoffmann ging bereits in die Offensive in der Gemeinde. Sie hat einen Postwurf an alle Bürger herausgegeben, bei Hausbesuchen, die aktuell von der Fraktion durchgeführt werden, werden Unterschriften gesammelt. „Wir waren kürzlich in der Nähe des geplanten Baugebiets, da haben alle Anrainer sofort unterschrieben“, erklärt Hoffmann. Auch die Bürger der Gemeinde sind dafür, den Parkplatz an einem anderen Ort zu bauen. In den kommenden Wochen hat Hoffmann einen Termin mit Landesrätin Birgit Gerstorfer vereinbart, sie wird sich vor Ort ein Bild des Projekts machen. „Die Lebensqualität der Bürger in Weibern soll durch die A8 nicht noch mehr beeinträchtigt werden“, erklärt Hoffmann.
Auch FPÖ und Grüne dagegen
„Eine Katastrophe“ nennt auch FPÖ-Ortsparteiobmann Günther Gradauer das Projekt. Seine Fraktion wolle noch auf weitere Unterlagen warten, sei aber in jedem Fall dagegen. Allerdings stellt sich Gradauer auch die Verschiebung des Projektes schwierig vor. „Es wird schwer werden, das zu verhindern“, meint er. „Grundsätzlich dagegen“ ist auch Gerald Schickmair von den Grünen. Die Fraktion spießt sich dagegen, dass weiterhin Flächen in der Gemeinde verbaut werden. Die Grünen wollen gemeinsam mit der SPÖ Unterschriften sammeln, um den Parkplatz zu verhindern. Eine Verschiebung des Projektes hält Schickmair für ungerecht. „Entweder wir zahlen drauf oder eine andere Gemeinde, das ist auch nicht fair“, so der Ortsparteivorstand.
Asfinag bestätigt
Christoph Pollinger von der Asfinag bestätigt die Pläne, einen bereits existierenden Parkplatz, der zurzeit nicht benutzt wird, zu einem LKW-Stellplatz auszubauen. „Wir haben auf der A8 die höchste Schwerverkehrsbelastung in ganz Österreich“, erklärt er. Die gesetzlichen Ruhezeiten müssten eingehalten werden, die LKW-Fahrer sind zur Erhaltung der Verkehrssicherheit dazu verpflichtet, regelmäßige Pausen einzulegen. „Die Anrainerthematik werden wir immer haben“, erklärt Pollinger. Die Asfinag bemühe sich aber um ein mit einem Zaun abgegrenztes Gebiet mit Videoüberwachung und moderner Ausstattung. Lärmanalysen sollen zeigen, welche Vorkehrungen getroffen werden müssten, um die Anrainer zu schützen, so der Pressesprecher der AG. Die nächsten Stellplätze sind die Raststation Aistersheim und die Zwillingsrastplätze Murau Ost und West. Die Nachfrage sei aber höher als der Bedarf, deshalb solle im Frühjahr 2023 mit dem Bau des Parkplatzes in Weibern begonnen werden.<


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