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Arbeiterkammer Grieskirchen erkämpft 5,6 Millionen Euro für ihre Mitglieder

Sabrina Lang, 09.03.2020 15:25

GRIESKIRCHEN. Mehr als 5,6 Millionen Euro erkämpfte die Arbeiterkammer (AK) Grieskirchen im vergangenen Jahr an arbeits- und sozialrechtlichen Ansprüchen sowie an Forderungen nach Insolvenzen für ihre Mitglieder. Das Thema Entgelt beschäftigt die Arbeitsrechtsexperten dabei besonders.

AK-Vizepräsident Andreas Stangl und die Grieskirchner AK-Bezirksstellenleiterin Elisabeth Marschalek ziehen Bilanz. Foto: LangS

4.105 AK-Mitglieder wandten sich mit arbeits- und sozialrechtlichen Fragen an die AK Grieskirchen. 2.500 telefonisch, 1.464 persönlich und 141 per E-Mail. In 79 Fällen war die außergerichtliche Rechtshilfe erfolgreich. Hier konnten 210.850 Euro an vorenthaltenen Entgelt eingebracht werden. Durch 24 Rechtsvertretungen vor dem Arbeitsgericht wurden 93.089 Euro erkämpft. Der kleinste Betrag machte dabei zwölf Euro aus, der höchste erstrittene Betrag 21.041 Euro.

Meistens Fälle aus Unternehmen ohne Betriebsrat

Im Bezirk Grieskirchen kommen die Fälle vor allem aus Branchen wie dem Gastgewerbe, der Arbeitskräfteüberlassung und dem Handel und 88 Prozent der Fälle aus Unternehmen ohne Betriebsrat. AK-Vizepräsident Andreas Stangl stellt indes klar: „Es ist nicht unser Ziel so viel wie möglich zu erstreiten, sondern, dass die Arbeitnehmer gleich gerecht entlohnt werden und die Rechte eingehalten werden sowie der Respekt gegenüber den Arbeitnehmern gewahrt bleibt“.

Fall aus der Sozial- und Arbeitsrechtsberatung

Die Gattin und die Tochter eines schwer kranken 88-jährigen Mannes aus dem Bezirk Grieskirchen wandten sich an die AK und berichteten, dass der Mann in einem schlechten gesundheitlichen Zustand sei. Nach einer Gehirnblutung leide er an einer starken Bewegungseinschränkung. Ebenso ist er stark dement. Eine Betreuung rund um die Uhr sei nötig. Er könne nicht alleine aufstehen, sei nachts verwirrt und hat Panikzustände. Gewährt wurde dem Mann Pflegestufe 5 was 936,90 Euro und 180 Stunden monatlich entspricht. Wenn zeitlich unkoordinierte Betreuungsmaßnahmen dazu kommen, ist die nächste Pflegestufe fällig. Aus Sicht der AK war dies hier der Fall. Ein neues Gutachten bestätigte diese Einschätzung. Der Mann erhielt rückwirkend und dauerhaft Pflegestufe 6 und monatlich 371,40 Euro mehr.


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