Naturtipp für März: Der Seidelbast – giftige Schönheit
MÜHLVIERTEL. Nach der Schneeschmelze beginnt die Suche nach den ersten Frühlingsboten. Einer der Frühstarter unter den Pflanzen, den man nicht selten aus zehn oder 20 Metern Entfernung auch mit der Nase aufspüren kann, ist der Seidelbast.

Seine zartrosa Blüten sind auch für unsere Augen eine Wohltat. In dichten Büscheln sitzen sie um die Zweige des niedrigen Strauches. Erst später treiben auch die Blätter aus. Hummeln, Bienen und Schmetterlinge suchen diese frühen Blüten ab Ende Februar bis in den April hinein auf, um deren Nektar zu sammeln. Die lieblichen Blüten sitzen, wenn man genau hinschaut, direkt auf den Zweigen. Botaniker sprechen von der Sprossachse. Das ist eine Besonderheit in unserer heimischen Pflanzenwelt und findet sich erst wieder bei Pflanzen in den tropischen Klimazonen, wie zum Beispiel bei der Kaffeepflanze oder beim Kakaobaum.
Streng geschützt
Doch so bezaubernd die Pflanze auf uns wirkt, wir sollten uns hüten sie zu berühren oder gar Zweige für die Vase mit nach Hause zu nehmen. Der Seidelbast zählt zu den streng geschützten Pflanzen und zudem sind alle seine Teile sehr giftig. Bereits zehn bis zwölf der scharlachroten Beeren sollen für Menschen tödlich wirken. Es ist also besser, die Finger von ihm zu lassen. Vögel vertragen die Beeren unbeschadet, scheiden die Samen wieder aus und tragen so zur Verbreitung der Pflanzen bei.
Lebensgemeinschaft mit Wurzelpilz
Der Seidelbast hat aber noch eine weitere Besonderheit aufzuweisen. Seine Wurzeln leben in Gemeinschaft mit einem Wurzelpilz der Rotbuchen. In diesem Umfeld gedeiht dieser Strauch prächtig. Wer die Schönheit des Seidelbastes nicht nur beim Spaziergang sondern auch in seinem Garten bestaunen möchte, dem sei eine Variante empfohlen, die es bei den oberösterreichischen Gärtnern zu erwerben gibt.
Verfasser:
Karl Zimmerhackl
Naturschutzjugend önj Haslach


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