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STADT HAAG. Wer den Alltag langweilig findet, der schaut nur nicht genau genug hin. Die Lieder von Christian Lugmayr zeigen, dass der Alltag spannend, lustig oder auch traurig sein kann – niemals aber langweilig.

Christian Lugmayr gießt seine Gedankenwelt in melodievolle Lieder. Foto: mott
Christian Lugmayr gießt seine Gedankenwelt in melodievolle Lieder. Foto: mott

STADT HAAG. Mit seinen Chansons im Mostviertler Dialekt, sammelt Christian Lugmayr Geschichten und Gedanken, die er aus dem Alltag pflückt und auf originelle Weise musikalisch neu ordnet.

„Unter uns gesagt ...“

Sein neues Programm „Unter uns gesagt ...“, das er mit den Freunden Martin „Rocky“ Rockenschaub (Piano, Cajon, Gesang), Wolfgang Michelmayer (Geige, Gesang) und Rudi Seirlehner (Klarinetten, Mundharmonika) spielt, besteht aus ein paar bereits bekannten Titel wie „Mit mir is fad“ und vielen neuen Liedern.

Verantwortung für Menschen, die am Rande stehen

Ein Lied ist dabei, das Christian Lugmayr bereits vor 30 Jahren geschrieben hat, das aber bislang noch nicht den Weg auf die Bühne gefunden hatte. Christian erzählt den Hintergrund zu dem Lied: „Wie wir zur Schule gefahren sind, waren wir immer eine Gruppe Leute, die beisammen gestanden sind und uns gut unterhalten haben. Und da gab es einen jungen Burschen, der immer allein gestanden ist. Ich wusste von ihm nur, dass er aus einem schwierigen Elternhaus stammt. Und eines Tages war er nicht mehr da. Wir hatten darauf erfahren, dass er Suizid begangen hatte. Das Lied „Un-erhört“ handelt von der Verantwortung für Menschen, die am Rande stehen. Das Lied hatte ich immer im Kopf. Diesmal spiele ich es.

„Das Lied „Mensch ärgere dich nicht“ handelt von Leuten, die wegen kleiner Dinge gleich explodieren, von Leuten, die auf die dunkle Seite kippen. Auch für dieses Lied gab eine Alltagsbeobachtung den Anstoß. Lugmayr beobachtete in einem Lokal ein Ehepaar, das Mensch-ärgere-dich-nicht spielte. Dabei stritten die beiden heftig und bezichtigten sich gegenseitig, geschummelt zu haben.

Lied in „französischer“ Sprache

Mit „Vive la france“ bewegt sich Lugmayr auf den Spuren der französischen Chansons. Er erklärt: „Ich liebe die französichen Chansons von Charles Aznavour und Jacques Brel. Mir gefällt der Aufbau dieser Lieder und die Art, wie sie komponiert sind. So etwas wollte ich auch machen. Allerdings kann ich nicht französisch.“ Daher nahm Lugmayr alle möglichen französischen Wörter und Redewendungen, die auch im Deutschen gebräuchlich sind, und formte daraus sein Chanson.

„Waun werd i erwachen?“

Christian Lugmayr ist 62 Jahre alt und seit Kurzem in Pension. Dennoch empfindet er sich noch nicht richtig erwachsen. Davon handelt das Lied „Waun werd i erwachsen?“ „Ich habe das Gefühl, dass ich nie erwachsen werde. Erwachsen sind immer nur die anderen. Aber das ist gut so: Ich möchte mir die Unvernunft bewahren.“ Natürlich bleibt, wo es wichtig ist, auch genug Vernunft über.

Die meisten Lieder spielt Lugmayr gemeinsam mit seinen Freunden. Ein paar Lieder trägt er solo vor, wie etwa „Seit ich so authentisch bin“. Das Gedankenexperiment handelt von einem, der immer alles sagt, was er denkt und damit natürlich Schiffbruch erleidet. Fazit: „Mit der Wahrheit kommt man nicht weit.“

Melodie und Worte kommen gemeinsam

Wenn Christian Lugmayr neue Lieder schreibt, dann kommen meist die Worte und die Melodien gleichzeitig. „Ich setze mich nicht hin und sage mir „So, jetzt schreibe ich ein Lied“. Die Lieder kommen etwa, wenn ich auf der Gitarre improvisiere und mich von der Melodie treiben lasse. Es gibt Tage, da sprudeln die Ideen und andere, an denen nichts kommt.“ Wenn man die lange Liste der Lieder, die Christian schon geschrieben hat, betrachtet, kann man davon ausgehen, dass es oft sprudelt.

Gemeinsame Arragements

Die Arrangements in der Musikgruppe entstehen dann gemeinsam. Christian erklärt, wie ein Lied klingen soll, wie er es im Kopf hat. Er singt den Instrumentenalisten vor, wie er es gern hätte. Aber die anderen Musiker dürfen natürlich auch ihre Ideen einbringen und gemeinsam entsteht dann das fertige Lied.

Zu hören sind diese und mehr Lieder im Haager Theaterkeller. Da es für den ersten Termin nur noch wenige Karten gibt, wurde ein Zusatztermin eingeschoben, für den der Kartenverkauf auch schon sehr gut läuft.

Freitag, 18. Oktober, 20 Uhr

Samstag, 19. Oktober, 20 Uhr

Haager Theaterkeller, Stadt Haag

Eintritt: 18/16 Euro

Karten: 07434-44600-0

reservierung@theaterkeller.at

www.theaterkeller.at


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