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Skitunnel "vom Tisch" - Diskussion um Verbindung der Pyhrn-Priel Skigebiete geht weiter

Leserartikel Jakob Weiermair, 08.09.2015 17:05

PYHRN-PRIEL/OÖ. Per Aussendung teilte Landeshauptmann Josef Pühringer am 2. September mit, dass eine Tunnelvariante zur Verbindung der Skigebiete Hinterstoder/Höss und Wurzeralm für ihn „vom Tisch“ sei. Gleichzeitig wird aber die Skigebietsverbindung als „beste Lösung“ für die Weiterentwicklung des Tourismus in der Region bezeichnet. Die Grünen fordern stattdessen einen Ausbau des Ganzjahrestourismus und eine Erweiterung des Nationalpark Kalkalpen.

Die Diskussion um eine Weiterentwicklung der Pyhrn-Priel Skigebiete geht weiter. Foto: Martha Rieß
  1 / 4   Die Diskussion um eine Weiterentwicklung der Pyhrn-Priel Skigebiete geht weiter. Foto: Martha Rieß

Viel war seit Herbst 2014 von einer möglichen Tunnelvariante zur Verbindung der Pyhrn-Priel- Skigebiete zu hören. Landes­hauptmann Josef Pühringer teilte nun mit: „Der Tunnel ist wirt­schaftlich nicht darstellbar und in Zeiten wie diesen auch nicht finanzierbar.“ Darüber hinaus, so Pühringer, sei der Eingriff in die Natur zu stark. Außerdem seien die Bedenken in der Bevölkerung gegen ein Tunnelprojekt zu groß gewesen.

Pühringer für Skigebietsverbindung

Eine Verbindung der beiden Ski­gebiete wird vom Landeshaupt­mann aber weiterhin als „beste Lösung“ für die Weiterentwick­lung des Tourismus in der Region gesehen.

„Eine Verbindung ist volkswirt­schaftlich und betriebswirtschaft­lich die beste Lösung, weil durch diesen Zusammenschluss 80 bis 100 Pistenkilometer entstehen würden. Dies würde einen Inves­titionsschub bei privaten Touris­musbetrieben auslösen und die Wertschöpfung in der Region er­höhen“, so Pühringer.

„Nein“ zu Tunnel wird begrüßt - Skepsis bleibt groß

Umweltdachverband und Ös­terreichischer Alpenverein be­grüßten in ihren Reaktionen das „Nein“ des Landeshauptmanns zum Skitunnel. Äußerst skeptisch betrachtet man aber die angekün­digte Weiterentwicklung der Ski­gebiete. Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbands, erklärt: „Eine Weiterentwicklung der Ski­gebiete ist nur unter vollständiger Wahrung des Naturschutzes mög­lich, denn zwischen diesen beiden Skigebieten liegt das streng ge­schützte Naturschutzgebiet War­scheneck. Eine Aufhebung der Naturschutzgebietsverordnung kommt nicht in Frage.“

Und Franz Maier weiter: „Eine allfällige Weiterentwicklung der Schigebiete darf keinesfalls die rechtlich verpflichtende Erweiterung des Nationalparks Kalkalpen beeinträchtigen. Die Region hat einzigartige Chancen als Natur- und Nationalpark-Region - diese gilt es zu nutzen.“

Der Alpenverein sieht mit der Ankündigung des Landeshaupt­manns neuerlich die Diskussion über eine mögliche Trassenfüh­rung über das Warscheneck be­ginnen. Die Naturschutzorganisa­tionen kündigen an, sich weiterhin klar gegen derartige Pläne zu stel­len. Herbert Jungwirth, Natur­schutzreferent des Alpenvereins, sagt: „Eine Aufweichung des Na­turschutzes ist für uns völlig aus­geschlossen und einen Flächen­abtausch wird es sicherlich nicht geben.“

Und auch die Grünen treten stattdessen für eine „nachhaltige Weiterentwicklung“ des Gesamt­jahres-Tourismus und eine Natio­nalpark-Erweiterung ein.

Die Landessprecherin der Grünen OÖ, Maria Buchmayr, erklärte bei einem Lokalaugenschein am Warscheneck: „Wir fordern die anderen politischen Parteien auf, bei der Erweiterung um Flächen der Haller Mauern, des Warscheneck und des Bosruck noch 2015 einen entscheidenden Schritt zu setzen. Wir wollen von OÖ. Seite die Schutzgebiets- und länderübergreifende Zusammenarbeit mit den Nachbarbundesländern Steiermark und Niederösterreich forcieren“.

Buchmayr hebt den Wert der unberührten Naturlandschaft hervor: „Viele Gäste kommen wegen der naturbelassenen und unberührten Landschaft. Sie suchen Ruhe, Entschleunigung und ehrliche Gastfreundschaft, weitab vom Massentourismus. Damit kann die gesamte Region dienen und damit kann sie punkten.“

„Neues Projekt“

WKO-Kirchdorf-Obmann Klaus Aitzetmüller sieht durch die Ab­sage an eine Tunnellösung die Chance für „attraktivere Projekte“ zur Weiterentwicklung der Skige­biete gegeben. „Es ist jetzt wich­tig, zukunftsorientierte Schritte zu setzen und die Region hinter einem neuen Projekt zu vereinen“, so Aitzetmüller. Ein Zusammen­schluss sei nötig, um wirtschaft­lich konkurrenzfähig zu bleiben. Durch ein Verbindungsprojekt könne eine positive Dynamik in den Bereichen Arbeitsplätzen, Betriebsübernahmen und Neu­gründung von Unternehmen ent­stehen.


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