Oase Werkstatt sorgt seit 20 Jahren für sinnvolle Beschäftigung
HASLACH. Seit 20 Jahren bemüht sich die Oase Werkstatt, eine Einrichtung des Arcus-Sozialnetzwerks, arbeitswilligen Klienten eine sinnvolle Beschäftigung zu bieten. Und seit 20 Jahren gibt es genug zu tun.

„Die Idee sei ja gut, aber können sie das auch?“ So manche skeptische Stimme wurde laut, als die Oase Werkstatt damals ihre Dienste angeboten hat. Mit ein paar Böschungen zum Mähen hat es dann begonnen und schon bald waren alle Bedenken zerstreut. Seit 1999 beauftragt die Gemeinde Haslach jedes Jahr die 24 Oase-Mitarbeiter mit der Grünraumpflege. Rasen und Wiesen mähen, Gehsteig, Parkanlage und Blumenbeete pflegen für die Gemeinde und Private machen den größten Teil der Arbeiten aus. Dazu kommen Lohn- und Auftragsarbeiten, informiert Einrichtungsleiter Walter Gierlinger.
Ein Stück Normalität
„Wir wollen unseren Klienten mit der Arbeit, die sie leisten, ein Stück Normalität vermitteln. Auftrag ist es, sie für einen geschützten Arbeitsplatz vorzubereiten und zu vermitteln, aber dieser Schritt ist sehr groß“, berichtet Gierlinger. Zwar seien sie in ihrer Arbeit gut ausgebildet – können etwa mit der Motorsense und Rasenmäher gut umgehen oder kennen sich mit Arbeitsschutz aus –, aber das Drumherum, das zu einem Arbeitsplatz gehört, sei oft schwierig.
18.000 Fingerschienen jedes Jahr
Neben der Grünraumpflege übernehmen die Mitarbeiter verschiedenste Arbeiten: Für ÖkoFen etwa werden Steuerungskabel konfektioniert; für 18 Krankenhäuser von Rohrbach bis Linz und Wien jedes Jahr rund 18.000 Fingerschienen gewickelt; in der Holzwerkstatt werden Baumschoner oder auch Bierkisten hergestellt.
Enthindert kreativ
Besonders gerne werden die Menschen mit Beeinträchtigung aber im Kreativbereich mit Heidi Eckerstorfer aktiv, wo zum Teil aus altem Leinen neue Taschen, Polster, Tischläufer, Handtücher und kunstvolle Bilder entstehen. Ursprünglich entstanden, um den Beschäftigten eine Auszeit zu ermöglichen, ist man mittlerweile weit weg davon. „Dieser Bereich hat sich sehr erfreulich entwickelt und unsere textilen Produkte und Bilder verkaufen sich sehr gut.“ Angeboten werden die kreativen Waren über die eigens eingetragene Marke „Enthindert kreativ“.
20 Jahre werden gefeiert
„Wir haben sehr tüchtige Leute, die gerne arbeiten wollen“, fasst Walter Gierlinger zusammen. Und ergänzt: „Es ist uns 20 Jahre hier in unserer Oase sehr gut gegangen und wir werden unterstützt von vielen Ämtern, Behörden, der Bevölkerung – da möchten wir etwas zurückgeben.“ Deshalb lädt die Oase Werkstatt am 10. November zum integrativen Ball. Der Reinerlös kommt einem Projekt der Salvatorianerin Schwester Hildegard Enzenhofer zugute, die in der Nähe von Jerusalem das Pflegeheim „Beit Emmaus“ leitet. Dort werden ältere und beeinträchtigte Frauen aus Palästina betreut und gepflegt.
Termin:
Samstag, 10. November, 20 Uhr (Einlass: 19 Uhr)
TUK Haslach
Vorverkauf: Oase und Sparkasse Haslach um 13 Euro, Abendkasse: 15 Euro


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