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In St. Agatha wird das Handwerk einer originalen Hammerschmiede vorgestellt

Katharina Bocksleitner, 03.04.2024 08:00

ST. AGATHA. In der Hammerschmiede in der Ortschaft Gschwendt erwecken die Mitglieder des Vereins, der sie betreibt, dieses Handwerk aus früheren Zeiten wieder zum Leben. Ihr Obmann Ludwig Eichinger ist selbst gelernter Schmied und zeigt den Besuchern sein Können.

Ludwig Eichinger bringt die Schmiedekunst den Besuchern nahe. (Foto: Bocksleitner)
photo_library Ludwig Eichinger bringt die Schmiedekunst den Besuchern nahe. (Foto: Bocksleitner)

Die Hammerschmiede in St. Agatha gibt es seit 1626 und bis 1982 war sie in Betrieb. 1992 erwarb die Gemeinde das Gebäude und der Hammerschmiedeverein wurde gegründet. Seither musste die Schmiede mehrmals saniert und erneuert werden. In einer Hammerschmiede wurden im Gegensatz zur Huf- oder Wagenschmiede nur Werkzeuge und zu Kriegszeiten Waffen produziert. Meist wurden Auftragsarbeiten ausgeführt. Eichinger hat selbst in einer Wagenschmiede gelernt: „Das war ein wirklich interessanter Beruf, denn ich hatte jeden Tag eine andere Arbeit zu tun. Dagegen waren die Aufgaben eines Hammerschmieds eher eintönig.“ Aber dennoch stecken er und seine vier Kollegen vom Verein viel Zeit und Herzblut in die Instandhaltung und die Führungen in der Hammerschmiede. Bei der letzten Sanierung haben sie circa 3.000 freiwillige Arbeitsstunden investiert, um das Obergeschoß wieder benutzbar zu machen.

Die Hammerschmiede

Der Stauteich der Schmiede wird vom Mühlgrabenbach gespeist und bringt die Wasserräder dazu, sich zu drehen. Dadurch setzen sich der Hammer und der Schleifbock in Bewegung. In der Esse wird das Metall mit glühender Kohle erhitzt. Die Luftzufuhr wurde früher durch einen Blasebalg gewährleistet. Heute geschieht das durch eine elektrische Lüftung. Wenn das Metall heiß genug ist, wird es mit dem durch die Wasserräder betriebenen Hammer in Form gebracht. Die Feinarbeiten werden dann auf dem Amboss erledigt.

Schauschmiede und Führungen

Jeweils am ersten Sonntag im Monat bieten die Mitglieder des Vereins einen Tag der offenen Hammerschmiede. Interessierte können ab 12.30 Uhr vorbeikommen, kostenlos der Führung lauschen, dem Schmied bei der Arbeit zusehen, es selbst einmal ausprobieren oder in der Stube im Obergeschoß ein Getränk genießen. Ansonsten sind für Gruppen das ganze Jahr über Führungen nach Anmeldung möglich. Der Eintritt beträgt 50 Euro pro Führung, eine Gruppenstärke von mindestens zehn Personen wird empfohlen. Die Führung dauert circa eine Stunde. Kinder dürfen nur mit Begleitpersonen teilnehmen. Mit den Einnahmen wird die Erhaltung der Schmiede finanziert. Die fünf ehrenamtlichen Mitarbeiter machen circa 50 Führungen im Jahr. Allerdings sind die Vereinsmitglieder auf der Suche nach Nachfolgern. „Wir brauchen junge Leute, die sich für die Schmiede und das Handwerk interessieren und die unsere Arbeit irgendwann übernehmen können. Wir sind selbst alle mit Leidenschaft dabei, sonst würden wir es schon längst nicht mehr machen“, erklärt Eichinger.

Das Bauernmuseum

Das Bauernmuseum im Obergeschoß bietet eine große Auswahl an alten landwirtschaftlichen Geräten, die in der heutigen Zeit nicht mehr verwendet werden und deshalb vielen Menschen nicht mehr bekannt sind.


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