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GROSS GERUNGS. Mehr als 300 Atemschutzträger der Feuerwehren aus dem Bezirk Zwettl nehmen derzeit an der „Heißausbildung Stufe 4“ teil. Am 1. November 2016 wurde für diese freiwillige Sonderausbildung in Groß Gerungs für fünf Tage ein LKW mit Spezialaufbau stationiert. Dabei handelt es sich um einen Container, der mit Gas befeuert wird und in dessen Innenraum unterschiedliche Brandsimulationen durchgeführt werden können.

  1 / 2   Unterschiedliche Brandsimulationen erwarten die Kameraden der Feuerwehr im Container. Fotos: Günther Huber

Der Einstieg der Drei-Mann-Trupps erfolgt über eine enge Dachluke. Weiter geht es im Rückwärtsgang abwärts über eine schmale, gedrehte Eisentreppe. Und zwar in schwerer Schutzbekleidung, mit dem sperrigen Atemschutzgerät am Rücken und Strahlrohr sowie Löschleitung am Mann. Im Container erwarten die Männer dann neben Rauch und schlechter Sicht konstante 120 bis 140 Grad Celsius. Überwacht wird der Einsatz vom technischen Leitstand und durch einen Ausbildner, der sich direkt im Container befindet und zugleich das Verhalten der Trupps analysiert.

Erste Aufgabe ist das korrekte Öffnen und Betreten eines unbekannten Raumes, der vermutlich in Vollbrand steht. In geduckter und zum Teil auch kniender Haltung werden die Flammen durch gezielte, kurze Wasserstöße bekämpft. Dabei entstehender Dampf macht das Raumklima noch unangenehmer und reduziert die Sicht auf fast Null.

Im nächsten Abschnitt sind die Männer mit einer brennenden Gasflasche konfrontiert. Diese gilt es zu löschen, zu kühlen und zu bergen. Der dritte und letzte Teil ist eine sogenannte „Flashover-Simulation“: In Räumen kommt es durch gestaute Hitze und heiße Brandgase zu einem schlagartigen Vollbrand. Bei dem Training muss der Trupp die Gefahr rechtzeitig erkennen und geeignete Maßnahmen setzen. Kurzzeitig ist das Team dabei Temperaturen um die 500 Grad Celsius ausgesetzt. Während des 20-minütigen Ablaufes im Brandcontainer wird mehrmals die Position gewechselt, damit jeder der Teilnehmer mindestens einmal die Funktion des Truppführers übernehmen kann. Die Ausbildner achten dabei auf die fachgerechte und exakte Ausführung der Aufgaben. Wichtig ist auch die Kommunikation des Trupps untereinander. Schnelligkeit spielt nur eine untergeordnete Rolle.

„Die Hitze und das Klima im Container sind zwar hart an der Grenze des Erträglichen, aber ein derart realitätsnahes Training kann nur selten wo absolviert werden“, so die Aussage einiger Teilnehmer. Zudem hat man nun am eigenen Leib spüren können, in welchem Ausmaß die Schutzkleidung ihren Zweck erfüllt. Der Umgang mit den Geräten und die Kommunikation mit den Kameraden unter erschwerten Einsatzbedingungen konnten an diesen Tagen weiter gefestigt werden. Heißausbildung ist ein wichtiger Bestandteil in der Atemschutzgeräteträgerausbildung. Im Ernstfall hat man keine Zeit sich an den Stress, die Hitze und an den Rauch zu gewöhnen, deshalb ist es wichtig, diese Stressfaktoren in die Ausbildung zu integrieren. Bis morgen Samstag, 4. November, werden die Ausbilder rund 110 Trupps aus den Bezirken Krems, Zwettl und Hollabrunn schulen.


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