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SPÖ-Bundesgeschäftsführer Max Lercher: „Freiwilligkeit gibt es nur bei der Feuerwehr“

Sabrina Lang, 05.07.2018 15:39

 
GRIESKIRCHEN. Bei seinem Besuch im Bezirk Grieskirchen überzeugte sich SPÖ-Bundesgeschäftsführer Max Lercher von der SPÖ-Arbeit in Stadt und Land. Der Steirer ist seit Dezember 2017 als Nachfolger von Christoph Matznetter in diesem Amt tätig. Im Tips-Interview spricht er über das Thema der 60-Stunden-Woche und Selbstkritik in der Partei.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Max Lercher stattete Grieskirchen einen Besuch ab.
  1 / 2   SPÖ-Bundesgeschäftsführer Max Lercher stattete Grieskirchen einen Besuch ab.

Tips: Herr Lercher, was führt Sie nach Grieskirchen?

Max Lercher: Ich bin das erste Mal hier. Es herrscht eine sehr offene, nette und freundliche Stimmung in Grieskirchen, wie ich finde. Anlass ist die Bezirksausschusssitzung der SPÖ, die heuer erstmals in Gallspach stattfindet.

Was ist Ihr erster Gedanke zum aktuellen Thema, der geplanten 60-Stunden-Woche?

Es wird für die Arbeitnehmer nichts besser werden, in keinem Punkt. In Wahrheit ist es eine Ausweitung der Arbeitszeit, Lohnraub und ein Aushebeln der Betriebsräte. Ich bin der Meinung, dass diese Gesetzesvorlage zurückgezogen gehört und vernünftige Gespräche mit den Sozialpartnern geführt werden sollten. Freiwilligkeit gibt es nur bei der Feuerwehr, aber nicht zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. (Die 11. und 12. Stunde sollten laut Bundesregierung vom Arbeitnehmer freiwillig geleistet werden können, Anmerkung der Redaktion).

Wie fühlt sich die SPÖ eigentlich in der Opposition?

Ich fühle mich großartig. Ich kenne es nicht anders (lacht). Wir haben viele Parteibeitritte und so viele Aktionen wie noch nie. In Summe kann ich sagen: Es läuft gut. Die Sozialdemokratie hält sich in den Umfragen. Es gibt keinen Absturz obwohl sich die Regierung gerade im Honey Moon befindet.

Die SPÖ übt Kritik an der Regierung.Gibt es auch Anlass zur Selbstkritik?

Selbstkritik ist etwas Gutes, davon kann man wachsen. Wir organisieren uns nun neu, das ist selbstkritisch und ein Effekt der Opposition. Wir öffnen mit unserer Grundsatzreform Strukturen und haben ein kommunalpolitisches Handeln als Schwerpunkt. Die Kritik an der Bundesregierung wird allerdings nicht abreißen. Bei sinnvollen Maßnahmen haben sie uns aber als Partner, da verstecken wir uns nicht.


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