Skitunnel "vom Tisch" - Diskussion um Verbindung der Pyhrn-Priel Skigebiete geht weiter
PYHRN-PRIEL/OÖ. Per Aussendung teilte Landeshauptmann Josef Pühringer am 2. September mit, dass eine Tunnelvariante zur Verbindung der Skigebiete Hinterstoder/Höss und Wurzeralm für ihn „vom Tisch“ sei. Gleichzeitig wird aber die Skigebietsverbindung als „beste Lösung“ für die Weiterentwicklung des Tourismus in der Region bezeichnet. Die Grünen fordern stattdessen einen Ausbau des Ganzjahrestourismus und eine Erweiterung des Nationalpark Kalkalpen.

Viel war seit Herbst 2014 von einer möglichen Tunnelvariante zur Verbindung der Pyhrn-Priel- Skigebiete zu hören. Landeshauptmann Josef Pühringer teilte nun mit: „Der Tunnel ist wirtschaftlich nicht darstellbar und in Zeiten wie diesen auch nicht finanzierbar.“ Darüber hinaus, so Pühringer, sei der Eingriff in die Natur zu stark. Außerdem seien die Bedenken in der Bevölkerung gegen ein Tunnelprojekt zu groß gewesen.
Pühringer für Skigebietsverbindung
Eine Verbindung der beiden Skigebiete wird vom Landeshauptmann aber weiterhin als „beste Lösung“ für die Weiterentwicklung des Tourismus in der Region gesehen.
„Eine Verbindung ist volkswirtschaftlich und betriebswirtschaftlich die beste Lösung, weil durch diesen Zusammenschluss 80 bis 100 Pistenkilometer entstehen würden. Dies würde einen Investitionsschub bei privaten Tourismusbetrieben auslösen und die Wertschöpfung in der Region erhöhen“, so Pühringer.
„Nein“ zu Tunnel wird begrüßt - Skepsis bleibt groß
Umweltdachverband und Österreichischer Alpenverein begrüßten in ihren Reaktionen das „Nein“ des Landeshauptmanns zum Skitunnel. Äußerst skeptisch betrachtet man aber die angekündigte Weiterentwicklung der Skigebiete. Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbands, erklärt: „Eine Weiterentwicklung der Skigebiete ist nur unter vollständiger Wahrung des Naturschutzes möglich, denn zwischen diesen beiden Skigebieten liegt das streng geschützte Naturschutzgebiet Warscheneck. Eine Aufhebung der Naturschutzgebietsverordnung kommt nicht in Frage.“
Und Franz Maier weiter: „Eine allfällige Weiterentwicklung der Schigebiete darf keinesfalls die rechtlich verpflichtende Erweiterung des Nationalparks Kalkalpen beeinträchtigen. Die Region hat einzigartige Chancen als Natur- und Nationalpark-Region - diese gilt es zu nutzen.“
Der Alpenverein sieht mit der Ankündigung des Landeshauptmanns neuerlich die Diskussion über eine mögliche Trassenführung über das Warscheneck beginnen. Die Naturschutzorganisationen kündigen an, sich weiterhin klar gegen derartige Pläne zu stellen. Herbert Jungwirth, Naturschutzreferent des Alpenvereins, sagt: „Eine Aufweichung des Naturschutzes ist für uns völlig ausgeschlossen und einen Flächenabtausch wird es sicherlich nicht geben.“
Und auch die Grünen treten stattdessen für eine „nachhaltige Weiterentwicklung“ des Gesamtjahres-Tourismus und eine Nationalpark-Erweiterung ein.
Die Landessprecherin der Grünen OÖ, Maria Buchmayr, erklärte bei einem Lokalaugenschein am Warscheneck: „Wir fordern die anderen politischen Parteien auf, bei der Erweiterung um Flächen der Haller Mauern, des Warscheneck und des Bosruck noch 2015 einen entscheidenden Schritt zu setzen. Wir wollen von OÖ. Seite die Schutzgebiets- und länderübergreifende Zusammenarbeit mit den Nachbarbundesländern Steiermark und Niederösterreich forcieren“.
Buchmayr hebt den Wert der unberührten Naturlandschaft hervor: „Viele Gäste kommen wegen der naturbelassenen und unberührten Landschaft. Sie suchen Ruhe, Entschleunigung und ehrliche Gastfreundschaft, weitab vom Massentourismus. Damit kann die gesamte Region dienen und damit kann sie punkten.“
„Neues Projekt“
WKO-Kirchdorf-Obmann Klaus Aitzetmüller sieht durch die Absage an eine Tunnellösung die Chance für „attraktivere Projekte“ zur Weiterentwicklung der Skigebiete gegeben. „Es ist jetzt wichtig, zukunftsorientierte Schritte zu setzen und die Region hinter einem neuen Projekt zu vereinen“, so Aitzetmüller. Ein Zusammenschluss sei nötig, um wirtschaftlich konkurrenzfähig zu bleiben. Durch ein Verbindungsprojekt könne eine positive Dynamik in den Bereichen Arbeitsplätzen, Betriebsübernahmen und Neugründung von Unternehmen entstehen.


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