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GASPOLTSHOFEN. Die SPÖ Gaspoltshofen machte bei einer Infoveranstaltung erneut auf das hohe Schwerverkehrsaufkommen im Ortszentrum aufmerksam. Viele Gaspoltshofner fühlen sich laut der SPÖ von der Landespolitik im Stich gelassen und leiden unter dem LKW-Verkehr. Tips hat exklusiv beim zuständigen Landesrat und Bürgermeister nachgefragt, ob weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Verkehrs gesetzt werden.

Thomas Antlinger und Andreas Ehrenleitner vor einem der unzähligen LKWs, die durch Gaspoltshofen donnern. (Foto: SPÖ)

Rund 50 Anrainer versammelten sich auf dem Parkplatz des Spar-Marktes und diskutierten mit der SPÖ Gaspoltshofen und dem Roten Landtagsabgeordneten Thomas Antlinger über die Thematik Schwerverkehr durch Gaspoltshofen. Bereits im Vorjahr haben die Sozialdemokraten in Gaspoltshofen eine Unterschriftenaktion gegen die vielen LKWs, die durch das Ortsgebiet fahren, gestartet. Einstimmig wurde im Gemeinderat dann eine Petition an die OÖ. Landesregierung und den Landtag geschickt, um sich mit der Thematik zu befassen. Thomas Antlinger argumentierte im zuständigen Petitionsausschuss, warum der Schwerverkehr durch Gaspoltshofen nicht nur eine massive Verminderung der Lebensqualität mit sich bringe, sondern auch die Sicherheit von Radfahrern und Kindern massiv gefährde.

SPÖ-Antlinger: „Notwendigkeit nicht gesehen“

„Leider wurde im Ausschuss die Notwendigkeit eines LKW-Fahrverbots nicht gesehen. Es wurde damit argumentiert, dass in anderen Gemeinden viel mehr Schwerverkehr durch das Ortszentrum fährt und damit kein Handlungsbedarf besteht“, zeigt sich Thomas Antlinger enttäuscht.

Durchzugsverkehr laut SPÖ auch ein Problem

Problematisch sieht SPÖ-Gemeindevorstand Andreas Ehrenleitner nicht nur den Schwerverkehr auf der Bundesstraße 135 durch den Ortskern, sondern auch den Durchzugsverkehr auf der Landesstraße 520 von Haag am Hausruck kommend.

„Schäden auf den Häusern“

„Mir erzählen die Gaspoltshofner immer wieder, dass sie durch den Lärm kaum mehr schlafen könnten und teilweise auch Schäden auf den Häusern auftreten. Es braucht endlich eine Lösung, damit Gaspoltshofen nicht mehr im Schwerverkehr erstickt“, betont SPÖ-Politiker Ehrenleitner.

Steinkellner: „Unter dem Landesdurchschnitt“

Weniger problematisch sieht das Ganze der Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ). Aus seinem Büro heißt es auf Tips-Anfrage, dass die Zählung im Ortszentrum von Gaspoltshofen einen durchschnittlichen täglichen Verkehr von 5.814 Fahrzeugen pro 24 Stunden ergab. Der Schwerverkehrsanteil liegt mit 6,6 Prozent im Vergleich zum gesamten „Landesstraßennetz B“ unter dem Landesdurchschnitt. Aufgrund dessen seien keine weiteren Verkehrsmaßnahmen im Zusammenhang mit einem LKW-Fahrverbot auf der Bundesstraße 135 für den Bereich der Gemeinde Gaspoltshofen notwendig, teilt das Büro des Landesrates mit.

Alternativroute geprüft

Darüber hinaus wurde geprüft, ob bei einem Fahrverbot für LKWs durch das Zentrum von Gaspoltshofen die Route über die Wilhelmsberger Straße und Gaspoltshofener Straße als Alternativroute geeignet wäre. Das Ergebnis: Jeder zusätzliche und dauerhafte LKW-Verkehr auf dieser Strecke beeinträchtige „die Sicherheit, Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs deutlich“. Somit habe man diese Stecke als Alternativroute zur B135 als nicht sinnvoll erachtet, heißt es weiter.

Bereits 2013 Maßnahmen gesetzt

Auf der Gallspacher Straße wurde bei Kilometer 17,7 im Jahr 2013 ein LKW-Kontrollplatz mit einer Gesamtlänge von 100 Metern errichtet, um eine effiziente LKW-Kontrolltätigkeit zu erleichtern.

Weiterer Kontrollplatz

Derzeit werde geprüft, ob die Errichtung eines weiteren Kontrollplatzes für den Schwerverkehr auf der Landesstraße 520 erfolgen kann, um eine verstärkte Überwachung durch die Polizei zu ermöglichen, betont das Büro des Landesrates Steinkellner.

Regelmäßige Kontrollen

Die Polizeikontrollen finden am bestehenden Kontrollplatz an der B135 Gallspacher Straße regelmäßig statt. Aber: „Obwohl wir alle Möglichkeiten der Kontrolle zum Schutze der Bevölkerung in Anspruch nehmen, können Mautflüchtlinge leider nicht zur Gänze verhindert werden“, so Steinkellner.

Bürgermeister spricht von zahnlosem Gesetz

Gaspoltshofens Bürgermeister, Wolfang Klinger (FPÖ), sieht das Hauptproblem im „zahnlosen LKW-Fahrverbot“. Denn: „Wenn die Autobahn eine längere Strecke bedeudet, darf man auch die Abkürzung fahren – damit ist das LKW-Fahrverbot unwirksam“, erklärt Wolfang Klinger. Es müsse neu definiert werden, ob längere Strecken zugemutet werden können. Doch hier seien dem Landesrat Steinkellner die Hände gebunden, so Klinger, der die Zuständigkeit beim Bund sieht.


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