Chancen und Risiken von neuen Technologien für den Tourismus

Hits: 51
Susanne Winter, MA Susanne Winter, MA, Tips Redaktion, 28.02.2020 20:20 Uhr

HINTERSTODER. Hochkarätige Gäste diskutierten bei einem Gipfelgespräch in Hinterstoder das Thema „Digital in den Bergen: Was bringen neue Technologien für den alpinen Tourismus?“.

Das ständige Fortschreiten der Digitalisierung in vielen Lebensbereichen hat seit langem auch den Tourismus erfasst. Dies bringt nicht nur neue Angebote für den Gast, sondern verändert in zunehmendem Maße auch die tägliche Arbeit der in den Regionen tätigen Unternehmen. Doch welche Effekte lösen neue Technologieangebote für den alpinen Tourismus wirklich aus? Beim Gipfelgespräch in Hinterstoder diskutierten Interessierte mit den Podiumsgästen Anton Seeber, Präsident des Verwaltungsrats der Firma Leitner, Landesrat Markus Achleitner, Nationalrat Franz Hörl, Obmann des Fachverbandes der Seilbahnen der Wirtschaftskammer Österreich und Ulrike Rauch-Keschmann, Sektionschefin im Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus.

Digitalisierung hat den Tourismus maßgeblich verändert

Landesrat Markus Achleitner betonte: „Die Digitalisierung hat den Tourismus maßgeblich verändert. Alles was einen Nutzen bringt und funktioniert, wird bleiben. Die Digitalisierung und neue Geschäftsfelder zu nutzen, darum gehts. Aber nicht alles, was durch die Digitalisierung möglich ist, werden wir künftig auch gesellschaftspolitisch erlauben können.“ Markus Schröcksnadel, Eigentümervertreter der Hinterstoder Wurzeralm Bergbahnen AG meint: „Im Bereich der Digitalisierung probiert jeder etwas Neues zu erfinden, anstatt Bestehendes besser zu nutzen.“

Komplexe Anforderungen an die vor allem kleinstrukturierten Betriebe

Ulrike Rauch-Keschmann zählte Herausforderungen der Digitalisierung auf: „Die Digitalisierung betrifft die gesamte Dienstleistungskette, das beginnt beim Kundenverhalten, betrifft Bereiche des Arbeitsmarktes, der Aus- und Weiterbildung, die betrieblichen Abläufe, das Marketing und den Vertrieb. Es macht vor niemandem von uns halt. Das sind komplexe Anforderungen an die vor allem kleinstrukturierten Betriebe und Destinationen in Österreich.“ Rauch-Keschmann erwähnte aber auch die „enormen Chancen gerade auch für den Tourismus. Investitionen in die Digitalisierung machen oft ressourcenschonender, effizienter und sicherer. Zudem erreichen wir Gäste, an die vor 20 Jahren nicht zu denken war.“

Druck der Plattformen auf die Hotellerie

Franz Hörl meinte zu den Herausforderungen für den Tourismus: „Plattformen wie booking.com machen einen massiven Druck auf die Hotellerie. In Tirol oder zumindest im Westen Österreichs ist es in den Skigebieten schon so, dass der Wettbewerb nicht mehr bei Seilbahnen, Pisten oder bei den Regierungen stattfindet, sondern W-Lan im Skigebiet, oder die Möglichkeit der Buchung vom Handy aus. Auch eine Fotobox kommt gut an.“

Auch Landesrat Markus Achleitner sieht Plattformen kritisch: „Es geht darum diese Plattformen dort zu nutzen, wo sie sinnvoll gebraucht werden. booking.com auf Regionsebene nachzubauen halte ich nicht für sinnvoll.

Unternehmen, das neue Technologien für Skigebiete entwickelt

Die Leitner AG hat ein System entwickelt, damit ihre Partner, wie die Bergbahnen, die Skigebiete als gesamtes System so effizient wie möglich führen können. Das geht von Pistenfahrzeugen bis hin zur Beschneiung und Skileitsystemen.

