„Verfolgt, gejagt und gerettet“

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Victoria  Preining Victoria Preining, Tips Redaktion, 09.11.2019 11:00 Uhr

HAIBACH IM MÜHLKREIS. Als Kind hat Anna Hackl miterlebt, wie ihre Familie zwei KZ Häftlinge versteckte, als es zur „Mühlviertler Hasenjagd“ kam.

Februar 1945: Anna Hackl, damals noch Anna Langthaler, ist gerade einmal 14 Jahre alt, als es zur sogenannten „Mühlviertler Hasenjagd“ kommt und ihre Familie für drei Monate auf ihrem Bauernhof in Winden (Schwertberg) zwei russische Kriegsgefangene vor der SS versteckt. Zur Erinnerung: Mehr als 500 Häftlinge waren damals aus dem Konzentrationslager Mauthausen ausgebrochen. Überlebt haben dies im Endeffekt nur elf Menschen. Denn neben den eisigen Temperaturen wurden die Flüchtenden vor allem von den SS Männern – und zum Teil auch unter der Beteiligung der ortsansässigen Bevölkerung - wie „Hasen“ gejagt und getötet. Die Aktion von Hackls Familie, zwei dieser Häftlinge unter hohem Risiko zu verstecken war also „komplett gegen den Strom“ gerichtet. Denn auch als die SS und der Volkssturm den Bauernhof durchsuchten, wurden sie nicht verraten.

Vortrag am 21. November

Auch jetzt noch hält die heute 88-Jährige Vorträge über das Erlebte und berichtet über die nachhaltige Freundschaft mit den beiden Geretten. Die gelebte Nächstenliebe ihrer Familie prägte Hackl bis in ihr hohes Alter. Immer wieder legt sie in ihren Vorträgen Zeugnis dafür ab, dass sich der Glaube an die Würde des Menschen von menschenverachtenden Gesinnungen nicht beirren lässt.

Am Donnerstag, den 21. November wird Anna Hackl nun ihre Geschichte um 19.30 Uhr auch im Saal in Renning in der Gemeinde Haibach erzählen. „Wir freuen uns, dass Anna Hackl trotz ihres betagten Alters zugesagt hat diesen Vortrag zu halten. Wir nehmen den 100er unseres betagten Altbürgermeisters, Ehrenbürger und ebenfalls Zeitzeugen und Gründer des Kameradschaftsbundes Josef Mayr zum Anlass genau an seinem Geburtstag diesen Abend zu gestalten. Aber auch die Tatsache, dass vor 80 Jahren eines der grauslichsten Kapitel in der Geschichte begonnen hat ist Anlass genug wieder einmal nach dem Warum zu fragen“ so Bürgermeister Josef Reingruber.

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