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Boden des Hallstättersees soll Auskunft über Einfluss von Naturkatastrophen auf Menschen geben

Hans Promberger, 30.06.2017 16:31

HALLSTATT. Forscher des Naturhistorischen Museums Wien und der Universität Innsbruck untersuchen den Boden des Hallstättersees, um Daten zur Umweltentwicklung zu erheben. Informationen zu großen Massenbewegungen und extremen Niederschlagsereignissen stehen im Zentrum des Interesses.

Wie beeinflussten Extremereignisse die früheren Gesellschaften rund um den Hallstättersee? Bohrungen sollen Erkenntnisse bringen. Foto: Luftbildarchiv Uni Wien

Untersucht werden vor allem die Zuflüsse des Sees. Gebohrt wird in den Mündungsbereichen der Flüsse. Forscher vom Institut für Geologie der Uni Innsbruck entnehmen in den nächsten Tagen bis zu zwei Meter lange Sedimentbohrkerne. Die neuen Bohrungen sollen wichtige Aufschlüsse über die Mechanismen der Sedimentablagerung und -verteilung im See liefern. Die Analyse der unterschiedlichen Bohrkerne ist von wesentlicher Bedeutung für die Rekonstruktion vergangener Umweltereignisse. Die Forscher erhoffen sich dadurch Einblicke in den Ablauf von besonderen Naturgeschehnissen wie Massenbewegungen und extremen Niederschlagsereignissen.

Für die Bohrung verwenden sie ein sogenanntes Schwerelot mit einem eingeschraubten PVC-Rohr von bis zu zwei Metern Länge. Dieses dringt aufgrund seines Gewichts in die weiche Sedimentoberfläche am Seeboden ein und erlaubt so das Herausstechen eines Sedimentkerns mit einem Durchmesser von 6,5 Zentimeter. Anders als im Vorjahr wird nicht von einer schwimmenden Bohrplattform, sondern von einem Boot aus gebohrt.

Die Arbeiten auf dem Hallstättersee und die weiterführenden Forschungen finden im Rahmen des Facealps-Projekts statt. Dieses wird von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften finanziert und am Naturhistorischen Museum Wien durchgeführt. Erforscht wird die Mensch-Umweltbeziehung über die letzten 3.500 Jahre im Einzugsgebiet des Hallstättersees. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem Einfluss natürlicher Extremereignisse auf die menschlichen Gesellschaften rund um den Hallstättersee. Mit dem Projekt beschäftigen sich Wissenschaftler aus Archäologie, Geo- und Biowissenschaften.


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