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Leserartikel Online Redaktion, 22.09.2017 13:41

GROSS SIEGHARTS. Die Kunstfabrik lädt zur Vernissage von zwei neuen Ausstellungen.

Eva-Maria Raab - "sun selfie"
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Die Kunstfabrik präsentiert neue Ausstellungen in der Galerie und im Projektraum junge Kunst. Am Samstag, 23. September um 19 Uhr beginnt die Vernissage. Die Künstlerin Eva-Maria Raab zeigt „le temps d“une vague“ in der Galerie. Julia Amelie, Martina Menegon und Swati Soharia haben den Projektraum junge Kunst mit ihren „Symbols of trouble“ gefüllt.

Eva-Maria Raab

Mit ihrer Serie „Sun Selfies“ reflektiert Eva-Maria Raab über unser Bild von der Natur und gleichsam über die unendliche Bilderflut, die wir täglich von uns selbst über die sozialen Medien verbreiten: Die Künstlerin hat die Sonne „von ihrer schönsten Seite“ abgelichtet und dann die Bilder mithilfe des ultravioletten Lichts der Sonnenstrahlen sich selbst entwickeln lassen.

In „Space Invasions“ überrascht Eva-Maria Raab mit der Tatsache, dass es in Wirklichkeit zwei Horizonte gibt: den - bekannten - der Landschaft und - darüber - den der Wolkendecke. Zwei Welten, die übereinander gestapelt ein paralleles Dasein führen und, gemeinsam auf eine Fotographie gebannt, deutlich machen, das wir vor allem von uns Nicht-Sichtbarem umgeben sind.

Aktuell beschäftigt sich Eva-Maria Raab mit dem fotografischen analysieren von Meereswellen. Die Unmöglichkeit des Festhaltens dieser Phänomene bringt hier das zentrale Thema der Künstlerin noch einmal auf den Punkt: welche Bedeutung haben Zeit und Raum in unserer digitalisierten Welt. Welche visuellen Stereotype haben sich bereits in unseren Alltag eingeschlichen und wie kann unser gewohnter Blickwinkel doch noch durchbrochen werden.

Symbols of Trouble

Der Titel der Ausstellung stammt aus dem Buch „Folk Devils and Moral Panics“ des Soziologen Stanley Cohen. Cohen beschäftigt sich mit der Frage, welche Rolle die Massenmedien in der Verbreitung von Angst und Panik in unserer Gesellschaft spielen. Die Ausstellung verlegt die Debatte über die „Symbole der Unruhe“ nun in den Bereich der zeitgenössischen Kunst.

Die Künstlerinnen Julia Amelie, Martina Menegon und Swati Soharia befassen sich auf unterschiedliche Weise mit den Fragen: Ist Kunst das bessere Medium zur Schaffung von Bewusstsein als die Massenmedien? Und kann zeitgenössische Kunst eine positive Form moralischer Panik erzeugen?

Die Ausstellung wird kuratiert von Cezara Nicola.


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