Anton Seeber: “Wir haben ein offenes System entwickelt. Weil man nur zusammen gewinnen kann.„ Zudem will die Gruppe noch heuer eine Pistenraupe, die mit Wasserstoff angetrieben wird auf die Piste bringen.

Österreichweite Datenschnittstelle etablieren

Andreas Winkelhofer, Geschäftsführer Oberösterreich Tourismus: “booking.com staubt ab, was vorher das Destinationsmarketing, Seilbahnmarketing oder nationale Tourismusorganisationen aufgebaut haben. Ich bin aber ebenfalls nicht der Meinung, dass es jetzt der richtige Zeitpunkt ist, eine österreichweite Buchungsplattform zu etablieren. Da ist der Zug abgefahren. Wir müssen die Datenstrategie stark beleuchten. Da sind wir auf einem mittelguten Weg. Mit Tourdata haben wir in Oberösterreich eine zentrale Datenbank. Es geht darum eine gemeinsame österreichweite Datenschnittstelle zu etablieren.„

Datensicherheit als Grenze der Digitalisierung?

Zur Datensicherheit betont Achleitner: “Daten sind das neue Gold. Datensicherheit ist die Achillesferse. Die Forschungen laufen, um Daten sicher zu machen.„ 

Dynamic Pricing im Skigebiet

Schweizer Skigebiete machen bereits Dynamic Pricing, das heiß sie verändern beliebig die Preise für die Ski-Karten. Veronika Scheffer, Geschäftsführerin der Liftgesellschaft Zauchensee: “Es ist nicht unbedingt sozial, wenn man gerade in der Ferienzeit, in der Familien skifahren, einen hohen Preis verlangen muss.„

Artikel weiterempfehlen:

Kommentar verfassen



Volksschule Wartberg im Kleinstbetrieb

WARTBERG AN DER KREMS. Aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus sind die Räume der Krabbelstube und des Kindergartens in Wartberg mit Stille gefüllt. Lediglich die Volksschule ...

Wenn das Zuhause nicht mehr sicher ist: Anstieg häuslicher Gewalt in der Corona-Krise

BEZIRK KIRCHDORF. Ausgangsbeschränkungen, Heimunterricht der Kinder, Angst vor Krankheit oder Kündigung, beengte Wohnverhältnisse und existenzielle Sorgen: Die Corona-Pandemie sorgt ...

Anrainer sind von der Planung für die Umlegung der Steyrtalstraße enttäuscht

GRÜNBURG. Am 3. Dezember 2019 haben die Bauarbeiten für die Umlegung der Steyrtalstraße (B140) in Obergrünburg (Gemeinde Grünburg) begonnen – Anrainer Heribert Singer ...

So feiern die Kirchdorfer Christen heuer Ostern

KIRCHDORF AN DER KREMS. Aufgrund der Corona-Pandemie treffen sich die Gläubigen heuer nicht zu den wichtigsten Feiern im Kirchenjahr in den Kirchen. Ostern findet trotzdem statt. Die Pfarren ...

Anzünden von Feuer und Rauchen sind in den Waldgebieten im Bezirk Kirchdorf bis 30. September verboten

BEZIRK KIRCHDORF. In den Waldgebieten aller Gemeinden des Bezirkes Kirchdorf sowie in deren Gefährdungsbereichen sind jedes Anzünden von Feuer und das Rauchen zwischen 6. April ...

Brand zerstörte zwei Gebäude in Wartberg

WARTBERG AN DER KREMS. Elf Feuerwehren standen in der Nacht auf Dienstag, 7. April, bei einem Brand einer Halle in unmittelbarer Nähe zu einem Bauernhof in Wartberg an der Krems ...

Ein Traumjob für jeden Technikbegeisterten

RIED. Jugendliche, die einen innovativen Arbeitsplatz in einem jungen Team bei einem familiär geführten Unternehmen mit Leuten aus der Region suchen, sind bei Elektro Kremsmair genau richtig. ...

Schäferhündin auf Autobahn gefunden

STEINBACH AM ZIEHBERG. Eine Schäferhündin wurde auf der Autobahn gefunden und ins Tierparadies Schabenreith gebracht.