Der kleine Liam lässt sich vom Krebs nicht unterkriegen

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Der kleine Liam (hier mit Mama Julia) kämpft gegen eine seltene Krebserkrankung. (Foto: Julia Schnalzenberger)
Der kleine Liam (hier mit Mama Julia) kämpft gegen eine seltene Krebserkrankung. (Foto: Julia Schnalzenberger)
Tanja Auer Tanja Auer, Tips Redaktion, 20.07.2021 20:00 Uhr

GRIESKIRCHEN. Schon während der Schwangerschaft wusste Julia Schnalzenberger, dass ihr Sohn Liam keinen leichten Start ins Leben haben würde. Der kleine Junge wurde mit zwei Löchern im Herzen geboren. Doch sollte der Herzfehler erst der Anfang einer herausfordernden Reise werden.

Bei einer Routine-Ultraschalluntersuchung stellten Ärzte beim Neugeborenen eine Nebennierenblutung fest, die zu Beginn als nicht besorgniserregend galt. Die Mutter bat kurz vor der Operation jedoch darum, sich die Niere des kleinen Jungen noch einmal genauer anzusehen, da in der Familiengeschichte der 32-jährigen Grieskirchnerin schon öfter genetische Prädispositionen auftraten. „Meine Mutter­instinkte sagten mir, dass etwas nicht stimmt. Als sich der Kardiologe nach dem Ultraschall einen Stuhl nahm und sich zu mir setzte, wusste ich, das ich recht hatte“, erinnert sich Julia. An der Stelle, an der die Niere geblutet hatte, wurde ein bösartiger Tumor, ein sogenanntes Neuroblastom, gefunden. Weltweit erkrankt pro Jahr eines von 100.000 Kindern am besagten Tumor, der sich aus Nervenzellen bildet und sich meist an der Wirbelsäule oder der Nebenniere befindet. Die Hälfte aller Neuroblastome hat bei der Dia­gnose schon metastasiert. So auch beim kleinen Liam.

Eine Genmutation senkt Liams Überlebenschancen

Die Entfernung des Neuroblastoms verlief erfolgreich, doch bei der Nachuntersuchung zeigte sich, dass der Tumor bereits in das Knochenmark und die Leber gestreut hatte. Eine zusätzliche, laut Ärzten sehr ungünstige Genmutation senkt die Überlebenschancen von Baby Liam.

Für Liam ist das Krankenhaus sein Zuhause

Für den kleinen Grieskirchner begann ein kräftezehrender Behandlungsmarathon. Mehr als 30 Blutkonserven, acht Chemotherapien, 20 Vollnarkosen sowie Kortisonbehandlungen, spezielle Diäten, Magensonden, Sauerstoffflaschen und Morphium musste Liam über sich ergehen lassen. Die Therapien machten ihn auch sehr anfällig für Krankheitserreger. „Bei der Antikörper-Therapie war Liam 24 Stunden am Tag ans Bett gefesselt. Wir konnten nicht einmal das Zimmer verlassen“, erzählt Mama Julia. Ausflüge oder Besuche waren ein Jahr lang undenkbar. Seit der Geburt waren die beiden knapp 300 Tage im Krankenhaus. „Liam feierte seinen ersten Geburtstag mit den Krankenschwestern der Station und den Oberärzten, die sich bis dahin nicht sicher waren, ob das Baby überhaupt ein Jahr alt wird“, erinnert sich Schnalzenberger. Ende April durfte er endlich nach Hause. Liam sind zuhause jedoch viele Dinge vorbehalten, die für gesunde Kinder alltäglich sind. „Liam kennt kein Wasser und kein Baden“, schildert Schnalzenberger. Der kleine Junge durfte aufgrund seines Herzkatheters, dessen Zugangsschlauch außerhalb des Körpers liegt, noch nie in der Badewanne plantschen. Auch ganz banale Dinge wie Gras unter seinen Füßen kannte Liam bis vor Kurzem nicht. Spielen mit anderen Kindern ist für den Kleinen, gerade in Zeiten von Corona, unmöglich. Schon der Lebensmitteleinkauf ist jedes Mal eine organisatorische Herausforderung für die alleinerziehende Mutter, da Liam zuhause bleiben muss. „Man muss für sein Kind funktionieren. Da gibt es keine Zeit für Freunde, Fortgehen, Beziehungen oder sich selbst. Manchmal, wenn es Liam gut geht, sitze ich nur da und weine“, erzählt die Mutter. Eine Kinderkrankenschwester entlastet Julia. Auf Dauer werden die Kosten für die Alleinerziehende jedoch zu hoch. Über finanzielle Sorgen spricht Julia generell nicht gern. Das Thema ist ihr unangenehm. Allein für Milchpulver zahlt die Grieskirchnerin monatlich mehr als 200 Euro. Dazu kommen Kosten für Medikamente, die bisher kaum genutzte Wohnung, Cranio Sacral-Therapiesitzungen, zusätzliche Babynahrung und die Kinderkrankenschwester. Eine Babysitterin soll die Betreuung zukünftig erleichtern, denn Liam ist rund um die Uhr auf fremde Hilfe angewiesen. Von einem Kaffee im Gastgarten kann die Mama nur träumen.

Julias größter Wunsch: Ein normales Familienleben

Ende dieses Jahres folgt die große Untersuchung, bei der festgestellt werden soll, ob Liam endlich krebsfrei ist. Die größte Herausforderung für Julia ist es, bis zum Ergebnis der Untersuchung optimistisch zu bleiben. „Liams Fröhlichkeit, sein Grinsen hilft mir. Und natürlich auch Mia“, zeigt sich Julia hoffnungsvoll. Liams ältere Schwester lebt seit August bei ihrem leiblichen Vater und seiner Familie. Das Zurückstellen ihrer Tochter bereitet Julia großen Kummer, denn Mias größter Wunsch ist es, einmal mit ihrer Mama ins Disneyland zu fahren. Julias größter Wunsch für die Zukunft ist ein normales Familienleben: „Mit beiden Kindern.“ Die Mutter möchte Liam und Mia gerne mehr von der Welt zeigen. Für Ausflüge mit beiden Kindern und die vielen Fahrten ins Krankenhaus ist das derzeitige Auto allerdings viel zu klein. Wer Julia und den kleinen Liam unterstützen möchte, kann das mit einer Spende tun.

Spendenkonto:

Julia Schnalzenberger

IBAN: AT28 2032 0328 0422 8504

BIC: ASPKAT2LXXX

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